Mann droht in ICE mit Anschlag - Zwölf Leichtverletzte
03.04.2026 - 01:14:11 | dpa.deInmitten der Oster-Reisewelle hat ein Mann in einem ICE in Nordrhein-Westfalen Polizeiangaben zufolge mit einem Anschlag gedroht und Böller explodieren lassen. Zwölf FahrgĂ€ste wurden leicht verletzt. Ein 20-JĂ€hriger warf in dem Zug auf dem Weg nach Frankfurt am Donnerstagabend laut Zeugenaussagen pyrotechnische GegenstĂ€nde, die mit Kunststoffkugeln gefĂŒllt waren, wie ein Sprecher der Polizei Siegburg der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Polizei rĂŒckte mit schwer bewaffneten Beamten an, der ICE 19 wurde gerĂ€umt. Die HintergrĂŒnde des Vorfalls sind noch unklar.
Die verletzten FahrgĂ€ste erlitten dem Sprecher zufolge unter anderem Knalltraumata. Eine Sprecherin der Bundespolizei sprach nach einer ersten LageeinschĂ€tzung auch von «leichten, oberflĂ€chlichen Hautverletzungen» bei Betroffenen. Die meisten FahrgĂ€ste in dem Zug kamen kurz vor Ostern aber mit dem Schrecken davon.Â
Messer im Rucksack
Der Mann habe mit einem Anschlag gedroht und ein Messer im Rucksack gehabt, sagt die Sprecherin der Bundespolizei. Details nannte sie nicht. Zu den Motiven des Mannes wird noch ermittelt. Zuvor hatten mehrere Medien ĂŒber den Vorfall berichtet.Â
«Um 20.55 Uhr wurden vermeintliche SchĂŒsse im Zug ICE 19 am Bahnhof Siegburg gemeldet», teilt eine Bahn-Sprecherin mit. Nach ersten Untersuchungen der Polizei habe sich herausgestellt, dass es sich bei den KnallgerĂ€uschen um gezĂŒndete Feuerwerkskörper gehandelt habe. Die Bundespolizei sprach von sogenannten Softair-Böllern. Um was es sich genau handelte, blieb wenige Stunden nach dem Vorfall noch unklar.
Polizei nimmt TatverdÀchtigen fest
Dem Sprecher der Siegburger Polizei zufolge hatte der TatverdĂ€chtige zunĂ€chst die Böller gezĂŒndet und sich dann auf eine Zugtoilette zurĂŒckgezogen. Dort habe ihn dann ein Fahrgast eingeschlossen, bis der Zug am Bahnhof eintraf. Der 20-JĂ€hrige sei dort von der Bundespolizei herausgezogen worden und nun im Gewahrsam der Siegburger Polizei, sagt der Sprecher. Der «Kölner Stadt-Anzeiger» schreibt von einer maskierten Person.Â
Insgesamt seien rund 150 FahrgÀste an Bord gewesen, die den Zug verlassen mussten und von der Feuerwehr versorgt wurden. Viele von ihnen sind den Angaben zufolge Urlaubsreisende und standen mit Koffern auf dem Bahnsteig. Der Zug werde vorsichtshalber komplett untersucht und bleibe so lange am Bahnsteig stehen, so der Sprecher.
Zugverkehr eingeschrÀnkt
Laut Bundespolizei war lediglich das betroffene Gleis gesperrt. FĂŒr andere Zugreisende zwischen Köln und Frankfurt blieb der Zwischenfall in der Nacht zum Karfreitag aber nicht ohne Folgen. «Die auf der Strecke befindlichen ZĂŒge des Fernverkehrs fahren zurĂŒck nach Frankfurt und fĂŒhren die Fahrt zum Zielort ĂŒber das Rheintal fort», sagt eine Bahnsprecherin.Â
Das bedeutet: Es komme dort zu VerspĂ€tungen von zwei bis drei Stunden. Andere FernverkehrszĂŒge werden laut Bahn umgeleitet, wodurch es zu Verzögerungen von bis zu 90 Minuten kommen könne.
Die Zugstrecke zwischen Hennef (Sieg) und Troisdorf war wegen des Polizeieinsatzes zwischenzeitlich gesperrt gewesen, wie aus dem Portal zuginfo.nrw hervorging. Betroffen gewesen seien Regionalexpress-ZĂŒge sowie Linien der S-Bahn Köln. Kurz nach Mitternacht hieĂ es, dass die Sperrung wieder aufgehoben sei.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

