Messerangriff, Schule in Polen

Messerangriff in polnischer Schule: Hausmeisterin getötet, 15-Jähriger überwältigt

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 11:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei einem Messerangriff in einer Schule im polnischen Leszczydol-Nowiny ist eine 37 Jahre alte Hausmeisterin gestorben. Zwei weitere Menschen wurden verletzt, der 15-jährige mutmaßliche Täter wurde überwältigt und festgenommen.

Bei einem Angriff in einer Schule in Polen ist eine Frau getötet worden. (Symbolbild) - Bild: Doris Heimann/dpa
Bei einem Angriff in einer Schule in Polen ist eine Frau getötet worden. (Symbolbild) - Bild: Doris Heimann/dpa

Bei einem Angriff in einer Schule im polnischen Leszczydol-Nowiny ist eine 37 Jahre alte Hausmeisterin getötet worden, zwei weitere Menschen wurden verletzt.

Angreifer war ehemaliger Schüler

Der 15-jährige Angreifer betrat am Morgen die Schule und attackierte nach Angaben der örtlichen Polizei die Hausmeisterin und eine Lehrerin. Polizisten überwältigten den Jugendlichen; Innenminister Marcin Kierwinski teilte mit, dass es sich um einen ehemaligen Schüler der Schule handle.

Der Schuldirektor hörte den Lärm und kam aus seinem Büro, um den Angreifer außer Gefecht zu setzen. Dabei wurde auch er verletzt.

Hausmeisterin stirbt trotz Reanimationsversuchen

Rettungskräfte versuchten, die Frau noch am Tatort wiederzubeleben. Sie erlag jedoch ihren Verletzungen. Der Ort Leszczydol-Nowiny liegt etwa 70 Kilometer nordöstlich von Warschau.

Zweiter Angriff binnen kurzer Zeit

Der Vorfall ist bereits der zweite schwere Angriff an einer polnischen Schule innerhalb kurzer Zeit. Am Mittwoch wurden bei einer Messerattacke an einer Berufsschule in Ostroleka, knapp 100 Kilometer nördlich von Warschau, neun Menschen verletzt, zwei davon schwer. Der mutmaßliche Täter, ein 19-Jähriger, wurde festgenommen.

Ministerpräsident Donald Tusk berief wegen der erneuten Gewalt den Innenminister sowie die Chefs von Polizei und Geheimdienst zu einer dringenden Sondersitzung ein.

Zweite Attacke binnen kurzer Zeit

Der tödliche Angriff in Leszczydol-Nowiny folgt auf eine Messerattacke an einer Berufsschule in Ostroleka, bei der am Vortag neun Menschen verletzt wurden. Damit stehen innerhalb kurzer Zeit zwei Schulen im Nordosten Polens im Mittelpunkt schwerer Gewalttaten. Die Fälle sind nach den vorliegenden Angaben getrennt zu betrachten; ein Zusammenhang zwischen den Taten ist nicht festgestellt.

Die Ereignisse erhöhen den politischen Druck auf die Sicherheitsbehörden. Dass Ministerpräsident Donald Tusk den Innenminister sowie die Spitzen von Polizei und Geheimdienst zu einer Sondersitzung zusammenruft, zeigt die über den einzelnen Tatort hinausgehende Bedeutung. Im Zentrum dürften Fragen zum Schutz von Schulen, zur Reaktion auf Hinweise und zum Umgang mit gewaltbereiten Jugendlichen stehen.

Sicherheitsgefühl und Schutzmaßnahmen

Für Schüler, Eltern und Beschäftigte bedeutet der Vorfall vor allem eine akute Verunsicherung. Schulen sind grundsätzlich Orte des Lernens und des sozialen Miteinanders; Messerangriffe können deshalb weitreichende Folgen für den Schulalltag haben, auch wenn sie lokal begrenzt bleiben. Entscheidend sind nun die Ermittlungen zum Motiv, zur Vorgeschichte des ehemaligen Schülers und dazu, wie der Angriff trotz bestehender Sicherheitsabläufe möglich war.

Aus den beiden Fällen lassen sich noch keine belastbaren Aussagen über eine landesweite Entwicklung ableiten. Die politische Debatte dürfte sich dennoch auf Prävention, den Zugang zu Hilfsangeboten und die Zusammenarbeit von Schulen, Polizei und Jugendhilfe konzentrieren. Für die betroffene Gemeinde stehen zunächst die Versorgung der Verletzten, die Betreuung von Schülerinnen und Schülern sowie die Aufarbeitung der Tat im Vordergrund.

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