Witz, Trump-Attentat

Nach Witz ĂŒber Trump-Attentat: Freispruch fĂŒr El Hotzo

23.07.2025 - 10:48:35 | dpa.de

Mitten wÀhrend des US-Wahlkampfes schoss ein AttentÀter auf Donald Trump und traf ihn am Ohr. Ein Kommentar des Satirikers El Hotzo dazu hatte ein nun gerichtliches Nachspiel.

  • Richterin Wilms vor der Verhandlung. - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
    Richterin Wilms vor der Verhandlung. - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
  • Vor dem Amtsgericht: El Hotzo. - Foto: Malin Wunderlich/dpa
    Vor dem Amtsgericht: El Hotzo. - Foto: Malin Wunderlich/dpa
'.$caption.' '.$caption.'

Mitten in der Nacht riss der Satiriker Sebastian Hotz alias El Hotzo einen hĂ€mischen Witz ĂŒber das Attentat auf Donald Trump – gefolgt von einem Shitstorm in den Online-Medien, Dutzenden Strafanzeigen und einem Gerichtsprozess. Nun kann der populĂ€re Comedian aufatmen, denn das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hat den 29-JĂ€hrigen vom Vorwurf freigesprochen, mit seinen Posts auf der Plattform X vor einem Jahr den Mordversuch gebilligt und so den öffentlichen Frieden gestört zu haben. El Hotzo reagierte erleichtert und, wie zu erwarten, mit einem Witz auf das Urteil: «Ist jetzt over mit witzig», sagte er. Er werde nun wieder Betriebswirt.

Richterin Andrea Wilms stellte in ihrer UrteilsbegrĂŒndung fest, bei den umstrittenen Äußerungen El Hotzos handele es sich um «straflose Satire», auch wenn sie möglicherweise geschmacklos gewesen seien. «Man muss sich streiten können ĂŒber gute und schlechte Meinungen.» Auch die kontroversen Diskussionen fĂŒhrten nicht zu einer Strafbarkeit. Vielmehr seien diese wĂŒnschenswert in einer demokratischen Gesellschaft. 

«Milde» Geldstrafe von 6.000 Euro gefordert

Staatsanwalt Marc-Alexander Liebig hatte dagegen in seinem PlĂ€doyer eine «milde Geldstrafe» gefordert, in Höhe von 6000 Euro. «Auch Satiriker stehen nicht ĂŒber dem Gesetz», sagte er. Man dĂŒrfe in Deutschland vieles sagen, aber nicht alles. Die Posts fielen unter die sogenannte HasskriminalitĂ€t und seien unter anderem wegen ihrer Breitenwirkung - Hotz hat rund 740.000 Follower auf X - geeignet, den öffentlichen Frieden zu stören. Es werde so ein Klima geschaffen, in dem Angriffe auf staatliche FunktionstrĂ€ger gedeihen könnten. 

In seinem PlĂ€doyer verwies er auf die zahlreichen Angriffe auf Wahlhelfer, Lokalpolitiker und staatliche FunktionstrĂ€ger im vergangenen Jahr, gerade auch vor den Landtagswahlen in ThĂŒringen, Sachsen und Brandenburg. Nach EinschĂ€tzung des Staatsanwalts waren die Posts auch nicht kĂŒnstlerisch-satirisch gemeint, sondern eher eine privat geĂ€ußerte Meinung.

BeitrÀge schon nach etwa 15 Minuten gelöscht

Worum ging es? Vor einem Jahr hatte in Pennsylvania ein AttentÀter auf Trump geschossen und ihn am rechten Ohr getroffen. Ein Besucher kam ums Leben, zwei weitere wurden verletzt. Der TÀter wurde von SicherheitskrÀften getötet. In einem Post verglich Hotz Trump mit dem «letzten Bus» und kommentierte: «Leider knapp verpasst.» ErgÀnzend schrieb der 29-JÀhrige: «Ich finde es absolut fantastisch, wenn Faschisten sterben.»

Die umstrittenen BeitrÀge löschte Hotz nach eigenen Angaben schon etwa 15 Minuten spÀter, doch brach ein Shitstorm in den Online-Medien los, und es gab etliche Strafanzeigen gegen ihn. Eine unmittelbare Konsequenz war, dass der öffentlich-rechtliche ARD-Sender Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) die Zusammenarbeit mit Hotz beim Jugendsender Fritz beendete.

«Ein bisschen unseriöser» als viele Kollegen

Hotz selbst sagte zu seiner Verteidigung, er sei als Satiriker «ein bisschen unseriöser» als viele seiner Kollegen. Wenn ein Satiriker sich Ă€ußere, sei dies als Witz zu verstehen. «Das Spiel mit der Provokation macht meinen Beruf aus.» In Deutschland gebe es sehr viel schlechten Humor und sehr viele Faschisten, stellte El Hotzo fest. Seine Aufgabe als Satiriker sei es, sich dagegen zu wehren. Es sei vor diesem Hintergrund wichtig, dass hierzulande auch geschmacklose und schlechte Witze geschĂŒtzt seien. Ein Witz bleibe ein Witz. 

Seine AnwĂ€ltin Carolin LĂŒtcke wies darauf hin, dass das Amtsgericht schon im MĂ€rz die Eröffnung des Hauptverfahrens «zutreffend abgelehnt» hatte, und zwar wegen des offensichtlichen Satire-Charakters der Äußerung. Dagegen hatte die Staatsanwaltschaft aber Beschwerde beim Landgericht eingelegt und so den Prozess erzwungen. LĂŒtcke sagte in ihrem PlĂ€doyer, keinesfalls handele es sich bei den X-Posts von Hotz um einen ernst gemeinten Aufruf zur Gewalt, sondern eindeutig um Satire.

Auch der damalige BundestagsvizeprÀsident Wolfgang Kubicki (FDP) hatte im Juli letzten Jahres El Hotzo scharf attackiert und rechtliche Konsequenzen gefordert. Zu dessen damaligem Post schrieb der Comedian nun: «Schlecht gealtert, sorry Herr Kubicki.»

Das Urteil ist nicht rechtskrÀftig. Die Staatsanwaltschaft kann gegen das Urteil Berufung zum Landgericht oder Revision zum Kammergericht einlegen.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
unterhaltung | 67805462 |