Oktoberfest München, Dominik Krause

Münchner Oktoberfest eröffnet: Dominik Krause setzt auf Gedenken und Hochsicherheits-Wiesn

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 12:47 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Neu-Oberbürgermeister Dominik Krause hat das 191. Münchner Oktoberfest mit dem traditionellen Fassanstich eröffnet und dabei einen neuen Gedenkmoment für die Opfer des Wiesn-Attentats eingeführt. Ein umfangreich nachgeschärftes Sicherheitskonzept mit KI-Technik und Drohnenabwehr soll gefährliche Überfüllung verhindern.

  • Oberbürgermeister Dominik Krause beim Anstich.  - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Oberbürgermeister Dominik Krause beim Anstich. - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Es geht los - das Oktoberfest ist eröffnet.  - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Es geht los - das Oktoberfest ist eröffnet. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Bis zum 4. Oktober dauert das Spektakel auf der Theresienwiese. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Bis zum 4. Oktober dauert das Spektakel auf der Theresienwiese. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Die Festzelte sind schon gut gefüllt. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Die Festzelte sind schon gut gefüllt. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Um kurz nach 9 Uhr öffnete das Festgelände. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Um kurz nach 9 Uhr öffnete das Festgelände. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Die Vorfreude war riesig. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Die Vorfreude war riesig. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Karin Baumüller-Söder, Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, Dominik Krause (Bündnis 90/ Die Grünen), Oberbürgermeister von München, und sein Partner Sebastian Müller stoßen auf eine friedliche Wiesn an. - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Karin Baumüller-Söder, Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, Dominik Krause (Bündnis 90/ Die Grünen), Oberbürgermeister von München, und sein Partner Sebastian Müller stoßen auf eine friedliche Wiesn an. - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Das Oktoberfest beginnt. - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Das Oktoberfest beginnt. - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Markus Söder (l.) und Dominik Krause haben das Oktoberfest eröffnet. - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Markus Söder (l.) und Dominik Krause haben das Oktoberfest eröffnet. - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Ab 12.00 Uhr wird Bier ausgeschenkt. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Ab 12.00 Uhr wird Bier ausgeschenkt. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Oberbürgermeister Dominik Krause beim Anstich.  - Bild: Sven Hoppe/dpa Es geht los - das Oktoberfest ist eröffnet.  - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Bis zum 4. Oktober dauert das Spektakel auf der Theresienwiese. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Die Festzelte sind schon gut gefüllt. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Um kurz nach 9 Uhr öffnete das Festgelände. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Die Vorfreude war riesig. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Karin Baumüller-Söder, Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, Dominik Krause (Bündnis 90/ Die Grünen), Oberbürgermeister von München, und sein Partner Sebastian Müller stoßen auf eine friedliche Wiesn an. - Bild: Sven Hoppe/dpa Das Oktoberfest beginnt. - Bild: Sven Hoppe/dpa Markus Söder (l.) und Dominik Krause haben das Oktoberfest eröffnet. - Bild: Sven Hoppe/dpa Ab 12.00 Uhr wird Bier ausgeschenkt. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Neu-Oberbürgermeister Dominik Krause hat das 191. Münchner Oktoberfest mit seiner Anstich-Premiere eröffnet und damit den Start für zwei festreiche Wochen auf der Theresienwiese gegeben.

Premiere für Krause beim Fassanstich

Der Grünen-Politiker zapfte im Schottenhamel-Festzelt mit zwei Schlägen das erste Fass Bier an und eröffnete das Volksfest mit dem traditionellen Ruf „O'zapft is“. Die erste Maß reichte Krause der Tradition folgend dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, während Böllerschüsse den Beginn der Wiesn markierten und beide auf eine friedliche Festzeit anstießen.

Zehntausende Besucherinnen und Besucher, die in den Zelten seit dem Morgen noch ohne Bier ausgeharrt hatten, bekamen kurz darauf ihre erste Maß. Unter den Gästen im Schottenhamelzelt waren zahlreiche Prominente, darunter FC-Bayern-Profi Joshua Kimmich, Moderator Florian Silbereisen, DJ Ötzi, das Schlager-Duo Marianne und Michael, die frühere Grünen-Chefin Ricarda Lang, Franz Herzog von Bayern sowie der Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, Lahav Shani.

Neuer Gedenkstopp für die Opfer von 1980

Für seine erste Wiesn als Oberbürgermeister brachte Krause eine Änderung beim traditionellen Einzug der Wiesnwirte und Brauereien auf das Festgelände mit. Seine Kutsche hielt am Haupteingang zu einem kurzen Gedenken an die Opfer des Oktoberfest-Attentats von 1980. Damals hatte am Abend des 26. September eine Bombe am Eingang des Festgeländes zwölf Besucherinnen und Besucher getötet und rund 200 Menschen verletzt; auch der rechtsextreme Täter Gundolf Köhler kam ums Leben.

Ministerpräsident Söder nutzte die Minuten vor dem Anstich, um für München als deutsche Bewerberstadt für Olympische Spiele zu werben. Er äußerte den Wunsch, die Wiesn im kommenden Jahr als Fest mit München als „definitiver Olympiastadt“ zu feiern. Die Anstich-Premiere von Krause bezeichnete Söder als sehr professionell und lobte dessen Auftritt ausdrücklich.

