Louvre, Frankreich

Weitere VerdÀchtige nach Louvre-Raub festgenommen

30.10.2025 - 13:43:20

Kaum haben zwei VerdĂ€chtige nach dem Einbruch im Louvre teilweise gestanden, schnappen die Fahnder fĂŒnf weitere Menschen. «Bravo», jubelt der Innenminister. Doch die große Frage ist: Wo ist die Beute?

  • FĂŒr ihren spektakulĂ€ren Diebstahl im Louvre waren die Einbrecher mit einer HebebĂŒhne auf einen Balkon gelangt. (Archivbild) - Foto: Thibault Camus/AP/dpa

    Thibault Camus/AP/dpa

  • In der prĂ€chtigen Apollon-Galerie erbeuteten die Einbrecher Schmuck von unschĂ€tzbarem Wert. (Archivbild) - Foto: Stephane De Sakutin/AFP/dpa

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  • Einer der Festgenommenen wird verdĂ€chtigt, Teil des Einbruchskommandos gewesen zu sein. - Foto: Emma Da Silva/AP/dpa

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FĂŒr ihren spektakulĂ€ren Diebstahl im Louvre waren die Einbrecher mit einer HebebĂŒhne auf einen Balkon gelangt. (Archivbild) - Foto: Thibault Camus/AP/dpaIn der prĂ€chtigen Apollon-Galerie erbeuteten die Einbrecher Schmuck von unschĂ€tzbarem Wert. (Archivbild) - Foto: Stephane De Sakutin/AFP/dpaEiner der Festgenommenen wird verdĂ€chtigt, Teil des Einbruchskommandos gewesen zu sein. - Foto: Emma Da Silva/AP/dpa

Erfolg fĂŒr die Fahnder in Paris: Nach dem spektakulĂ€ren Kunstraub im Pariser Louvre sitzen fĂŒnf weitere VerdĂ€chtige in Gewahrsam. Einer von ihnen könnte Teil des Einbruchskommandos vor Ort gewesen sein, sagte die Pariser StaatsanwĂ€ltin Laure Beccuau im französischen Sender RTL. «Das ist einer der VerdĂ€chtigen, die wir im Visier hatten.» Man habe DNA-Spuren von ihm, die ihn mit dem Diebstahl in Verbindung brĂ€chten. Die ĂŒbrigen vier Personen könnten eventuell Informationen zum Ablauf der Tat geben. Die Beute scheint indes weiter verschollen.

Aussagen erster VerdĂ€chtiger nicht Grund fĂŒr neue Festnahmen

Die Festnahmen erfolgten Beccuau zufolge am Mittwochabend an verschiedenen Orten im Großraum Paris. Bereits am Wochenende waren zwei TatverdĂ€chtige in Gewahrsam gekommen. Gegen die 34 und 39 Jahre alten MĂ€nner lĂ€uft mittlerweile ein Ermittlungsverfahren wegen RaubĂŒberfalls in organisierter Bande und der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Sie kamen in Untersuchungshaft.

Die zwei am Wochenende geschnappten MĂ€nner haben mittlerweile teilweise gestanden. Beccuau stellte allerdings klar: «Sie haben ErklĂ€rungen abgegeben, die uns mit Blick darauf, was in den Akten steht, minimalistisch erscheinen.» Einer der TatverdĂ€chtigen habe zugegeben, vor Ort gewesen zu sein. Ob damit der Louvre allgemein oder die Apollon-Galerie, in die die TĂ€ter eindrangen, gemeint war, ließ die StaatsanwĂ€ltin offen. Sie betonte jedoch: Die neuen Festnahmen erfolgten nicht aufgrund der Aussagen der zwei.

