Stau, Deutschland

Stau in Deutschland: Wo Autofahrer viel Geduld brauchen

10.01.2024 - 11:26:14 | dpa.de

LÀngere Fahrzeiten im Stadtverkehr nerven die Fahrerinnen und Fahrer. Im vergangenen Jahr hat sich die Verkehrslage in den deutschen StÀdten leicht verschlechtert.

Hamburg ist die Stau-Hochburg Deutschlands. - Foto: Christian Charisius/dpa
Hamburg ist die Stau-Hochburg Deutschlands. - Foto: Christian Charisius/dpa

In den grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten in Deutschland ist der Straßenverkehr im vergangenen Jahr im Durchschnitt etwas langsamer geflossen als im Jahr 2022. Das geht aus einer Analyse der Verkehrsmuster durch den Kartierungsspezialisten TomTom hervor, die jetzt in MĂŒnchen veröffentlicht wurde.

In Deutschland wurde der Verkehr in 27 StĂ€dten analysiert. Dabei registrierte TomTom in 13 StĂ€dten einen RĂŒckgang der Geschwindigkeit im Tagesdurchschnitt, in 10 StĂ€dten wurde keine VerĂ€nderung festgestellt. In vier StĂ€dten, darunter Berlin und Frankfurt/Main, deuten die Zahlen auf eine leichte Beschleunigung des Verkehrsflusses hin.

Hamburg ist Schlusslicht

Wie schon im Vorjahr ist Hamburg die Stadt mit der niedrigsten Durchschnittsgeschwindigkeit ĂŒber den gesamten Tag hinweg in Deutschland. FĂŒr eine Fahrstrecke von zehn Kilometern benötigten die Hanseaten rund 24 Minuten, rund eine halbe Minute mehr als im Jahr 2022.

Am flottesten kamen statistisch gesehen die Fahrerinnen und Fahrer in Wuppertal voran. Sie benötigten fĂŒr diese Entfernung nur rund 13 Minuten. In Berlin lag der Wert wie in Leipzig bei 22 Minuten, in Frankfurt/Main und MĂŒnchen waren es 21 Minuten - in Köln, Kassel, Dresden und Wiesbaden jeweils 20 Minuten.

FĂŒr den besonders zĂ€hen Verkehrsfluss in Hamburg machte TomTom gleich mehrere Ursachen aus: «Einen entscheidenden Anteil daran haben die statischen Faktoren: Zahlreiche Tunnel und BrĂŒcken sowie der Hamburger Hafen im Stadtgebiet fĂŒhren dazu, dass selbst unter idealen Verkehrsbedingungen Hamburg die niedrigste Durchschnittsgeschwindigkeit aller deutschen StĂ€dte aufweist.»

Im Ausland ist es teilweise viel schlimmer

Im internationalen Vergleich steht aber selbst die Hansestadt noch gut da: So dauerte in London eine typische 10-Kilometer-Fahrt im Schnitt gut 37 Minuten. Staugeplagt sind auch Fahrerinnen und Fahrer in Dublin, Toronto, Mailand, Lima, Bengaluru und Puna in Indien sowie in Bukarest, Manila und BrĂŒssel mit Werten von 27 Minuten und mehr. sels

In Deutschland steht Hamburg auch an der Spitze, wenn es um die staubedingten Verzögerungen zu den Hauptverkehrszeiten morgens und abends geht. Pendlerinnen und Pendler verbrachten 2023 dort im Schnitt am Tag 55 Minuten im Auto, wenn sie eine typische 10 Kilometer lange Strecke wĂ€hrend des Berufsverkehrs zurĂŒcklegten. Mehr als 19 Minuten entfallen dabei auf Verzögerungen, die auf Staus zurĂŒckzufĂŒhren sind. Auf das gesamte Jahr hochgerechnet summierte sich die Zeit, die die Hamburger so zusĂ€tzlich im Auto verbrachten, auf mehr als 74 Stunden. 2022 waren es noch 8,5 Stunden weniger.

In Dublin, dem internationalen Spitzenreiter in dieser Kategorie, verbrachten die Pendler 2023 im Schnitt am Tag 1 Stunde und 17 Minuten fĂŒr ihre 10-Kilometer-Fahrt im Auto. Im Jahr kam so ein Zeitverlust von 158 Stunden durch Stau und Verkehr zusammen.

FĂŒr den «TomTom Traffic Index» fĂŒr das Jahr 2023 wurden den Angaben zufolge die Daten von Smartphones und fest verbauten Navigationssystemen ausgewertet. SchĂ€tzungen zufolge war jedes siebte Automobil in Deutschland an der Datenerhebung beteiligt. Weltweit wurden Daten aus rund 600 Millionen Fahrzeugen ausgewertet.

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