Messerangriff Polen, Schule Leszczydol-Nowiny

Messerangriff in Schule in Polen: Hausmeisterin getötet – Polizei prüft Social-Media-Challenge

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 14:21 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei einem Messerangriff in einer Schule im polnischen Leszczydol-Nowiny ist eine 37 Jahre alte Hausmeisterin gestorben. Die Polizei prüft, ob eine Challenge in sozialen Netzwerken Jugendliche zu solchen Taten anstacheln könnte.

  • Rettungskräfte und Polizei im Einsatz vor der Grundschule in Polen, wo bei einer Messerattacke eine Frau ums Leben kam.  - Bild: Marcin Obara/PAP/dpa
    Rettungskräfte und Polizei im Einsatz vor der Grundschule in Polen, wo bei einer Messerattacke eine Frau ums Leben kam. - Bild: Marcin Obara/PAP/dpa
  • Rettungskräfte und Polizei im Einsatz vor der Grundschule in Polen, wo bei einer Messerattacke eine Frau ums Leben kam.  - Bild: Marcin Obara/PAP/dpa
    Rettungskräfte und Polizei im Einsatz vor der Grundschule in Polen, wo bei einer Messerattacke eine Frau ums Leben kam. - Bild: Marcin Obara/PAP/dpa
Rettungskräfte und Polizei im Einsatz vor der Grundschule in Polen, wo bei einer Messerattacke eine Frau ums Leben kam.  - Bild: Marcin Obara/PAP/dpa Rettungskräfte und Polizei im Einsatz vor der Grundschule in Polen, wo bei einer Messerattacke eine Frau ums Leben kam.  - Bild: Marcin Obara/PAP/dpa

Bei einem Angriff in einer Schule im polnischen Leszczydol-Nowiny ist eine 37 Jahre alte Hausmeisterin getötet worden, zwei weitere Menschen wurden verletzt.

15-Jähriger überwältigt

Der 15-jährige Angreifer wurde von Polizisten überwältigt, wie Innenminister Marcin Kierwinski sagte. Er war demnach früher Schüler der Grundschule in dem rund 70 Kilometer nordöstlich von Warschau gelegenen Ort.

Der Jugendliche betrat die Schule am Morgen und griff nach Angaben einer örtlichen Polizeisprecherin eine Hausmeisterin und eine Lehrerin an. Der Schuldirektor hörte den Lärm, kam aus seinem Büro und setzte den Angreifer außer Gefecht; dabei wurde auch er verletzt.

Hausmeisterin stirbt trotz Reanimation

Rettungskräfte versuchten, die Frau noch am Tatort wiederzubeleben. Sie erlag jedoch ihren Verletzungen. Die Lehrerin und der Schuldirektor wurden verletzt.

Kamera am Helm

Regierungschef Donald Tusk sagte, der Angreifer habe einen Helm mit einer daran befestigten Kamera getragen. Er habe die Messerattacke filmen wollen.

Die Abteilung für Cyberkriminalität prüft nach Angaben einer Polizeisprecherin, ob es in sozialen Netzwerken eine Challenge gibt, die Jugendliche zu Angriffen dieser Art animiert.

Zweiter Vorfall binnen kurzer Zeit

In Polen ist dies bereits der zweite Messerangriff an einer Schule innerhalb kurzer Zeit. Erst am Mittwoch wurden bei einer Attacke an einer Berufsschule in Ostroleka knapp 100 Kilometer nördlich von Warschau neun Menschen verletzt, zwei davon schwer. Der mutmaßliche 19-jährige Täter wurde festgenommen.

Zwei schwere Angriffe binnen kurzer Zeit

Der Angriff in Leszczydol-Nowiny fällt in eine ungewöhnliche Häufung schwerer Messerattacken an Schulen in derselben Region. Bereits am Vortag wurden bei einem Angriff an einer Berufsschule in Ostroleka neun Menschen verletzt, darunter Schüler, Lehrkräfte und Passanten. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen; die Ermittlungen zu seinem Motiv dauern an.

Die räumliche Nähe der Tatorte erhöht den Druck auf polnische Sicherheitsbehörden und Schulen. Im Mittelpunkt stehen neben der Strafverfolgung auch Fragen des Zugangsschutzes, der Krisenkommunikation und der psychologischen Betreuung von Betroffenen. Nach dem Angriff in Ostroleka blieb das Berufsschulzentrum zunächst geschlossen; die Stadt kündigte Unterstützung für Schüler und Lehrer an.

Prüfung möglicher Online-Dynamiken

Die von der Polizei angekündigte Prüfung sozialer Netzwerke richtet den Blick auf sogenannte Challenges, bei denen Jugendliche zu gefährlichen oder gewalttätigen Handlungen angestiftet werden könnten. Ein Zusammenhang mit dem Angriff ist damit nicht festgestellt. Für Behörden ist jedoch relevant, ob Tatplanung, Nachahmung oder die Verbreitung von Aufnahmen über digitale Plattformen eine Rolle gespielt haben.

Für Eltern, Schulen und Jugendliche bedeutet die Entwicklung, Warnsignale und einschlägige Inhalte frühzeitig zu melden, ohne Gerüchte weiterzuverbreiten. Entscheidend bleiben belastbare Ermittlungsergebnisse: Sie müssen klären, wie der 15-Jährige in die Schule gelangte, welches Motiv vorlag und ob digitale Inhalte die Tat beeinflussten.

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