Wie junge EisbÀren ihre Geburtshöhlen verlassen
27.02.2025 - 11:26:40TrĂ€chtige EisbĂ€ren-Weibchen beziehen im arktischen Herbst eine Höhle im Eis, um ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen. Wann und wie die Tiere diese Unterkunft im FrĂŒhjahr verlassen, beschreibt ein internationales Forschungsteam nach der Auswertung von Sendern und Kamerafallen auf der zu Norwegen zĂ€hlenden Inselgruppe Spitzbergen ĂŒber mehrere Jahre.Â
Demnach verlieĂen die EisbĂ€ren ihre Höhlen im Mittel um den 9. MĂ€rz - und meist nur fĂŒr wenige Augenblicke bis ein paar Stunden, bevor sie wieder zurĂŒckkehrten. Die Studie zeigt, dass sich die Kleinen kaum ohne die Mutter aus der Höhle wagen.
Durchschnittlich erst knapp zwei Wochen spĂ€ter zogen die MĂŒtter samt Nachwuchs dann endgĂŒltig aus, schreibt das Team um Louise Archer von der UniversitĂ€t Toronto im «Journal of Wildlife Management». Es veröffentlicht die Studie zum Internationalen Tag des EisbĂ€ren an diesem Donnerstag.
EisbÀren werden um Neujahr herum geboren - blind und unbehaart
Das Wissen um dieses Verhalten sei wichtig, um EisbĂ€ren-Populationen zu schĂŒtzen. Denn gerade fĂŒr das Ăberleben der Jungtiere sei das FrĂŒhjahr eine kritische Zeit, schreibt die Gruppe. Nur etwa die HĂ€lfte der Jungtiere ĂŒberlebe bis ins vermehrungsfĂ€hige Alter.
EisbĂ€ren kommen demnach gewöhnlich etwa um Neujahr zur Welt - blind, unbehaart und nur 500 Gramm schwer. Wenn sie ihre Höhlen spĂ€ter zwischen Februar und April verlassen, wiegen sie mit 10 Kilogramm schon das 20-Fache davon.Â
Auf Spitzbergen bleiben die Jungtiere demnach bis zu 2,5 Jahre bei ihrer Mutter. Im Rahmen der Studie hatte das Team aus Kanada, den USA und Norwegen insgesamt 9 Kamerafallen an Höhlen auf Spitzbergen aufgestellt, zudem waren 13 weibliche EisbÀren mit Sendern ausgestattet worden.
Analyse ist wichtig angesichts der PlĂ€ne zur RohstoffförderungÂ
«Diese Studie bietet einen seltenen Einblick in eine der verletzlichsten und kritischsten Phasen im Leben eines EisbĂ€ren», wird Ko-Autorin Megan Owen von der San Diego Zoo Wildlife Alliance in einer Mitteilung zur Studie zitiert. «Die Erkenntnisse können zu unseren SchutzbemĂŒhungen beitragen.»Â
So könnte man jene Gebiete, in denen trÀchtige Tiere ihre Höhlen in Schnee und Eis graben, bevorzugt unter Schutz stellen. Angesichts von aktuellen PlÀnen, BodenschÀtze in der Arktis vermehrt auszubeuten, sei dies besonders wichtig.









