Messerangriff in Schule in Polen: Hausmeisterin getötet – Polizei prüft Social-Media-Challenge
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 14:21 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBei einem Angriff in einer Schule im polnischen Leszczydol-Nowiny ist eine 37 Jahre alte Hausmeisterin getötet worden, zwei weitere Menschen wurden verletzt.
15-Jähriger überwältigt
Der 15-jährige Angreifer wurde von Polizisten überwältigt, wie Innenminister Marcin Kierwinski sagte. Er war demnach früher Schüler der Grundschule in dem rund 70 Kilometer nordöstlich von Warschau gelegenen Ort.
Der Jugendliche betrat die Schule am Morgen und griff nach Angaben einer örtlichen Polizeisprecherin eine Hausmeisterin und eine Lehrerin an. Der Schuldirektor hörte den Lärm, kam aus seinem Büro und setzte den Angreifer außer Gefecht; dabei wurde auch er verletzt.
Hausmeisterin stirbt trotz Reanimation
Rettungskräfte versuchten, die Frau noch am Tatort wiederzubeleben. Sie erlag jedoch ihren Verletzungen. Die Lehrerin und der Schuldirektor wurden verletzt.
Kamera am Helm
Regierungschef Donald Tusk sagte, der Angreifer habe einen Helm mit einer daran befestigten Kamera getragen. Er habe die Messerattacke filmen wollen.
Die Abteilung für Cyberkriminalität prüft nach Angaben einer Polizeisprecherin, ob es in sozialen Netzwerken eine Challenge gibt, die Jugendliche zu Angriffen dieser Art animiert.
Zweiter Vorfall binnen kurzer Zeit
In Polen ist dies bereits der zweite Messerangriff an einer Schule innerhalb kurzer Zeit. Erst am Mittwoch wurden bei einer Attacke an einer Berufsschule in Ostroleka knapp 100 Kilometer nördlich von Warschau neun Menschen verletzt, zwei davon schwer. Der mutmaßliche 19-jährige Täter wurde festgenommen.
Zwei schwere Angriffe binnen kurzer Zeit
Der Angriff in Leszczydol-Nowiny fällt in eine ungewöhnliche Häufung schwerer Messerattacken an Schulen in derselben Region. Bereits am Vortag wurden bei einem Angriff an einer Berufsschule in Ostroleka neun Menschen verletzt, darunter Schüler, Lehrkräfte und Passanten. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen; die Ermittlungen zu seinem Motiv dauern an.
Die räumliche Nähe der Tatorte erhöht den Druck auf polnische Sicherheitsbehörden und Schulen. Im Mittelpunkt stehen neben der Strafverfolgung auch Fragen des Zugangsschutzes, der Krisenkommunikation und der psychologischen Betreuung von Betroffenen. Nach dem Angriff in Ostroleka blieb das Berufsschulzentrum zunächst geschlossen; die Stadt kündigte Unterstützung für Schüler und Lehrer an.
Prüfung möglicher Online-Dynamiken
Die von der Polizei angekündigte Prüfung sozialer Netzwerke richtet den Blick auf sogenannte Challenges, bei denen Jugendliche zu gefährlichen oder gewalttätigen Handlungen angestiftet werden könnten. Ein Zusammenhang mit dem Angriff ist damit nicht festgestellt. Für Behörden ist jedoch relevant, ob Tatplanung, Nachahmung oder die Verbreitung von Aufnahmen über digitale Plattformen eine Rolle gespielt haben.
Für Eltern, Schulen und Jugendliche bedeutet die Entwicklung, Warnsignale und einschlägige Inhalte frühzeitig zu melden, ohne Gerüchte weiterzuverbreiten. Entscheidend bleiben belastbare Ermittlungsergebnisse: Sie müssen klären, wie der 15-Jährige in die Schule gelangte, welches Motiv vorlag und ob digitale Inhalte die Tat beeinflussten.
