NĂ€chtlicher Busunfall - viele Verletzte, unklare Ursache
04.07.2025 - 14:07:19Schuhe, Kopfhörer, GetrĂ€nke und weitere Habseligkeiten liegen am Vormittag in der Böschung neben der Autobahn 19 in Mecklenburg-Vorpommern. Daneben der schwerbeschĂ€digte Flixbus, der am Abend zuvor in Kopenhagen losgefahren war und nun von einem Kran aufgerichtet wurde.Â
Kurz nach Mittag hĂ€tte der Doppeldecker laut Flixbus in Wien ankommen sollen. In der Nacht zuvor war er demnach gegen 22.00 Uhr per FĂ€hre auf Fehmarn angekommen, bevor er Kurs auf Rostock und spĂ€ter Berlin nahm. Laut Polizei endete die Fahrt abrupt am frĂŒhen Morgen fĂŒr die 54 Passagiere und zwei Busfahrer.Â
Aus noch ungeklĂ€rter Ursache kam der Bus demnach gegen 2.40 Uhr bei Röbel rechts von der Fahrbahn ab und kippte um. Laut Polizei wurden 25 Menschen leicht und 6 schwer verletzt. Ein Fahrgast wurde eingeklemmt und erst nach zwei Stunden befreit. Er wurde laut Polizei fĂŒr eine Notoperation per Hubschrauber nach Berlin geflogen. Am Abend kam vorlĂ€ufige Entwarnung: Die Operation sei gut verlaufen und der Gesundheitszustand des Mannes stabil, teilte die Polizei auf Anfrage mit.Â
FahrgÀste mit vielen verschiedenen NationalitÀten
Die weiteren Verletzten wurden laut Polizei in umliegende KrankenhÀuser gebracht. Unverletzte Passagiere habe ein Bus der Mecklenburg-Vorpommerschen Verkehrsgesellschaft (MVVG) nach Röbel gebracht, sagte ein Sprecher des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Dort seien sie versorgt und teils von Angehörigen abgeholt worden. Einige traten demnach ihre Weiterreise selbst an. Flixbus organisierte zudem einen Ersatzbus, der Menschen samt GepÀck zum Zentralen Omnibusbahnhof nach Berlin bringen sollte.
In dem Bus saĂen nach Polizeiangaben Menschen mit 23 verschiedenen NationalitĂ€ten, etwa Deutsche, Schweden, DĂ€nen, Polen, Ukrainer, Franzosen, Italiener aber auch Syrer, Chinesen, Australier, Inder, Kanadier und Japaner. Dabei hĂ€tten viele auch ohne dĂ€nische NationalitĂ€t ihren Wohnsitz dort. Botschaften wĂŒrden in Kenntnis gesetzt.
Unfallursache noch unklar
Zur KlĂ€rung der Unfallursache wurde ein Dekra-SachverstĂ€ndiger hinzugezogen. AuĂerdem sollten Vernehmungen der FahrgĂ€ste und Busfahrer dabei helfen. DafĂŒr mĂŒssen laut Polizei aber teils Dolmetscher organisiert werden, etwa weil die Busfahrer Georgier sind. Der Bus sollte laut Polizei auf das GelĂ€nde eines Abschleppunternehmens gebracht werden und sei fĂŒr weitere Ermittlungen beschlagnahmt. Der Schaden wurde auf 500.000 Euro geschĂ€tzt, einschlieĂlich etwaiger SchĂ€den an der Autobahn.
Laut Flixbus machte der Bus vorliegenden Daten zufolge zuletzt 1.45 Uhr eine Pause. Das Fahrzeug stamme aus dem Baujahr 2025. Der Fahrer verfĂŒge ĂŒber langjĂ€hrige Fahrpraxis. «Wir stehen in engem Austausch mit der Polizei und den zustĂ€ndigen Behörden vor Ort, um die Ursache des Unfalls schnell und umfassend aufzuklĂ€ren.» Sobald gesicherte Informationen zum Unfallhergang vorlĂ€gen, werde das Unternehmen diese transparent und zeitnah kommunizieren.
Mecklenburg-Vorpommerns MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig (SPD) schrieb auf der Plattform X: «Schrecklich. Ich wĂŒnsche allen Verletzten gute Besserung. Vielen Dank allen EinsatzkrĂ€ften fĂŒr ihr schnelles Handeln.»
Im Laufe des Vormittags wurde der Bus unter anderem mit einem Kran geborgen. Nach stundenlanger Vollsperrung in Richtung Berlin wurde die Autobahn am frĂŒhen Nachmittag wieder freigegeben.
Flixbus-Unfall im Januar
Schon im Januar war auf der A11 im Nordosten Brandenburgs ein Flixbus auf dem Weg von Berlin nach Stettin von der Fahrbahn abgekommen und umgekippt. Die Polizei ging von einem witterungsbedingten Unfall aus. Zwei Menschen kamen damals ums Leben, elf weitere wurden verletzt.





