Krakau: Staatsanwaltschaft nennt SchĂŒsse mit sechs Toten Terror
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 11:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWSErmittlungen zu neun Todesopfern
- Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen der Tötung von sechs Menschen auf dem Krakauer Marktplatz.
- In Ostrowiec Swietokrzyski wurden drei Familienangehörige des 24-JÀhrigen tot aufgefunden.
- FĂŒnf Menschen aus Deutschland, GroĂbritannien, Portugal, Ăsterreich und Russland wurden verletzt.
Staatsanwaltschaft stuft Krakauer SchĂŒsse als Terror ein
Die polnische Staatsanwaltschaft stuft die tödlichen SchĂŒsse auf dem Marktplatz von Krakau als terroristische Straftat ein. Sie ermittelt wegen der Tötung von sechs Menschen und des versuchten Mordes an zahlreichen weiteren Personen, darunter Polizeibeamten.
Ermittlungen in zwei StÀdten
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird auĂerdem wegen der Tötung von drei Menschen im rund zwei Fahrstunden nordöstlich gelegenen Ostrowiec Swietokrzyski ermittelt. Das Beweismaterial deute darauf hin, dass dieselbe Person fĂŒr beide Taten verantwortlich sei.
In einem Wohnhaus der Familie des mutmaĂlichen SchĂŒtzen wurden dessen Vater, Mutter und Schwester mit Schussverletzungen tot aufgefunden. Die Ermittler Ă€uĂerten sich zunĂ€chst nicht ausdrĂŒcklich zu einem politischen Motiv.
SchĂŒsse aus einem Auto
Der 24-JĂ€hrige soll am Samstag aus einem Auto heraus wahllos auf Passanten auf dem belebten Marktplatz geschossen haben. Zu den HintergrĂŒnden gibt es weiterhin keine Klarheit.
Innenminister Marcin Kierwinski sagte, der Mann habe nach ersten Erkenntnissen sehr radikale Ansichten vertreten. Es gebe Anzeichen fĂŒr eine Faszination fĂŒr rechtsextremistische Ideologien, die noch nĂ€her ĂŒberprĂŒft werden mĂŒsse.
Auch AuslÀnder betroffen
MinisterprÀsident Donald Tusk bezeichnete die Tat wegen ihrer Schwere ebenfalls als Terrorismus. Der Krakauer Marktplatz mit seinen Renaissancebauten ist ein international stark besuchter Ort.
Unter den sechs Todesopfern waren nach Polizeiangaben vier polnische Staatsangehörige, ein britischer StaatsbĂŒrger und eine weitere AuslĂ€nderin. Die Toten waren zwischen 32 und 61 Jahre alt.
FĂŒnf Menschen aus Deutschland, GroĂbritannien, Portugal, Ăsterreich und Russland wurden verletzt. Das AuswĂ€rtige Amt bestĂ€tigte, dass sich darunter eine Person mit deutscher Staatsangehörigkeit befindet.
Die Einstufung der SchĂŒsse als terroristische Straftat verleiht den Ermittlungen in Polen eine besondere rechtliche und sicherheitspolitische Dimension. MaĂgeblich ist dabei nicht nur die Zahl der Opfer, sondern auch der Vorwurf, der Angriff habe sich gegen eine Vielzahl von Menschen und Polizeibeamte gerichtet.
Das Motiv bleibt nach der dpa-Meldung offen. Hinweise auf eine mögliche NĂ€he zu rechtsextremistischen Ideologien bilden deshalb zunĂ€chst einen Ermittlungsansatz und keine abschlieĂende ErklĂ€rung fĂŒr die Tat. Die Behörden mĂŒssen nun den Ablauf auf dem Krakauer Marktplatz, die Verbindungen zu den drei Toten in Ostrowiec Swietokrzyski sowie die digitale und persönliche Vorgeschichte des 24-JĂ€hrigen klĂ€ren.
Folgen fĂŒr Krakau und Reisende
Der Hauptmarkt von Krakau gehört zu den meistbesuchten Orten Polens und war zum Tatzeitpunkt belebt. Dass unter den Todesopfern und Verletzten mehrere AuslĂ€nder sind, macht den Angriff auch fĂŒr internationale Besucher und deren Angehörige bedeutsam. Die deutsche Beteiligung an den Verletzten dĂŒrfte zudem konsularische Betreuung und weitere Abstimmungen zwischen den Behörden erforderlich machen.
FĂŒr Polen steht neben der Strafverfolgung die Frage im Mittelpunkt, wie derartige Angriffe frĂŒhzeitig erkannt und verhindert werden können. Die Terrorismus-Einstufung kann dabei den Ermittlungsumfang und die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden erweitern; ĂŒber die konkreten Konsequenzen entscheiden nun Staatsanwaltschaft und Gerichte.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Der Beitrag habe den Angriff als von der polnischen Regierung bezeichneten âAkt des Terrorsâ eingeordnet und zusĂ€tzliche Angaben zum Ablauf sowie zum Eingreifen der Polizei genannt. Anders als die dpa-Meldung habe er zudem den Gesundheitszustand verletzter Beamter und den möglichen Ablauf der Festnahme thematisiert.
Der Deutschlandfunk habe die Hinweise auf eine mögliche rechtsextremistische Ideologie und die internationale Zusammensetzung der Opfer hervorgehoben. Ăbereinstimmend bleibe das Motiv offen; zusĂ€tzlich habe der Beitrag eine angekĂŒndigte landesweite Staatstrauer erwĂ€hnt.
Beide BeitrÀge hÀtten die Schwere des Angriffs, die auslÀndischen Betroffenen und die Hinweise auf eine rechtsextremistische Orientierung betont. Unterschiede lÀgen vor allem beim Schwerpunkt auf Polizeieinsatz, Opferdetails und staatlichen Reaktionen.
