Festnahme nach Erpressung mit Gift in Hipp-Babynahrung
03.05.2026 - 11:23:03 | dpa.de
Im Fall der mit Rattengift versetzten Babykost des Herstellers Hipp ist in Ăsterreich ein VerdĂ€chtiger festgenommen worden. Wie ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag sagte, wurde der 39-JĂ€hrige am Vortag im Bundesland Salzburg gefasst. Er werde noch immer verhört und im Laufe des Tages in die Justizanstalt Eisenstadt im Osten Ăsterreichs ĂŒberstellt, hieĂ es. Nach einem möglichen weiteren Gift-GlĂ€schen wird weiterhin gesucht.
Die Polizei schwieg vorerst ĂŒber die IdentitĂ€t des Mannes - aus ermittlungstaktischen GrĂŒnden, wie es hieĂ. Ob und was er ausgesagt hat, blieb auch unklar. Es sei noch zu frĂŒh darĂŒber zu sprechen, ob der VerdĂ€chtige allein gehandelt habe, antwortete der Polizeisprecher auf eine Frage der dpa.
Untersuchungshaft beantragt
Der 39-JĂ€hrige wurde von der Polizei mit UnterstĂŒtzung des österreichischen Bundeskriminalamtes festgenommen. Die Staatsanwaltschaft hat Untersuchungshaft fĂŒr den VerdĂ€chtigen beantragt.
Mit Rattengift in Babynahrung wurde versucht, den Babykosthersteller aus dem bayerischen Pfaffenhofen an der Ilm zu erpressen. In Ăsterreich, Tschechien und der Slowakei wurden laut Polizei insgesamt fĂŒnf manipulierte BabynahrungsglĂ€ser mit Rattengift entdeckt. Eines davon tauchte in einem Supermarkt in der NĂ€he von Eisenstadt im Bundesland Burgenland auf. Nach einem zweiten möglicherweise vergifteten Glas wird in Ăsterreich weiterhin gesucht. Das deutsche Sortiment war nach Angaben von Hipp nicht betroffen.Â
In dem in Ăsterreich sichergestellten 190-Gramm-GlĂ€schen «Karotten mit Kartoffeln» fanden die Ermittler insgesamt 15 Mikrogramm Rattengift - welcher Art das Gift war, wurde bis jetzt nicht bekannt. Fachleute untersuchen, wie gefĂ€hrlich die Substanz in der gefundenen Dosis war. Das Ergebnis liegt noch nicht vor.
Nicht zum ersten Mal Babynahrung das ZielÂ
«Hipp ist Opfer einer Erpressung», hatte das Unternehmen im oberbayerischen Pfaffenhofen an der Ilm am 20. April mitgeteilt. Das Unternehmen schrieb auf seiner Homepage: «Unmittelbar nach Kenntnisnahme haben wir sofort die zustÀndige Polizei und Behörden informiert und einen internen Krisenstab eingerichtet.»
Die Erpresser-Mail war aber schon Ende MĂ€rz bei Hipp eingetroffen, wie GeschĂ€ftsfĂŒhrer Stefan Hipp der österreichischen Zeitung «Die Presse» sagte. Allerdings sei das Schreiben in einem Sammelpostfach gelandet, das nur alle zwei bis drei Wochen kontrolliert werde.
Mehrfach waren in der Vergangenheit namhafte Unternehmen Ziel von Erpressungsversuchen mit vergifteten Lebensmitteln geworden. Nicht zum ersten Mal war Babynahrung das Ziel.
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