Dauereinsatz, Hochwassergebieten

Dauereinsatz in den Hochwassergebieten

30.12.2023 - 20:00:04

Mehrere Regionen in Deutschland sind ĂŒberschwemmt. Die Lage bleibt kritisch. Der Kanzler will wohl bald ein betroffenes Gebiet besuchen.

  • SandsĂ€cke liegen auf einem durchweichten Deich vor evakuierten WohnhĂ€usern in Lilienthal bei Bremen. - Foto: Focke Strangmann/dpa

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  • Ehrenamtliche EinsatzkrĂ€fte vom THW und der DLRG befestigen einen Deich in Niedersachsen. - Foto: Philipp Schulze/dpa

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  • Blick auf die teilweise unter Wasser stehende Altstadt von Verden an der Aller. In weiten Teilen Niedersachsens bleibt die Hochwasserlage angespannt. - Foto: -/dpa

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  • SandsĂ€cke ligen am Fluss Burlage-Langholter Tief, einem Nebenfluss der Leda. Dort hat sich die Lage momentan etwas entspannt. - Foto: Lars Penning/dpa

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  • In der Nacht zu Samstag wurde fĂŒr die Gemeinde Winsen/Aller und die Stadt Celle wegen vermutet steigender PegelstĂ€nde vor möglichen AusfĂ€llen der Energieversorgung und des Mobilfunks gewarnt. - Foto: Michael Matthey/dpa

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  • In Minden (Nordrhein-Westfalen) ist die Weser ĂŒber die Ufer getreten, - Foto: Friso Gentsch/dpa

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  • SandsĂ€cke und Bigbacks liegen bereit, um mit einem Hubschrauber an die Hunte (Oldenburg/Niederschsen) gebracht zu werden. - Foto: Jörn HĂŒneke/xoyo/dpa

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SandsĂ€cke liegen auf einem durchweichten Deich vor evakuierten WohnhĂ€usern in Lilienthal bei Bremen. - Foto: Focke Strangmann/dpaEhrenamtliche EinsatzkrĂ€fte vom THW und der DLRG befestigen einen Deich in Niedersachsen. - Foto: Philipp Schulze/dpaBlick auf die teilweise unter Wasser stehende Altstadt von Verden an der Aller. In weiten Teilen Niedersachsens bleibt die Hochwasserlage angespannt. - Foto: -/dpaSandsĂ€cke ligen am Fluss Burlage-Langholter Tief, einem Nebenfluss der Leda. Dort hat sich die Lage momentan etwas entspannt. - Foto: Lars Penning/dpaIn der Nacht zu Samstag wurde fĂŒr die Gemeinde Winsen/Aller und die Stadt Celle wegen vermutet steigender PegelstĂ€nde vor möglichen AusfĂ€llen der Energieversorgung und des Mobilfunks gewarnt. - Foto: Michael Matthey/dpaIn Minden (Nordrhein-Westfalen) ist die Weser ĂŒber die Ufer getreten, - Foto: Friso Gentsch/dpaSandsĂ€cke und Bigbacks liegen bereit, um mit einem Hubschrauber an die Hunte (Oldenburg/Niederschsen) gebracht zu werden. - Foto: Jörn HĂŒneke/xoyo/dpa

In den Hochwassergebieten in Deutschland bleibt die Lage weiter angespannt. Betroffen sind vor allem Teile Niedersachsens, der SĂŒden Sachsen-Anhalts an der Grenze zu ThĂŒringen und Gebiete in Nordrhein-Westfalen. Am Samstag zeichnete sich allerdings in Niedersachsen mancherorts eine leichte Entspannung ab.

Unterdessen plant Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) einem «Bild»-Bericht zufolge einen Besuch in den Flutgebieten, um Helfern zu danken und SolidaritÀt zu zeigen. Behörden beklagten, dass auch immer mehr Schaulustige zum Hochwasser reisten.

Nach Informationen der «Bild» will Scholz den Betroffenen zeigen, dass die Regierung sie in dieser schweren Lage nicht alleine lasse, hieß es auf dem Portal von «Bild». Der genaue Zeitpunkt und Ort des Besuchs seien noch geheim. «Im Kanzleramt bereiten sie aber einen sehr baldigen Helikopterflug in die Flutgebiete vor», hieß es in dem Artikel. Dazu gab es zunĂ€chst keine offizielle BestĂ€tigung.

Die meisten EinsĂ€tze gab es am Samstag in Niedersachsen, wo in weiten Teilen des Landes Hochwasserwarnungen galten. Nach Tagen im Dauereinsatz konnten Helfer an einigen Orten etwas durchatmen. Etwa der Landkreis Celle sowie die Stadt Meppen sprachen von leicht sinkenden PegelstĂ€nden. Weiterhin sei aber die höchste Meldestufe an den Pegeln ĂŒberschritten, so dass unverĂ€ndert grĂ¶ĂŸere Überschwemmungen drohten, hieß es vom Landkreis Celle.

