Frankreich, KriminalitÀt

VerdÀchtige gestehen nach Louvre-Einbruch teilweise

29.10.2025 - 18:24:53

Nach dem Einbruch im Louvre gestehen zwei VerdĂ€chtige teilweise. Die wertvollen Juwelen bleiben verschwunden – Ermittler hoffen weiter auf ihre RĂŒckkehr.

  • Die Pariser StaatsanwĂ€ltin Beccuau setzt darauf, die Beute des Louvre-Einbruchs zurĂŒckzufinden. - Foto: Stephane De Sakutin/AFP/dpa

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  • Die zwei weiteren Beteiligten des Einbruchs in den Louvre konnten noch nicht gefasst werden (Archivbild). - Foto: Christophe Ena/AP/dpa

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  • Von der Beute fehlt nach dem Einbruch in den Louvre noch jede Spur (Archivbild). - Foto: Dimitar Dilkoff/AFP/dpa

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Die Pariser StaatsanwĂ€ltin Beccuau setzt darauf, die Beute des Louvre-Einbruchs zurĂŒckzufinden. - Foto: Stephane De Sakutin/AFP/dpaDie zwei weiteren Beteiligten des Einbruchs in den Louvre konnten noch nicht gefasst werden (Archivbild). - Foto: Christophe Ena/AP/dpaVon der Beute fehlt nach dem Einbruch in den Louvre noch jede Spur (Archivbild). - Foto: Dimitar Dilkoff/AFP/dpa

Die nach dem spektakulĂ€ren Einbruch in den Pariser Louvre festgenommenen beiden TatverdĂ€chtigen haben teilweise gestanden. Die 34 und 39 Jahre alten MĂ€nner wurden dem Ermittlungsrichter vorgefĂŒhrt, sagte die Pariser StaatsanwĂ€ltin Laure Beccuau. Beide seien wegen schweren DiebstĂ€hlen justizbekannt. Die Hoffnung sei, dass die MĂ€nner möglicherweise weitere Aussagen machten.

Wie am Abend bekannt wurde, kamen beide MĂ€nner in Untersuchungshaft. Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen RaubĂŒberfalls in organisierter Bande und der Bildung einer kriminellen Vereinigung eingeleitet.

Von den gestohlenen Juwelen im geschĂ€tzten Wert von 88 Millionen Euro fehle im Moment weiter jede Spur. «Ich möchte die Hoffnung bewahren, dass sie gefunden werden und an das Louvre-Museum und die Nation zurĂŒckgegeben werden können», sagte Beccuau bei einer Pressekonferenz im Pariser Justizpalast.

StaatsanwÀltin appelliert an TÀter

«Diese Juwelen sind nun unverkĂ€uflich. Wer sie kaufen wĂŒrde, wĂŒrde sich der Hehlerei schuldig machen», sagte die StaatsanwĂ€ltin. «Es ist noch Zeit, sie zurĂŒckzugeben.» Möglicherweise hörten ihr die noch nicht gefassten TĂ€ter ja zu. GestĂŒtzt auf Bilder der VideoĂŒberwachung gingen die Ermittler von vier direkt beteiligten TĂ€tern aus. Es sei aber gut möglich, dass es eine «breitere Ebene mit einem Auftraggeber oder sogar den potenziellen EmpfĂ€ngern» gebe.

Die StaatsanwÀltin betonte, dass bislang nichts darauf hindeutet, dass Museumspersonal den Einbrechern geholfen haben könne. «Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass die TÀter von Komplizen innerhalb des Museums profitiert hÀtten.»

Der dreiste Raubzug der TĂ€ter am 19. Oktober hatte international Schlagzeilen gemacht. Die Maskierten hatten einen mit einer HebebĂŒhne ausgestatteten Lkw neben dem Museum geparkt. WĂ€hrend zwei der TĂ€ter auf Motorrollern an der Straße warteten, gelangten die anderen beiden mit der HebebĂŒhne auf einen Balkon im ersten Stock und von dort durch ein Fenster in das Museum.

TÀter flohen mit Juwelen auf MotorrÀdern

Die Diebe flohen auf den Motorrollern mit acht kostbaren SchmuckstĂŒcken frĂŒherer Königinnen und Kaiserinnen - darunter mit Edelsteinen ĂŒbersĂ€te Diademe, Halsketten, Ohrringe und Broschen. Die mit Smaragden und Hunderten Diamanten verzierte Krone der Kaiserin EugĂ©nie (1826-1920) gehörte ebenfalls zur Beute, wurde allerdings spĂ€ter in der NĂ€he des Louvre beschĂ€digt gefunden - offenbar hatten die TĂ€ter sie bei der Flucht verloren.

In einer gemeinsamen Stellungnahme sprachen das französische Innen- und Kulturministerium von SchmuckstĂŒcken, die ĂŒber ihren Marktwert hinaus «einen unschĂ€tzbaren kulturellen und historischen Wert» hĂ€tten.

Bereits am 25. Oktober wurden zwei MĂ€nner festgenommen. Einer der TatverdĂ€chtigen wurde laut Pariser StaatsanwĂ€ltin Laure Beccuau am Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle aufgehalten, der zweite VerdĂ€chtige wurde in der Region Paris festgenommen. Gegen sie wird wegen bandenmĂ€ĂŸigen Diebstahls ermittelt. 

Sicherheitsprobleme im Louvre waren bekannt

Nach dem spektakulĂ€ren Diebstahl im Pariser Louvre stellte Frankreich die Sicherheit der Museen im ganzen Land auf den PrĂŒfstand. Innenminister Laurent Nuñez wies die Polizeichefs an, die Sicherheitsvorkehrungen rund um Museen und KulturstĂ€tten zu ĂŒberprĂŒfen. Beim Louvre hatte es mehrfach Warnungen vor Sicherheitsproblemen gegeben. 

Dass die Einbrecher derart einfach in den Louvre gelangen konnten, sorgte fĂŒr KopfschĂŒtteln und Verwunderung. Das Pariser Kulturministerium begegnete der Kritik und betonte, die Alarmanlagen am Außenfenster der Apollon-Galerie sowie an den beiden betroffenen Vitrinen hĂ€tten funktioniert. Außerdem hĂ€tten die Museumsmitarbeiter zum Zeitpunkt des Blitzeinbruchs sofort eingegriffen. Die fĂŒnf BeschĂ€ftigten hĂ€tten die TĂ€ter in die Flucht geschlagen, die einen Teil ihrer AusrĂŒstung zurĂŒckließen.

Noch offen ist, wo die Beute der Einbrecher geblieben ist. Experten befĂŒrchten, dass Komplizen der RĂ€uber die Diamanten und Edelsteine aus den SchmuckstĂŒcken gelöst haben könnten, um sie einzeln zu verkaufen.

@ dpa.de