Umfrage, Sanierungsstau

Umfrage zeigt: Sanierungsstau bei FreibÀdern wÀchst

08.06.2025 - 05:57:37

Marode Becken, Rutschen und Duschen: Viele FreibĂ€der in Deutschland mĂŒssen dringend saniert werden. Ein Verband schlĂ€gt Alarm.

Viele FreibĂ€der in Deutschland sehen laut einer Umfrage einen erheblichen Sanierungsbedarf und haben Probleme bei der Finanzierung. 38 Prozent der Betreiber gaben demnach an, ihr Bad mĂŒsse in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren umfassend saniert werden. Das sei ein Anstieg um drei Prozentpunkte gegenĂŒber 2024. Das geht aus einer Befragung des Verbands kommunaler Unternehmen unter 113 Betreibern kommunaler BĂ€der hervor. 

Demnach stehen bei 35 Prozent der Befragten lediglich kleinere Reparaturen an. Mehr als jedes vierte Bad sei frisch saniert worden. «In Summe bestĂ€tigt sich damit der Trend, dass die Zahl der stark sanierungsbedĂŒrftigen FreibĂ€der in Deutschland steigt», sagte der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Verbands, Ingbert Liebing. «Sanierungen sind kein Luxus, sondern Voraussetzung dafĂŒr, dass unsere BĂ€der auch morgen noch fĂŒr alle offenstehen.»

Steht genĂŒgend Geld fĂŒr Reparaturen bereit?

Bevor BĂ€der ĂŒberhaupt saniert werden können, muss die Finanzierung geklĂ€rt sein. Der Umfrage zufolge gaben 88 Prozent der Badbetreiber jedoch an, dass der Finanzbedarf hoch und die Fördermittel «unzureichend beziehungsweise unpassend» seien. 79 Prozent beklagten gestiegenen Baukosten. «Zu wenig Fördermittel, gestiegene Baukosten und höhere Zinsen erschweren die Finanzierung von Sanierungsvorhaben», sagte Liebing. 

Bereits zu Jahresbeginn hatte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) vor der Schließung Hunderter öffentlicher BĂ€der gewarnt, sollten nicht umfassende Sanierungen vorgenommen werden. Der «BĂ€deratlas» der Deutschen Gesellschaft fĂŒr das Badewesen listet bundesweit mehr als 6.000 Hallen- und FreibĂ€der auf, darunter sind auch private Einrichtungen.

Was plant die Bundesregierung?

FĂŒr die Modernisierung und Sanierung von SportstĂ€tten will die neue Bundesregierung mindestens eine Milliarde Euro bereitstellen. Davon könnten auch BĂ€der profitieren. Das sei der erste Schritt in die richtige Richtung, sagte Verbandschef Liebing. Wichtig sei, die Programme dauerhaft zu erhöhen. «Das wĂŒrde helfen, BĂ€der als Angebot der kommunalen Daseinsvorsorge fĂŒr Jung und Alt, in Stadt und Land, in armen und reichen Kommunen zu erhalten.» 

Zuletzt hatte die Opposition im Bundestag vor den Folgen der SteuerplĂ€ne der Bundesregierung fĂŒr die Kommunen gewarnt. Mit Blick auf die geplanten Milliarden-Steuerentlastungen fĂŒr die Wirtschaft sagte GrĂŒnen-Fraktionsvize Andreas Audretsch: «Das wird ganz vielen Kommunen in Deutschland das Genick brechen.» Die Mindereinnahmen in Milliardenhöhe hĂ€tten Konsequenzen: Zum Beispiel mĂŒssten SchwimmbĂ€der, Jugend- und Kultureinrichtungen schließen.

@ dpa.de