Spanien, Deutschland

Hantavirus bei Kreuzfahrt: Passagiere reisen in HeimatlÀnder

Veröffentlicht am: 09.05.2026 um 18:36 Uhr | dpa.de

Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf der «Hondius» sind RĂŒckflĂŒge fĂŒr deutsche und andere europĂ€ische Passagiere geplant. Nun ist bekannt, wie es fĂŒr sie nach Ankunft auf Teneriffa weitergehen soll.

  • Das Kreuzfahrtschiff «Hondius» fuhr am Mittwochabend von Kap Verde los in Richtung Kanarische Inseln. (Archivbild) - Bild: Arilson Almeida/AP/dpa
    Das Kreuzfahrtschiff «Hondius» fuhr am Mittwochabend von Kap Verde los in Richtung Kanarische Inseln. (Archivbild) - Bild: Arilson Almeida/AP/dpa
  • Das Kreuzfahrtschiff soll Sonntagmorgen Teneriffa erreichen.  - Bild: -/AP/dpa
    Das Kreuzfahrtschiff soll Sonntagmorgen Teneriffa erreichen. - Bild: -/AP/dpa
  • Im Hafen von Granadilla auf Teneriffa sollen Passagiere und ein Teil der Besatzung die «Hondius» verlassen können, um in ihre HeimatlĂ€nder geflogen zu werden. - Bild: Manu Fernandez/AP/dpa
    Im Hafen von Granadilla auf Teneriffa sollen Passagiere und ein Teil der Besatzung die «Hondius» verlassen können, um in ihre HeimatlÀnder geflogen zu werden. - Bild: Manu Fernandez/AP/dpa
Das Kreuzfahrtschiff «Hondius» fuhr am Mittwochabend von Kap Verde los in Richtung Kanarische Inseln. (Archivbild) - Bild: Arilson Almeida/AP/dpa Das Kreuzfahrtschiff soll Sonntagmorgen Teneriffa erreichen.  - Bild: -/AP/dpa Im Hafen von Granadilla auf Teneriffa sollen Passagiere und ein Teil der Besatzung die «Hondius» verlassen können, um in ihre HeimatlÀnder geflogen zu werden. - Bild: Manu Fernandez/AP/dpa

Die Heimreise der deutschen und der anderen europĂ€ischen Passagiere des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs «Hondius» von Teneriffa aus ist nach Angaben des spanischen Innenministers gesichert. «Ich kann bestĂ€tigen, dass die RĂŒckfĂŒhrungsflĂŒge nach Frankreich, Deutschland, Belgien, Irland und in die Niederlande bereits geplant sind», sagte Fernando Grande-Marlaska bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gesundheitsministerin MĂłnica GarcĂ­a in Madrid.

Das Risiko fĂŒr die Menschen auf der Kanareninsel Teneriffa sei gering - zumal auf dem Kreuzfahrtschiff «Hondius» kein neuer Verdachtsfall aufgetreten sei, schrieb der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, in einer Veröffentlichung, mit der er sich direkt an die Bevölkerung von Teneriffa wandte.

Transport der Kreuzfahrtpassagiere in versiegelten Fahrzeugen

Die Passagiere werden laut Tedros im Industriehafen von Granadilla an Land gebracht, in versiegelten und eskortierten Fahrzeugen ĂŒber einen vollstĂ€ndig abgesperrten Korridor transportiert und direkt in ihre HerkunftslĂ€nder zurĂŒckgefĂŒhrt. «Sie werden keinen Kontakt zu ihnen haben – ebenso wenig wie Ihre Familien», schrieb Tedros der Bevölkerung Teneriffas.

Der WHO-Direktor versicherte erneut, dass es sich bei dem aufgetretenen Hantavirus nicht um ein mit Corona vergleichbares Virus handelt. «Das ist nicht ein neues Covid.»

Von deutschen Behörden gab es zunĂ€chst keine genauen Angaben zur RĂŒckfĂŒhrung. Auf dem Kreuzfahrtschiff sind Passagiere und Besatzungsmitglieder aus 23 LĂ€ndern.

Auch Deutsche an Bord des Schiffs

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums befindet sich an Bord des Schiffs eine mittlere einstellige Zahl von Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit. Das Wohnortprinzip regelt, welches Gesundheitsamt zustĂ€ndig ist. Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt in einer Handreichung fĂŒr den Öffentlichen Gesundheitsdienst, die Passagiere sollten sechs Wochen lang nach einer letzten möglichen Exposition in QuarantĂ€ne bleiben. Eine hĂ€usliche QuarantĂ€ne sei grundsĂ€tzlich möglich, hĂ€nge jedoch von diversen Faktoren ab.

