Vater, Gericht

Vater fordert vor Gericht RĂŒckkehr der Kinder

05.01.2024 - 16:54:56

Mehr als zwei Jahre leben zwei Kinder der Unternehmerin Christina Block bei ihrem Vater in DĂ€nemark. Dann werden sie in einer nĂ€chtlichen Gewaltaktion nach Hamburg geholt. Jetzt will der Vater die RĂŒckkehr per Gerichtsbeschluss erzwingen.

Im Sorgerechtsstreit um zwei Kinder der Hamburger Unternehmerin Christina Block (50) soll jetzt das Hanseatische Oberlandesgericht in Hamburg eine Entscheidung treffen. Der Vater habe am Mittwoch einen Eilantrag gestellt, teilte Gerichtssprecher Kai Wantzen am Freitag mit. Das Gericht solle demnach anordnen, dass die Kinder umgehend zu ihm nach DĂ€nemark zurĂŒckkehren.

Außerdem solle es durch eine einstweilige Anordnung dem Vater das alleinige Sorgerecht ĂŒbertragen und die Mutter zur Herausgabe der Kinder verpflichten. Eine Entscheidung des Gerichts liege noch nicht vor, hieß es. Der Antrag des Vaters stĂŒtze sich auf die internationale EilzustĂ€ndigkeit der Gerichte am tatsĂ€chlichen Aufenthaltsort der Kinder.

Kinder bei nÀchtlicher Aktion nach Hamburg geholt

Der Vater der beiden Kinder war in der Silvesternacht von Unbekannten in SĂŒddĂ€nemark ĂŒberfallen worden. Die TĂ€ter hatten dabei nach Angaben der dĂ€nischen Polizei den 10-jĂ€hrigen Jungen und das 13 Jahre alte MĂ€dchen in einem Auto mitgenommen. Es werde wegen Körperverletzung und Freiheitsberaubung ermittelt, hatte die dĂ€nische Polizei am Montag mitgeteilt.

Die Hamburger Polizei und Vertreter des Jugendamts hatten am Mittwochabend die Familie in Hamburg aufgesucht. «Wir konnten uns davon ĂŒberzeugen, dass die Kinder bei Frau Block sind und es ihnen augenscheinlich körperlich gut geht», hatte eine Polizeisprecherin am Donnerstag erklĂ€rt. Die Hamburger Staatsanwaltschaft wollte sich auch am Freitag nicht nĂ€her zu ihren Ermittlungen Ă€ußern.

Sorgerechtsstreit seit ĂŒber zwei Jahren vor Gericht

Die beiden Eltern streiten sich bereits seit mehr als zwei Jahren vor Gericht um das Sorgerecht. Im November 2022 hatte die Tochter des GrĂŒnders der Restaurantkette Block House, Eugen Block (83), dem «Hamburger Abendblatt» gesagt, die Kinder seien nach der Scheidung regelmĂ€ĂŸig bei ihrem Ex-Mann in DĂ€nemark zu Besuch gewesen. Ende August 2021 habe er die Kinder abgeholt und bei sich behalten.

Am 27. Oktober 2021 hatte das Hanseatische Oberlandesgericht das Aufenthaltsbestimmungsrecht auf die Mutter allein ĂŒbertragen, wie der Gerichtssprecher weiter mitteilte. Zugleich sei damals der Vater verpflichtet worden, die Kinder in die Obhut der Mutter zurĂŒckzugeben. Dabei habe es sich jedoch nur um eine einstweilige Anordnung gehandelt. Die vorlĂ€ufige Regelung sollte bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache gelten.

Hamburger Familiengericht erklĂ€rte sich fĂŒr unzustĂ€ndig

Dieses sogenannte Hauptsacheverfahren sei noch nicht abgeschlossen. In erster Instanz habe das Familiengericht am 17. Oktober 2023 die SorgerechtsantrĂ€ge beider Eltern zurĂŒckgewiesen, sagte Wantzen. Zur BegrĂŒndung hieß es, die deutschen Gerichte seien wegen des inzwischen verfestigten Lebensmittelpunktes der Kinder in DĂ€nemark nicht mehr international zustĂ€ndig. Gegen diese Entscheidung sei Beschwerde eingelegt worden, ĂŒber die noch nicht entschieden wurde.

@ dpa.de