Nach Erdbeben: Leichengeruch breitet sich in Myanmar aus
31.03.2025 - 05:12:47Drei Tage nach dem schweren Erdbeben von Myanmar mit Auswirkungen auf das benachbarte Thailand dauern die Rettungs- und Sucharbeiten in beiden LĂ€ndern an. Vor allem im Krisenland Myanmar, wo eine brutale MilitĂ€rjunta regiert und der Informationsfluss schwierig ist, ist die Situation unĂŒbersichtlich. Am Morgen gab es im Staatsfernsehen zunĂ€chst keine neuen Zahlen zu Todesopfern und Vermissten.
Zuletzt hatte die MilitĂ€rregierung von 1.700 Toten, rund 3.400 Verletzten und 300 Vermissten gesprochen. Das Beben vom Freitag, dessen Epizentrum nahe der zweitgröĂten Stadt Mandalay im Zentrum des frĂŒheren Birma lag, hatte eine StĂ€rke von 7,7.
Keine internationalen Medien zugelassen
Die Hilfsorganisation Save the Children berichtete, dass viele Familien aus Angst vor Nachbeben in Klöstern und auf FuĂballfeldern Zuflucht gesucht hĂ€tten. Zahlreiche beschĂ€digte StraĂen und die unterbrochenen Kommunikationsleitungen erschwerten derweil die HilfsmaĂnahmen. Gleichzeitig habe die Junta, die sich Anfang 2021 an die Macht geputscht hatte, internationalen Medien den Zugang zum Katastrophengebiet untersagt, schrieb die Nachrichtenagentur Mynamar Now unter Berufung auf den General General Zaw Min Htun.
Lokale Medien berichteten, dass in der besonders schwer betroffenen Region Sagaing Anwohner selbst nach Vermissten suchten, weil die RettungskrĂ€fte nicht zu ihnen durchkĂ€men. Nach Angaben des Nachrichtendienstes Mizzima News sind noch immer viele Menschen in eingestĂŒrzten Klöstern eingeschlossen. Gleichzeitig liege in dem Gebiet ein schlimmer Leichengeruch in der Luft, hieĂ es.Â
Zeit in Bangkok lÀuft aus
In Bangkok suchen RettungskrĂ€fte derweil in einem eingestĂŒrzten Rohbau weiter fieberhaft nach knapp 80 Vermissten. Die Teams sind mit Baggern und SpĂŒrhunden im Einsatz. Angehörige warteten verzweifelt vor dem Schuttberg, der von dem rund 30-stöckigen Hochhaus noch ĂŒbrig ist. Die 72 Stunden, die VerschĂŒttete normalerweise ohne Nahrung und Wasser auskommen können, sind bald erreicht.
Nach Angaben der Stadtverwaltung wurde zuletzt ein weiterer Toter aus den TrĂŒmmern geborgen. Damit liegt die Gesamttodeszahl in der thailĂ€ndischen Hauptstadt nun bei 18.Â
Beben auch nahe Tonga
Auch nahe dem Inselstaat Tonga im SĂŒdpazifik wurde ein schweres Erdbeben gemeldet. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die StĂ€rke der ErdstöĂe vom frĂŒhen Montagmorgen (Ortszeit) mit 7,0 an. Demnach lag das Zentrum 73 Kilometer von der Stadt Pangai entfernt in einer Tiefe von 29 Kilometern. Berichte ĂŒber SchĂ€den oder Verletzte gab es zunĂ€chst nicht. Der Sender Radio New Zealand schrieb, es habe sich um das heftigste Beben in Tonga seit zehn Jahren gehandelt. Zudem gab es mehrere starke Nachbeben. Eine ursprĂŒngliche Tsunami-Warnung wurde aber wieder aufgehoben.





