Osmaniye, Türkei

Lehrer in Osmaniye auf Schulhof erschossen – Neffe festgenommen

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 13:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

An einer Schule in Osmaniye ist ein Lehrer nach einem privaten Streit erschossen worden. Der mutmaßliche Täter, ein Neffe des Lehrers, wurde festgenommen; der Gouverneur kündigte Ermittlungen zu den Umständen an.

An einer Schule im Südosten der Türkei ist ein Lehrer erschossen worden. (Symbolbild) - Bild: Anna Ross/dpa
An einer Schule im Südosten der Türkei ist ein Lehrer erschossen worden. (Symbolbild) - Bild: Anna Ross/dpa

An einer Schule im südosttürkischen Osmaniye ist ein Lehrer erschossen worden; der mutmaßliche Täter wurde festgenommen.

Angriff auf dem Schulhof

Die Tat ereignete sich auf dem Gelände der Farabi-Anadolu-Oberschule. Der Lehrer für türkische Sprache und Literatur wurde nach einem privaten Streit von seinem Neffen angeschossen und erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Nach Angaben des Gouverneurs der Provinz Osmaniye, Mehmet Fatih Serdengecti, nahm die Polizei den Verdächtigen fest und stellte eine nicht zugelassene Pistole sicher. Rettungskräfte und die Gendarmerie wurden zur Schule gerufen.

Staatsanwaltschaft soll Umstände klären

Der Gouverneur erklärte, der mutmaßliche Schütze habe im Streit mit seinem Onkel gelegen. Zudem habe es Anzeichen von Schizophrenie gegeben. Die Staatsanwaltschaft soll nun die Umstände aufklären, die zu der Tat geführt haben.

Serdengecti betonte, es habe sich nicht um einen Angriff auf Schüler oder das Bildungswesen gehandelt. Zu Beginn des neuen Schuljahres waren in der Türkei die Sicherheitsvorkehrungen an Schulen verschärft worden.

Erinnerung an tödlichen Angriff im April

Im April hatte ein 14-Jähriger an einer Schule um sich geschossen und neun Mitschüler sowie eine Lehrerin getötet. Auch der Schütze kam bei der Tat ums Leben. Die Eltern des Jugendlichen müssen sich derzeit vor Gericht verantworten.

Schulen als Sicherheitsorte

Der tödliche Angriff ereignete sich nach Angaben des Gouverneurs bei einem privaten Familienstreit und richtete sich nicht gegen Schüler oder das Bildungswesen. Für die betroffene Schule bleibt die Tat dennoch ein schwerer Einschnitt: Der Angriff geschah auf dem Schulgelände und betraf einen dort beschäftigten Lehrer.

Die Türkei hatte zum Beginn des neuen Schuljahres die Sicherheitsvorkehrungen an Schulen verschärft. Hintergrund ist die Sorge, dass Bildungseinrichtungen trotz Kontrollen und Schutzmaßnahmen Tatorte schwerer Gewalt werden können. Der in der Meldung erwähnte Angriff vom April, bei dem ein 14-Jähriger neun Mitschüler und eine Lehrerin getötet haben soll, verstärkte diesen Handlungsdruck zusätzlich.

Folgen für den Schulalltag

Der Fall in Osmaniye zeigt zugleich die Grenzen allgemeiner Sicherheitsmaßnahmen: Wenn ein mutmaßlicher Täter aus dem persönlichen Umfeld stammt und eine nicht zugelassene Waffe verwendet, lassen sich Risiken nicht allein durch Zugangskontrollen am Schultor verhindern. Entscheidend sind daher neben dem Objektschutz auch eine schnelle Gefährdungseinschätzung, der Umgang mit familiären Konflikten und der Zugang zu psychischer sowie medizinischer Hilfe.

Für die Ermittlungen kommt es nun darauf an, den Ablauf des Streits, die Herkunft der Waffe und mögliche Warnzeichen zu klären. Die angekündigte Untersuchung soll außerdem zeigen, ob es konkrete Hinweise auf eine Gefahr gab und ob Behörden oder das schulische Umfeld früher hätten eingreifen können.

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