Michelangelo, Michelangelus

Michelangelo: Handschrift wird als digitale Schriftart für Microsoft 365 verfügbar

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 16:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Handschrift Michelangelos wird zur digitalen Schriftart: «Michelangelus» soll kostenlos verfügbar sein und Ende des Jahres in Microsoft 365 integriert werden. Grundlage sind Originaldokumente des Renaissance-Künstlers.

Michelangelo (1475-1564) ist eng mit dem Vatikan verbunden. Papst Julius II. beauftragte ihn 1508 mit der Ausmalung der Decke der Sixtinischen Kapelle. Später übernahm Michelangelo die architektonische Leitung des Petersdoms. (Archivfoto) - Bild: Marijan Murat/dpa
Michelangelo (1475-1564) ist eng mit dem Vatikan verbunden. Papst Julius II. beauftragte ihn 1508 mit der Ausmalung der Decke der Sixtinischen Kapelle. Später übernahm Michelangelo die architektonische Leitung des Petersdoms. (Archivfoto) - Bild: Marijan Murat/dpa

Die charakteristische Handschrift Michelangelos wird als digitale Schriftart «Michelangelus» für Computer und Microsoft 365 umgesetzt.

Aus Originaldokumenten entwickelt

Entwickelt wurde die Schrift im Auftrag der Dombauhütte des Petersdoms in Rom von einem Designstudio. Nach Angaben des Vatikans soll sie Teil der Microsoft-365-Office-Schriftsammlung werden und kostenlos genutzt werden können.

Als Vorlage dienten Originaldokumente des Renaissance-Künstlers. Die Designer wollten seine Schrift nicht direkt kopieren, sondern analysierten Proportionen, Rhythmus und Formen der Schriftzüge und übertrugen sie in ein modernes, gut lesbares Alphabet.

Vier Varianten und 500 Zeichen

«Michelangelus» umfasst 500 Zeichen und soll in vier Varianten angeboten werden: normal, kursiv, fett sowie fett-kursiv. Nach Angaben von Microsoft Design soll die Schriftart auch zum Herunterladen bereitgestellt werden.

Bezug zum Petersdom

Die Mitteilung des Vatikans beschreibt in Michelangelos Handschrift eine «starke Spannung zwischen Energie und Kontrolle». Erkennbar sei sie unter anderem an der Dichte der Formen, dem Wechsel zwischen Beschleunigungen und Pausen im Schreibfluss, der Stärke der Linien sowie dem Verhältnis von Kurven und Winkeln.

Michelangelo (1475–1564) war eng mit dem Vatikan verbunden. Papst Julius II. beauftragte ihn 1508 mit der Ausmalung der Decke der Sixtinischen Kapelle. Später übernahm Michelangelo die architektonische Leitung des Petersdoms und entwarf die Grundzüge der Kuppel, die nach seinem Tod von anderen Baumeistern vollendet wurde. Auch die «Pietà» befindet sich im Petersdom.

Verfügbarkeit im Jahresverlauf

Über Microsoft 365 soll «Michelangelus» nach Angaben von Microsoft Design erst Ende des Jahres verfügbar sein. Dann soll die Schrift unter anderem in Word, PowerPoint und Excel verwendet werden können.

Zwischen Kunstgeschichte und Alltagstechnik

Die Schriftart überträgt nicht einfach einzelne historische Buchstaben in ein digitales Alphabet. Sie folgt vielmehr einem gestalterischen Prinzip: Aus der Analyse von Proportionen, Rhythmus, Strichstärke und Leerraum entsteht eine moderne Schrift, die an Michelangelos Schreiben erinnert und zugleich auf Lesbarkeit ausgelegt ist. Damit wird ein persönliches Arbeitszeugnis des Künstlers in ein Werkzeug für heutige Büro- und Gestaltungssysteme übersetzt.

Der Schritt steht in einer langen Tradition, historische Handschriften mithilfe digitaler Verfahren zugänglich zu machen. Anders als bei einer bloßen Archiv-Digitalisierung entsteht hier jedoch ein nutzbares Designprodukt. Die vier Varianten und der Umfang von 500 Zeichen sollen die Schrift für unterschiedliche Dokumente und Präsentationen einsetzbar machen.

Bedeutung für Vatikan und Nutzer

Für die Dombauhütte des Petersdoms verbindet das Projekt die Geschichte des Bauwerks mit zeitgenössischer Kommunikation. Michelangelos Tätigkeit als Architekt des Petersdoms und seine Werke im Vatikan liefern den historischen Bezug. Für Nutzer liegt der praktische Wert vor allem im kostenlosen Zugang und in der geplanten Integration in Microsoft 365.

Die Veröffentlichung kann außerdem Aufmerksamkeit für die Originaldokumente lenken, auf denen die Gestaltung beruht. Sie ersetzt deren kunsthistorische Betrachtung nicht, macht aber sichtbar, wie stark Handschrift durch Tempo, Ordnung und Material geprägt ist. Sobald die Schrift Ende des Jahres in Word, PowerPoint und Excel verfügbar sein soll, dürfte sie vor allem für kulturelle, pädagogische und repräsentative Inhalte interessant werden.

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