In der Stadt Oldenburg wird eine mögliche Evakuierung vorbereitet. Die Deiche seien unverĂ€ndert einem hohen Druck ausgesetzt, teilte die Stadt mit. PegelstĂ€nde wĂŒrden höchstens marginal sinken. Die Bundespolizei unterstĂŒtzt dort die Deichsicherung.

Im Serengeti-Park im niedersĂ€chsischen Hodenhagen entspannte sich die kritische Hochwasserlage inzwischen leicht. Pumpen auf dem GelĂ€nde hĂ€tten es geschafft, große Wassermengen hinter den Deich Richtung Meiße zu drĂŒcken, sagte eine Sprecherin des Freizeitparks nördlich von Hannover. Weite Teile des GelĂ€ndes sind nach Parkangaben aber nach wie vor ĂŒberflutet und teilweise gar nicht zu erreichen. In dem Park leben unter anderem Löwen, Nashörner, Tiger und Elefanten.

Menschen versuchen in evakuierte HĂ€user zurĂŒckzukehren

In der Gemeinde Winsen/Aller seien evakuierte Bewohner mehrfach zu ihren HĂ€usern zurĂŒckgekehrt, teilte der Landkreis Celle weiter mit. Die Feuerwehr habe die Menschen zurĂŒckgeholt. Auch in der Gemeinde Lilienthal in der NĂ€he von Bremen dauern die Evakuierungen an. Rund 500 Menschen seien in den betroffenen Gebieten gemeldet, sagte eine Gemeindesprecherin. Wann sie zurĂŒck könnten, sei noch nicht absehbar.

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) sagte dem «Spiegel», die Polizei habe wegen vieler Schaulustiger ihre Kontrollen in den Sperrgebieten verstÀrkt. «TatsÀchlich gibt es sogar Sichtungen von Kite-Surfern, die in Hochwasser-Gebieten unterwegs sind.» Das sei lebensgefÀhrlich. «Ich kann vor so einem lebensgefÀhrlichen Unsinn nur warnen.»

Zahlreiche PegelstĂ€nde sind weiterhin ĂŒber der höchsten Meldestufe, wie es in einem Lagebericht des Landesbetriebs fĂŒr Wasserwirtschaft, KĂŒsten- und Naturschutz (NLWKN) hieß. Der am Freitag im Harz gefallene Regen sorge dafĂŒr, dass die WasserstĂ€nde in den OberlĂ€ufen der Leine und Oker sowie in deren ZuflĂŒssen wieder anstiegen. Mehrere PegelstĂ€nde hĂ€tten jedoch bereits ihren Scheitel erreicht und wĂŒrden wieder sinken.

Steigende WasserstÀnde in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt stiegen die WasserstĂ€nde in einigen FlĂŒssen durch Regen wieder an. Die schauerartigen NiederschlĂ€ge seien stĂ€rker ausgefallen als zunĂ€chst prognostiziert, teilte der Landesbetrieb fĂŒr Hochwasserschutz (LHW) mit. Weil die Böden bereits gesĂ€ttigt seien, habe dies in einigen Bereichen zu ansteigenden WasserstĂ€nden gefĂŒhrt.

Im SĂŒden Sachsen-Anhalts blieb die Lage an der Helme weiter angespannt. RegenfĂ€lle fĂŒhrten zu einem weiteren Anstieg der Talsperre Kelbra an der Grenze zu ThĂŒringen, so dass der Abfluss daraus erhöht wurde. Der Wasserstand im Fluss Helme steigt dadurch an. Die Lage werde immer kritischer, sagte der BĂŒrgermeister der Gemeinde SĂŒdharz, Peter Koh.

In einer Ortschaft im thĂŒringischen KyffhĂ€userkreis stellten Helfer am Samstag mit Entsetzen fest, dass Unbekannte auf einer LĂ€nge von 40 Metern SandsĂ€cke aus den SchutzwĂ€llen entlang der Helme gestohlen haben. Auf 20 Metern sei der Schutzwall bei Mönchpfiffel-Nikolausrieth vollstĂ€ndig abgetragen worden, so das Landratsamt. Das Landratsamt will Strafanzeige stellen.

In NRW sinkende PegelstÀnde

In den Hochwasserregionen Nordrhein-Westfalens können die Menschen ein wenig durchatmen. «Insgesamt ist der Trend bei den PegelstĂ€nden rĂŒcklĂ€ufig», sagte ein Sprecher des Umweltministeriums NRW. Zahlreiche Landkreise appellierten erneut, Deiche nicht zu betreten, da diese aufgeweicht seien und beschĂ€digt werden könnten.

@ dpa.de