Passagiere sollen nach Tagesanbruch abreisen

Die «Hondius» werde am Sonntagmorgen zwischen 4.00 und 6.00 Uhr Ortszeit (5.00 und 7.00 Uhr MESZ) vor dem Hafen von Granadilla im SĂŒden von Teneriffa erwartet, kĂŒndigte Spaniens Gesundheitsministerin GarcĂ­a an. Die Ausschiffung der Menschen werde aber erst bei Tageslicht beginnen.

An Bord wĂŒrden alle Passagiere auf Krankheitssymptome geprĂŒft. Als erste wĂŒrden voraussichtlich die 14 Spanier zum nahe gelegenen Flughafen Teneriffa SĂŒd gebracht, von wo sie mit einer MilitĂ€rmaschine nach Madrid geflogen werden sollen, um dort in einem Krankenhaus in QuarantĂ€ne zu gehen.

Erst wenn ein Flugzeug auf dem Flughafen startklar sei, wĂŒrden jeweils Angehörige derselben NationalitĂ€t mit einem kleinen Boot von dem dann vor Anker liegenden Kreuzfahrtschiff an Land gebracht und mit Bussen direkt auf das Rollfeld zu ihrer Maschine gefahren, erlĂ€uterte GarcĂ­a. Die Koffer mĂŒssten bis auf ein leichtes HandgepĂ€ck an Bord bleiben.

Schiff wird in den Niederlanden desinfiziert

Wenn die Ausschiffung abgeschlossen ist, solle die «Hondius» mit einer Restbesatzung ihre Fahrt in die Niederlande fortsetzen. Der Leichnam einer an Bord wÀhrend der Kreuzfahrt gestorbenen Deutschen werde nicht auf Teneriffa an Land gebracht. Die Desinfektion des Schiffs erfolge in Absprache mit den Niederlanden dort, betonte die spanische Gesundheitsministerin.

Die Planungen fĂŒr die Ankunft, inklusive Untersuchungen und QuarantĂ€ne-Prozeduren, wĂŒrden von verschiedenen Organisationen verantwortet, darunter seien die WHO, die EU sowie niederlĂ€ndische und spanische Gesundheitsbehörden, erlĂ€uterte GarcĂ­a. Sie bestĂ€tigte Angaben des Betreibers des Schiffs, wonach derzeit niemand auf der «Hondius» Symptome zeige.

Sechs bestÀtigte Hantavirus-FÀlle und zwei VerdachtsfÀlle

Das Schiff war am Mittwochabend von Kap Verde in Richtung der Kanarischen Inseln aufgebrochen. UrsprĂŒnglich hatte die «Hondius» ihre Reise Anfang April im SĂŒden Argentiniens begonnen.

Die WHO sprach in einem Update am spÀten Freitagabend von sechs bestÀtigten Hantavirus-FÀllen und zwei VerdachtsfÀllen. Drei dieser acht Personen sind gestorben. Bei ihnen handelt es sich um ein Àlteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine Frau aus Deutschland.

Argentinien: Ansteckung nicht in Feuerland

Wo sich die Menschen mit dem Virus infiziert haben, ist noch immer unklar. Nach EinschĂ€tzung der örtlichen Behörden in Argentinien liegt der Ursprung des Hantavirus-Ausbruchs auf dem Kreuzfahrtschiff nicht in der argentinischen Provinz Tierra del Fuego (Feuerland). «Die Wahrscheinlichkeit, dass die Ansteckung hier erfolgte, liegt praktisch bei null», sagte der Direktor fĂŒr Epidemiologie im Gesundheitsministerium der Provinz im Ă€ußersten SĂŒden des Landes, Juan Petrina.

Das niederlÀndische Paar, das an der Infektion starb, war nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Tierra del Fuego nach einer monatelangen Reise durch ganz Argentinien, Chile und Uruguay am 29. MÀrz in der Provinzhauptstadt Ushuaia eingetroffen und hatte sich am 1. April auf der «Hondius» eingeschifft. Bereits am 6. April hÀtten die beiden erste Symptome gezeigt, die Inkubationszeit des Hantavirus betrage allerdings mindestens zwei bis drei Wochen. «Diese Zeiten passen nicht zu einer Ansteckung in Tierra del Fuego», sagte Petrina.

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