Warnung vor FÀlschungen des Diabetesmittels «Ozempic»
06.10.2023 - 12:50:07MutmaĂliche FĂ€lschungen des Diabetesmedikaments «Ozempic» beschĂ€ftigen Behörden und Staatsanwaltschaft. Aufgrund von Hinweisen seien mit UnterstĂŒtzung der Polizei Kontrollen durchgefĂŒhrt worden, teilte das RegierungsprĂ€sidium Freiburg mit. Dabei habe sich der Verdacht erhĂ€rtet, dass es sich um gefĂ€lschte PrĂ€parate handelt. «Es wurde Ware sichergestellt und die Staatsanwaltschaft Lörrach informiert.»
Bereits am Donnerstagabend hatte das RegierungsprĂ€sidium mitgeteilt, dass von den FĂ€lschungen mit hoher Wahrscheinlichkeit «erhebliche Gesundheitsgefahren» ausgehen. Es sei nicht auszuschlieĂen, dass sich mehrere gefĂ€lschte Packungen in Deutschland im Vertrieb befĂ€nden. Sichergestellte PrĂ€parate wĂŒrden derzeit analysiert, Ergebnisse sollen in den kommenden Tagen vorliegen. Die Zweigstelle Lörrach der Staatsanwaltschaft Freiburg teilte auf Anfrage mit, dass «aufgrund der laufenden Ermittlungen derzeit keine weiteren Angaben gemacht werden können».
Promi-Abnehmmittel
«Ozempic» ist ein auf dem Wirkstoff Semaglutid basierendes PrĂ€parat des Herstellers Novo Nordisk. Es ist in Deutschland als Diabetes-Medikament zugelassen. Der Wirkstoff kann aber auch als Abnehmmittel insbesondere bei stark ĂŒbergewichtigen Menschen eingesetzt werden. In Deutschland können Ărzte zu diesem Zweck seit Sommer das Semaglutid-haltige Medikament «Wegovy» von Novo Nordisk verschreiben. Der Wirkstoff ist auch deshalb breiter bekannt, weil einige Promis damit abgenommen haben wollen.
Das RegierungsprĂ€sidium steht nach eigenen Angaben in engem Austausch unter anderem mit dem Bundesinstitut fĂŒr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), mit dem dĂ€nischen Hersteller Novo Nordisk sowie mit Arzneimittelbehörden in weiteren Staaten. Es lĂ€gen Hinweise vor, dass die Lieferkette auch diese LĂ€nder betreffe.
FĂ€lschungen sind leicht zu erkennen
Falls gefĂ€lschte Medikamente auftauchten, mĂŒssten diese in eine Apotheke gebracht werden. Die OriginalprĂ€parate des Herstellers Novo Nordisk seien nicht gefĂ€hrlich. Die Originale seien von den FĂ€lschungen optisch leicht zu unterscheiden, schreibt das RegierungsprĂ€sidium. «Ozempic» wird als Injektion unter die Haut gespritzt. Bei der Originalspritze ist der drehbare Ring im hinteren Bereich demnach hellblau. Bei der FĂ€lschung ist er grau. Der Injektionsknopf am Ende der Spritze ist bei der Originalspritze grau und bei der FĂ€lschung blau.
In Deutschland liegt die Ăberwachung des Arzneimittelverkehrs bei den jeweils zustĂ€ndigen Behörden der BundeslĂ€nder. Sie können fĂŒr deutschlandweit vertriebene FĂ€lschungen Warnungen aussprechen.


