Strengere Regeln fĂŒr Trinkwasser aus dem Wasserhahn
23.06.2023 - 13:32:10Niedrigere Grenzwerte fĂŒr bestimmte Schwermetalle, Austausch alter Bleileitungen und Untersuchung auf mehr Schadstoffe: In Deutschland treten am Samstag (24.6.) strengere Regeln fĂŒr Trinkwasser aus dem Hahn in Kraft.
Die Novelle der Trinkwasserverordnung setze damit wichtige europĂ€ische Vorgaben fĂŒr den Trinkwasserschutz um, teilte das Umweltbundesamt (Uba) in Dessau mit. Sie sorge dafĂŒr, dass das Wasser auch weiterhin bedenkenlos und ohne Gefahren fĂŒr die Gesundheit genutzt werden könne.
Ewigkeitschemikalien PFAS
Die neue Verordnung besagt unter anderem, dass alte Bleileitungen bis Januar 2026 ausgetauscht oder stillgelegt werden mĂŒssen. In Deutschland seien Wasserleitungen aus Blei allerdings kaum noch ein Problem. ZusĂ€tzlich wĂŒrden Grenzwerte fĂŒr die Schwermetalle Chrom, Arsen und Blei abgesenkt. Zudem werde das Trinkwasser kĂŒnftig auch auf die Industriechemikaliengruppe der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (?PFAS) untersucht, so das Umweltbundesamt.
Zu der Chemikaliengruppe zÀhlen geschÀtzt mehr als 10.000 einzelne Substanzen, die in Alltagsprodukten wie Anoraks, Pfannen und Kosmetik verarbeitet sind. Sie finden auch in Industrieprozessen Anwendung. Weil sie extrem langlebig sind, werden PFAS auch Ewigkeitschemikalien genannt. Es gibt Bestrebungen, unter anderem vom Uba, die Chemikaliengruppe auf EU-Ebene weitgehend zu verbieten.
Schon vor der Ăberarbeitung der Trinkwasserverordnung galt Leitungswasser in Deutschland als sehr sicheres Lebensmittel. VerbraucherschĂŒtzer raten explizit dazu, Wasser aus dem Hahn zu trinken, auch weil es im Vergleich zu Wasser aus Flaschen sehr preiswert und klimafreundlich ist.