Start bei sonnigem Volksfestwetter

Zum Auftakt herrschte mildes, sonniges Volksfestwetter. Viele Besucherinnen und Besucher zogen schon am Morgen, meist in Dirndl und Lederhose, Richtung Theresienwiese. Unter blauem Himmel und bei angenehmen Temperaturen galten die Bedingungen als nahezu ideal für den Start der Wiesn.

Der Sanitätsdienst meldete bereits vor dem offiziellen Fassanstich erste Einsätze. Nach Angaben der Aicher Ambulanz wurden bis zum Mittag rund 50 Patientinnen und Patienten versorgt. Einige Gäste hatten schon in den frühen Morgenstunden im Dunkeln an den Zäunen rund um das Festgelände ausgeharrt, um beim Einlass schnell zu den Zelten zu gelangen.

Kontrollierter Einlass und Besucherströme

Als die Eingänge kurz nach 9.00 Uhr geöffnet wurden, strömten viele Besucherinnen und Besucher im Laufschritt zu den Bierzelten, um gute Plätze zu sichern. Sicherheitskräfte stoppten den Andrang jedoch immer wieder, sodass die Gäste nur schrittweise auf das Gelände gelassen wurden und der Zustrom kontrolliert blieb.

Hintergrund ist ein nachgeschärftes Sicherheitskonzept, das nach gefährlichen Situationen infolge der Überfüllung am zweiten Wiesn-Samstag des Vorjahres überarbeitet wurde. Eine neue Koordinierungsstelle für Sicherheitskräfte und Stadt auf dem Festgelände beobachtet nun die Besucherströme und soll sie bei Bedarf gezielt steuern.

KI-Kameras, Crowdspotter und Drohnenabwehr

Mehr als 50 Kameras mit KI-Unterstützung sollen frühzeitig gefährliche Menschenansammlungen erkennen. Zusätzlich ist an stark besuchten Tagen ein sogenannter Crowdspotter im Einsatz, der die Besucherbewegungen im Blick hat und bei Bedarf Durchsagen an die Gäste veranlasst.

Rund 600 Polizeibeamte sowie zahlreiche Ordner der Stadt München und der Festwirte sichern das Umfeld des Volksfests. Die Polizei sieht sich nach eigenen Angaben auch angesichts jüngster Drohnen-Vorfälle gut gerüstet und erhält Unterstützung von einem neuen Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum.

Strenge Kontrollen an den Eingängen

Für den Zutritt zum Festgelände gelten klare Sicherheitsregeln. An den Eingängen werden Einlasskontrollen durchgeführt, Messer und andere gefährliche Gegenstände sind verboten. Für Messer gilt eine besondere Verbotszone rund um das Oktoberfest, um das Risiko von Gewaltdelikten zu reduzieren.

Tradition trifft Premiere auf der Wiesn

Mit dem Anstich durch Oberbürgermeister Dominik Krause beginnt nicht nur das 191. Münchner Oktoberfest, sondern auch eine neue politische Etappe für das Volksfest. Erstmals eröffnet ein Grünen-Politiker die Wiesn, während mit Markus Söder ein CSU-Ministerpräsident an seiner Seite steht. Diese Konstellation unterstreicht, dass das Oktoberfest weit über Parteigrenzen hinaus als identitätsstiftendes Ereignis für Stadt und Freistaat gilt.

Der von Krause veranlasste Stopp der OB-Kutsche am Denkmal für die Opfer des Attentats von 1980 fügt der Eröffnungszeremonie einen bewusst nachdenklichen Moment hinzu. Das kurze Gedenken verankert die Freude über den Feststart in der Erinnerung an die Gewalttat und die zwölf Todesopfer. Damit rückt der Umgang mit rechtsextremem Terror und historischer Verantwortung stärker in den Mittelpunkt des Auftakts, ohne den Charakter des Volksfestes zu verändern.

Hochsicherheits-Wiesn mit neuer Technik

Die deutlich ausgebaute Sicherheitsarchitektur mit KI-gestützten Kameras, einer zentralen Koordinierungsstelle und einem Crowdspotter ist eine direkte Reaktion auf die Überfüllungssituation des Vorjahres. Ergänzt wird dies durch massive Polizeipräsenz, Ordner der Stadt und der Wirte sowie strenge Einlasskontrollen und Verbotszonen für Messer. Für Besucher bedeutet das: mehr Lenkung und Kontrollen, aber zugleich den Versuch, Gedränge und Gefahrensituationen frühzeitig zu verhindern.

Olympia-Bewerbung und wirtschaftliche Bedeutung

Wenn Markus Söder die Minuten vor dem Anstich nutzt, um für München als Olympiastadt zu werben, zeigt sich die strategische Rolle der Wiesn. Das Fest dient als Schaufenster für internationale Gäste und als Bühne, auf der sich Stadt und Freistaat als leistungsfähiger Veranstaltungsort präsentieren. Zugleich bleibt das Oktoberfest ein zentraler Wirtschaftsfaktor für Gastronomie, Hotellerie und Verkehrsbetriebe. Für die Münchnerinnen und Münchner ist der Start der Wiesn damit traditionell Beginn einer intensiven Festzeit – und in diesem Jahr auch ein Testlauf dafür, wie Technik und Sicherheit das Erlebnis eines Massenereignisses verändern.

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