Medien, Rushdie-AttentÀter

Medien: Rushdie-AttentÀter zu 25 Jahren GefÀngnis verurteilt

16.05.2025 - 17:09:58

Mehr als ein Dutzend Mal stach ein Mann 2022 auf Schriftsteller Salman Rushdie ein. Nun hat das Gericht das Strafmaß verkĂŒndet.

Der AttentĂ€ter von Schriftsteller Salman Rushdie ist zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht im US-Bundesstaat New York legte das Strafmaß gegen den Amerikaner Hadi Matar fest, wie mehrere Medien ĂŒbereinstimmend berichteten. Er kann Berufung einlegen.

Der 27-JÀhrige hatte bei einer Lesung des weltbekannten Autors im August 2022 mehr als ein Dutzend Mal auf Rushdie eingestochen. Das Messer durchtrennte seinen Sehnerv - seitdem ist der Autor auf einem Auge blind und trÀgt stets eine Brille mit einem abgedunkelten Glas. Rushdie verbrachte nach dem Anschlag Wochen in einem Krankenhaus und einer Pflegeeinrichtung.

Bluttat vor Hunderten Augenzeugen

Eine Geschworenenjury im Bezirk Chautauqua im Nordwesten des Bundesstaates hatte Matar bereits im Februar des versuchten Mordes an dem heute 77-JÀhrigen schuldig gesprochenen. Matar hatte zwar auf nicht schuldig plÀdiert. Angesichts des vor Hunderten Augenzeugen begangenen Angriffs und Videoaufnahmen gab es aber keinen Zweifel daran, dass er die Tat begangen hat. Matars Verteidigung scheiterte damit, Zweifel daran zu sÀen, dass er einen vorsÀtzlichen Mord begehen wollte.

Rushdie war seinem AttentĂ€ter im Prozess bei seiner Zeugenaussage selbst gegenĂŒbergetreten. Der 77-JĂ€hrige schilderte, wie er den dramatischen Vorfall im August 2022 erlebte. «Mir war ganz klar, dass ich sterbe», sagte Rushdie. «Und das war mein vorherrschender Gedanke.»

Ihm seien zunĂ€chst die dunklen und wilden Augen des herannahenden Angreifers aufgefallen, erzĂ€hlte Rushdie. Im Gerichtssaal vermied es der auf der Anklagebank sitzende TĂ€ter Matar, sein Opfer anzuschauen. Er selbst verweigerte die Aussage. Ein weiterer Prozess auf Bundesebene in Verbindung mit Terror-VorwĂŒrfen dĂŒrfte sich US-Medien zufolge eingĂ€ngiger mit der Suche nach Matars Motiv befassen.

Rushdie verarbeitet Tat in neuem Buch

Der Literat («Mitternachtskinder») verarbeitete den Vorfall in seinem im April 2024 veröffentlichten Buch «Knife: Gedanken nach einem Mordversuch». Schon lange vorher hatte er um sein Leben fĂŒrchten mĂŒssen: 1989 hatte der damalige iranische RevolutionsfĂŒhrer Ajatollah Khomeini wegen des als blasphemisch empfundenen Romans «Die satanischen Verse» zur Ermordung des Autors aufgerufen. Der Anklage zufolge war dies auch der Grund fĂŒr Matars Tat. Der AttentĂ€ter wohnte bis dahin im Bundesstaat New Jersey.

Vor Gericht erzÀhlte Rushdie weiter, er habe zuerst gedacht, er werde geschlagen. Doch dann habe er bemerkt, dass «sehr viel Blut auf meine Kleidung floss». Immer wieder stach der TÀter in der Folge auf ihn ein - in die Wange, den Hals und sein rechtes Auge. «Sehr schmerzhaft und gefÀhrlich» sei das gewesen, schilderte der Autor. «Danach habe ich vor Schmerzen geschrien.»

Er zeige den Geschworenen im Prozess auch sein zerstörtes Auge. Die bleibenden Folgen seien nicht auf seine geminderte Sehkraft beschrĂ€nkt. Rushdie beklagte sich darĂŒber, nicht mehr so energisch und stark wie zuvor zu sein.

@ dpa.de