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Ermittler decken mutmaßlichen Betrug mit Scheinehen auf

21.10.2025 - 11:46:38

Nach auffĂ€lligen AntrĂ€gen bei der AuslĂ€nderbehörde haben bayerische Ermittler zahlreiche mutmaßliche Scheinehen aufgedeckt. Nun wollen sie die HintermĂ€nner finden.

Bayerische Ermittler haben zahlreiche mutmaßliche Scheinehen aufgedeckt. Bei Durchsuchungen in der zweiten Oktoberwoche in NĂŒrnberg, Bamberg, Berlin und Essen hat die Polizei 30 Mobiltelefone sowie zahlreiche schriftliche Unterlagen sichergestellt, wie das PolizeiprĂ€sidium Mittelfranken mitteilte.

Die Ermittlungen kamen in Gang, nachdem die AuslĂ€nderbehörde in NĂŒrnberg seit Mitte 2025 vermehrt AntrĂ€ge von nigerianischen Staatsangehörigen fĂŒr eine Aufenthaltskarte fĂŒr die EU bemerkt hatte. Diese seien mit Eheschließungen mit ungarischen Staatsangehörigen begrĂŒndet worden.

Ungarische Frauen und MĂ€nner fĂŒr Scheinehen rekrutiert

Ermittlungen ergaben jedoch, dass die Eheleute nicht in NĂŒrnberg wohnen und auch keine Lebensgemeinschaft fĂŒhren. Ermittler gehen derzeit davon aus, dass ungarische Staatsangehörige fĂŒr eine Scheinehe rekrutiert wurden. Die Eheschließungen sollen in StandesĂ€mtern in Rom und Athen stattgefunden haben. Die ungarischen Ehepartner sollen sich anschließend lediglich fĂŒr BehördengĂ€nge in Deutschland aufgehalten haben. 

Bei den 13 Wohnungsdurchsuchungen der angeblichen Eheleute waren den Angaben zufolge 92 Polizeibeamte, zehn Mitarbeiter der AuslĂ€nderbehörde sowie sieben Angehörige der Staatsanwaltschaft NĂŒrnberg-FĂŒrth beteiligt.

In den Wohnungen fanden Ermittler nur die nigerianischen Staatsangehörigen an. Zudem trafen sie auf zwei Personen ohne gĂŒltige Aufenthaltserlaubnis. Gegen sie wird gesondert ermittelt.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von einem systematischen Betrug mit Scheinehen aus und konzentrieren sich nun darauf, die HintermÀnner zu finden.

@ dpa.de