Hantavirus: Vier Schiffspassagiere nach Deutschland gebracht
11.05.2026 - 04:42:11 | dpa.deDie vier in die Niederlande ausgeflogenen deutschen Passagiere des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs sind am spĂ€ten Abend von Eindhoven aus nach Deutschland gebracht worden. Eine BestĂ€tigung fĂŒr die geplante Ankunft des sogenannten Sonderisoliertransports in der mehr als 300 Kilometer entfernten Uniklinik Frankfurt gab es bis zum frĂŒhen Morgen nicht. Dort sollen die Passagiere zunĂ€chst weiter untersucht und beobachtet und anschlieĂend zur QuarantĂ€ne in die jeweiligen BundeslĂ€nder gebracht werden. Ăber die MaĂnahmen entscheiden die zustĂ€ndigen GesundheitsĂ€mter.
Am Sonntagnachmittag waren die Betroffenen per Evakuierungsflug von der Kanareninsel Teneriffa, wo die «Hondius» nach mehreren Wochen auf See angelegt hatte, nach Eindhoven in den Niederlanden gebracht worden. Neben NiederlÀndern und Deutschen befanden sich auch Belgier und Griechen an Bord des Schiffs. Alle waren ohne Symptome, wie das spanische Gesundheitsministerium vor dem Abflug mitteilte.
Vom militĂ€rischen Teil des Flughafens Eindhoven aus ging es fĂŒr die Passagiere in einem Fahrzeugkonvoi weiter nach Frankfurt. Der Transport sollte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von EinsatzkrĂ€ften der Feuerwehren Essen und Frankfurt organisiert und begleitet werden.
Einer der deutschen Passagiere soll in die Berliner CharitĂ© gebracht werden. Nach Angaben der zustĂ€ndigen Berliner Senatsverwaltung fĂŒr Gesundheit zeigt die Person bisher keine Symptome und kommt «aus der Region Berlin-Brandenburg». Eine symptomfreie deutsche Kontaktperson soll in Baden-WĂŒrttemberg in hĂ€usliche QuarantĂ€ne gehen. Das teilte das Sozial- und Gesundheitsministerium in Stuttgart am Abend mit.
Evakuierung unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen
Auf der «Hondius» waren zuletzt insgesamt 140 bis 150 ReisegÀste, Besatzungsmitglieder und begleitende Experten aus 23 LÀndern. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums war darunter eine mittlere einstellige Zahl von deutschen Staatsangehörigen. Nach Angaben des Schiffsbetreibers Oceanwide waren insgesamt sechs Deutsche an Bord.
Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wurden die Menschen von der im Hafen von Granadilla vor Anker liegenden «Hondius» zunĂ€chst in kleinen Gruppen an Land gebracht und anschlieĂend mit Bussen zum nahegelegenen Flughafen Tenerife Sur gefahren.
Nach jĂŒngsten Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es sechs bestĂ€tigte Hantavirus-FĂ€lle und zwei VerdachtsfĂ€lle. Drei dieser acht Personen starben: ein Ă€lteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine deutsche Frau. Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem niederlĂ€ndischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien angesteckt haben könnte.
«Hondius» fÀhrt weiter nach Rotterdam
Die «Hondius» soll nach Ausschiffung der Menschen mit einem Teil der Crew in Richtung Niederlande steuern, unter deren Flagge sie fĂ€hrt. Erst nach der Ankunft im Hafen Rotterdam soll die an Bord gestorbene Deutsche vom Schiff gebracht werden. Auch die Desinfektion des Schiffs wird in den Niederlanden erfolgen. Bis nach Rotterdam wird die «Hondius» rund fĂŒnf Tage unterwegs sein.
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