Immer mehr Feuer auf Hawaii unter Kontrolle
14.08.2023 - 09:03:42Auf Maui steigt die Zahl der Toten nach den verheerenden Wald- und BuschbrÀnden im US-Bundesstaat Hawaii weiter an - gleichzeitig wird die Kritik an den Behörden immer lauter. Die Behörden im Bezirk Maui meldeten am Sonntagabend (Ortszeit) 96 Tote.
Das besonders desaströse Feuer rund um die Kleinstadt Lahaina im Westen der Insel sei inzwischen zu 85 Prozent eingedĂ€mmt, im Landesinneren Mauis sei rund um Kula das Feuer zu 100 Prozent unter Kontrolle und die Löscharbeiten schritten voran, hieĂ es weiter. «Das ist die gröĂte Naturkatastrophe in unserer Geschichte», sagte Hawaiis Gouverneur Josh Green am Sonntag und warnte erneut, dass die Zahl der Toten weiter steigen dĂŒrfte.
Keine Warnungen vor dem Feuer
Die Feuer sind laut US-Medien die schlimmsten WaldbrĂ€nde in der Geschichte der USA seit mindestens 100 Jahren. SchĂ€tzungen gehen von mehr als 5,5 Milliarden Dollar (5,0 Milliarden Euro) fĂŒr den Wiederaufbau Mauis aus. Kritik hatte es daran gegeben, dass auf Maui zu Beginn keine Warnsirenen zum Einsatz gekommen sein sollen. Die Rettungsarbeiten wurden zusĂ€tzlich dadurch erschwert, dass Lahaina im Norden und SĂŒden jeweils nur ĂŒber eine groĂe ZufahrtsstraĂe erreichbar ist. Kritisiert wird auĂerdem, dass der zustĂ€ndige Energieversorger die Stromversorgung nicht rechtzeitig gekappt habe. Herabfallende Stromkabel hĂ€tten weitere BrĂ€nde verursacht.
Die Ăberlebende Emilie Jorns-Frisque sagte dem US-Sender CNN, dass sie keine Warnsirenen gehört habe. Auch Warnungen per SMS habe sie nicht empfangen können, weil es auf weiten Teilen der Insel kein Netz gegeben habe. «Niemand hatte eine Ahnung, was los war», beschrieb sie die Lage bei Ausbruch der Feuer. Auf ihrer Flucht hĂ€tte sie schlieĂlich mit dem Auto im Stau gestanden, umgeben von heftigem Wind und schwarzem Rauch. «Es gab fast so etwas in der Art wie Feuertornados und TrĂŒmmertornados, und dann brachen ĂŒberall kleine BrĂ€nde aus.» Die Feuerwehrfrau Tasha Pagdilao sprach im GesprĂ€ch mit dem Sender von einer «Apokalypse».
Hunderte Menschen in NotunterkĂŒnften
Die Kleinstadt Lahaina mit vor dem UnglĂŒck 13.00 Einwohnern hat es besonders hart getroffen, viele StraĂenzĂŒge dort sehen aus wie in einem Kriegsgebiet. In Schulen und KrankenhĂ€usern wurden Notunterbringungen fĂŒr Hunderte Betroffene eingerichtet. «Ich verstehe, warum es Ărger gibt, weil wir in einem Zustand von Schock und Verlust sind», sagte Hawaiis Senatorin Mazie Hirono am Sonntag auf CNN. «Soweit ich sehen kann, sind die Behörden da.»
Neben den Feuern im Westen Mauis waren in weiteren Regionen der Insel sowie auf der benachbarten Insel Hawaii Anfang der vergangenen Woche BrÀnde ausgebrochen, die sich wegen starker Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern schnell ausgebreitet hatten. Mit einer FlÀche von rund 1900 Quadratkilometern ist die hawaiianische Insel etwa halb so groà wie die spanische Urlaubsinsel Mallorca.