Wertvolle Beute noch immer nicht gefunden

Die Arbeit der Ermittler ist trotz der ersten Fahndungserfolge noch lange nicht zu Ende. Denn wo sich die wertvollen RaubgĂŒter der Diebe befinden, ist noch immer unklar. «Die Durchsuchungen, die am Abend und in der Nacht stattgefunden haben, haben es uns nicht ermöglicht, die Beute dieses Einbruchs wiederzufinden», sagte Beccuau. Die entwendeten StĂŒcke haben einen geschĂ€tzten Wert von 88 Millionen Euro und zudem einen «einen unschĂ€tzbaren kulturellen und historischen Wert» fĂŒr Frankreich, wie es aus dem dortigen Kulturministerium nach dem Einbruch geheißen hatte.

Experten befĂŒrchten, dass Komplizen der RĂ€uber die Diamanten und Edelsteine aus den SchmuckstĂŒcken gelöst haben könnten, um sie einzeln zu verkaufen. «Ich möchte die Hoffnung bewahren, dass sie gefunden werden und an das Louvre-Museum und die Nation zurĂŒckgegeben werden können», hatte Beccuau bereits am Mittwoch gesagt. «Diese Juwelen sind nun unverkĂ€uflich. Wer sie kaufen wĂŒrde, wĂŒrde sich der Hehlerei schuldig machen», sagte die StaatsanwĂ€ltin. «Es ist noch Zeit, sie zurĂŒckzugeben.»

Einbrecher erbeuteten acht kostbare SchmuckstĂŒcke

Die Diebe hatten am 19. Oktober einen mit einer HebebĂŒhne ausgestatteten Lkw neben dem Museum geparkt. WĂ€hrend zwei der TĂ€ter auf Motorrollern an der Straße warteten, gelangten die anderen beiden mit der HebebĂŒhne auf einen Balkon im ersten Stock und von dort durch ein Fenster in das Museum.

Die RĂ€uber flohen auf den Motorrollern mit acht kostbaren SchmuckstĂŒcken frĂŒherer Königinnen und Kaiserinnen - darunter waren mit Edelsteinen ĂŒbersĂ€te Diademe, Halsketten, Ohrringe und Broschen. Die mit Smaragden und Hunderten Diamanten verzierte Krone der Kaiserin EugĂ©nie (1826-1920) gehörte ebenfalls zur Beute, wurde allerdings spĂ€ter in der NĂ€he des Louvre beschĂ€digt gefunden - offenbar hatten die TĂ€ter sie bei der Flucht verloren.

«Werden alle Komplizen identifizieren»

Die Fahnder stĂŒtzen sich in ihren Ermittlungen auf zahlreiche Hinweise: Ihnen liegen DNA-Spuren vom Tatort vor. Auch VideoĂŒberwachung, Auswertung von Telefondaten und bei Durchsuchungen gefundene Informationen helfen ihnen. Die Ermittler gehen von vier direkt beteiligten TĂ€tern vor Ort aus. Es sei aber gut möglich, dass es eine «breitere Ebene mit einem Auftraggeber oder sogar den potenziellen EmpfĂ€ngern» gebe. «Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass die TĂ€ter von Komplizen innerhalb des Museums profitiert hĂ€tten», sagte Beccuau.

Die StaatsanwÀltin zeigte sich entschlossen, den spektakulÀren Einbruch, der Frankreich schockiert hatte, aufzuklÀren. Die Ermittlungen liefen weiter, um alle Protagonisten zu identifizieren, die beim Einbruch selbst und seiner Vorbereitung beteiligt waren oder dem Kommando geholfen haben. Sie meinte auch: «Alle Komplizen in diesem Team werden identifiziert werden.»

Nach dem Entsetzen darĂŒber, dass die Einbrecher derart einfach in den Louvre eindringen konnten, dĂŒrften die Fahndungserfolge Frankreich nun vorsichtig aufatmen lassen. Innenminister Laurent Nuñez lobte auf X das «außergewöhnliche Engagement» der Ermittler und schrieb angesichts der Festnahmen: «Bravo!»

@ dpa.de