Lebenshaltungskosten bleiben größte Angst der Deutschen
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 11:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Steigende Lebenshaltungskosten sind laut einer repräsentativen Befragung auch in diesem Jahr die größte Angst der Menschen in Deutschland.
Mehrheit sorgt sich um Preise
In der Langzeitstudie «Die Ängste der Deutschen» äußerten 59 Prozent der Befragten große Angst davor, dass die Kosten für Einkäufe, Miete und andere Ausgaben des täglichen Lebens weiter steigen. Seit Beginn der jährlichen Erhebung 1992 steht diese Sorge damit zum 16. Mal an der Spitze der Rangliste.
Auf Platz zwei folgt die Angst vor Steuererhöhungen und Leistungskürzungen. 53 Prozent gaben an, davor große Angst zu haben. Den dritten Platz belegt mit 52 Prozent die Sorge vor einer Überforderung des Staates durch Geflüchtete.
Studie mit rund 2.400 Befragten
Die R+V-Versicherung lässt die Befragung jährlich durchführen. Für die aktuelle Ausgabe wurden zwischen Mai und Juli rund 2.400 Menschen ab 14 Jahren von Meinungsforschern befragt.
Die Teilnehmer bewerteten vorgegebene Themen auf einer Skala von eins für «gar keine Angst» bis sieben für «sehr große Angst». Aus den Angaben wurde die Rangfolge der Sorgen ermittelt.
Alltagskosten prägen die Wahrnehmung
Die Ergebnisse der Befragung fallen in eine Phase, in der sich der Preisdruck für viele Haushalte besonders unmittelbar bemerkbar macht. Die Inflationsrate in Deutschland stieg im September auf 3,3 Prozent, nachdem sie im August 2,9 Prozent betragen hatte. Vor allem die stark verteuerten Kraftstoffe trieben die Entwicklung.
Besonders relevant ist dabei der Unterschied zwischen allgemeinen Inflationsdaten und der persönlichen Wahrnehmung. Haushalte achten vor allem auf regelmäßig anfallende Ausgaben wie Lebensmittel, Mieten, Heizung und Mobilität. Selbst wenn einzelne Preissteigerungen nachlassen, bleibt das erreichte Preisniveau bestehen und belastet das verfügbare Einkommen dauerhaft.
Politischer Druck wächst
Die Rangfolge der Studie verbindet wirtschaftliche Sorgen mit Erwartungen an staatliche Entlastung. Die Angst vor Steuererhöhungen und Leistungskürzungen folgt unmittelbar auf die Sorge vor steigenden Lebenshaltungskosten. Damit wird sichtbar, dass viele Menschen nicht nur die Preisentwicklung, sondern auch die Verteilung ihrer finanziellen Folgen als Unsicherheitsfaktor betrachten.
Die Bundesregierung senkt vom 1. Oktober bis zum Jahresende erneut die Steuern auf Benzin und Diesel. Das kann die Kosten an der Zapfsäule zeitweise dämpfen, verändert aber weder die Wohnkosten noch das allgemeine Preisniveau. Für Verbraucher bleiben deshalb Einkommen, Mieten, Energiepreise und die weitere Entwicklung der Inflation entscheidend.
