BrÀnde auf Rhodos und Euböa toben weiter
25.07.2023 - 08:17:23Starke Winde fachen weiterhin die WaldbrÀnde auf der griechischen Ferieninsel Rhodos an. Sechs Dörfer nördlich und westlich der antiken StÀtte von Lindos sind bedroht.
Mit dem ersten Tageslicht wurden erneut Löschflugzeuge und -helikopter eingesetzt, um die Flammen in den Griff zu bekommen, wie die Feuerwehr mitteilte. «Die Löscharbeiten gestalten sich wegen der drehenden Winde sehr schwierig», sagte ein Sprecher der Feuerwehr im staatlichen Rundfunk. Auch auf der Insel Euböa im Nordosten Athens toben rund um die Hafenstadt Karystos BrÀnde, die Dörfer bedrohen.
Unterdessen warnte das Wetteramt vor extrem hohen Temperaturen, die heute und vor allem morgen in fast allen Landesteilen herrschen sollen. «Die Thermometer könnten vor allem am morgigen Mittwoch 46 und mehr Grad zeigen», sagte eine Meteorologin im Nachrichtensender Skai. Am Donnerstag wird dann eine AbkĂŒhlung auf etwa 35 Grad erwartet.
Bevor die AbkĂŒhlung kommt, wird es einen letzten Hitze-Höhepunkt geben. Vor allem im Westen des Landes soll fĂŒr heute und morgen ein aus Richtung Libyen kommender Wind erwartet: Es ist ein heiĂer, trockener Fallwind â der berĂŒchtigte «Livas». Dieser Fallwind sei extrem trocken und so heiĂ wie Luft aus einem Haartrockner, beschrieben Meteorologen das PhĂ€nomen.
Anderswo in Griechenland gibt es BrÀnde auf der Halbinsel Peloponnes nahe der Hafenstadt Egion sowie auf der Insel Korfu. Diese BrÀnde sind aber eingedÀmmt worden und bedrohen keine bewohnten Gebiete, wie die Feuerwehr mitteilte.
Hilfe aus anderen EU-Staaten
Obwohl mehr als 100 Löschflugzeuge und Helikopter seit Tagen im Einsatz sind, toben die BrĂ€nde weiter. Den Griechen helfen Feuerwehrleute aus mehreren EU-Staaten. Auch die TĂŒrkei und Ăgypten haben Löschflugzeuge und Hubschrauber geschickt.
Schlimm ist die Lage im SĂŒdosten der Ferieninsel Rhodos. Dort wehen starke Winde und fachen immer wieder die Flammen an. Gestern brannten mehrere HĂ€user auf den Bergen der Insel aus, wie das staatliche Fernsehen berichtete. Reporter vor Ort befĂŒrchteten, dass diese BrĂ€nde erneut Hotelanlagen bedrohen könnten. Dort wurden zuletzt Tausende Touristen und Bewohner in Sicherheit gebracht.
GroĂe SchdĂ€den sĂŒdlich von Lindos
Der Schaden auf Rhodos ist bereits groĂ. Etwa zehn Prozent der Hotels der Insel sind nach Angaben des griechischen Regierungschefs Kyriakos Mitsotakis am Wochenende beschĂ€digt worden. Die meisten beschĂ€digten touristischen Anlagen befinden sich sĂŒdlich der Region von Lindos.
Mit Hitze und Trockenheit haben auch andere LĂ€nder im Mittelmeerraum zu kĂ€mpfen. Eine hohe Waldbrandgefahr bestand zu Wochenbeginn etwa in Frankreich, Italien, Spanien und Portugal. Auf Malta fĂŒhrten die hohen Temperaturen auch zu StromausfĂ€llen, die teils sogar bis zu 36 Stunden andauerten. Das staatliche Stromversorgungsunternehmen Enemalta machte die hohen Temperaturen fĂŒr die BeschĂ€digung vieler seiner unterirdischen Kabel verantwortlich.
Sorge um BlindgÀnder in ehemaligen Kriegsgebieten
Das Rote Kreuz warnte angesichts der Hitzewelle und WaldbrĂ€nde vor der Gefahr von Explosionen alter Munition. In ehemaligen Kriegsgebieten könnten die ZĂŒnder von BlindgĂ€ngern durch sehr hohe Temperaturen ausgelöst werden, sagte Erik Tollefsen, Waffenexperte des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf.
Dasselbe gelte fĂŒr nicht gerĂ€umte Munition auf militĂ€rischen SchieĂplĂ€tzen und verlassenen Munitionsdepots, die oft in entlegenen Gebieten angelegt werden, sagte Tollefsen der Deutschen Presse-Agentur.















