Ermittler hoffen nach Todesfahrt auf Antworten in Vernehmung
04.03.2025 - 11:43:54 | dpa.deDie anstehende Vernehmung des TĂ€ters soll nach der Todesfahrt von Mannheim Antworten auf zahlreiche noch offene Fragen bringen. Der 40 Jahre alte Mann aus Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz), gegen den wegen zweifachen Mordes und mehrfachen versuchten Mordes ermittelt wird, soll im Laufe des Tages unter anderem zu seinem Motiv und HintergrĂŒnden der Tat befragt werden.Â
Am Rosenmontag war er nach der Autoattacke in der Mannheimer Innenstadt zunĂ€chst verletzt in ein Krankenhaus gekommen. Bei seiner Festnahme soll er sich mit einer Schreckschusspistole in den Mund geschossen haben. Inzwischen ist der Deutsche in Polizeigewahrsam, er wird voraussichtlich noch heute zum Ermittlungsrichter gefĂŒhrt. Das Auto ist auf ihn zugelassen - nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist er der Halter des Fahrzeugs.Â
Die Ermittler sind ĂŒberzeugt, dass der Mann mit seinem Wagen und hoher Geschwindigkeit Hunderte Meter weit durch die Mannheimer FuĂgĂ€ngerzone gerast ist. Eine 83-jĂ€hrige Frau und ein 54-jĂ€hriger Mann kamen ums Leben. Elf Menschen wurden verletzt, mehrere von ihnen schwer.
Wohnung des VerdÀchtigen durchsucht
Bis in die spĂ€ten Abendstunden des Rosenmontags wurde die Wohnung des Festgenommenen in Ludwigshafen durchsucht. Nach dpa-Informationen wurden einige nicht nĂ€her erlĂ€uterte Dinge sichergestellt, die jetzt erst noch ausgewertet werden sollen.Â
Auch ein im Auto des Todesfahrers entdeckter Zettel beschĂ€ftigt die Ermittler. Darauf sind Skizzen zu erkennen und Notizen in etwas krakeliger Schrift, es sind kurze Schlagworte und mathematische Rechnungen mit Bleistift notiert zu Geschwindigkeit und Fahrt, auch die Wörter «Anhalteweg» sowie «links» und «rechts» sind zu lesen. Die Ermittler mĂŒssen jetzt prĂŒfen, inwieweit diese Aufzeichnungen relevant sind fĂŒr die AufklĂ€rung der Tat.Â
Notfallseelsorge ist am Ort
Am Tag danach suchen Menschen in der FuĂgĂ€ngerzone das GesprĂ€ch. Um Augenzeugen und anderen Betroffenen zu helfen, hat die Notfallseelsorge in der Innenstadt eine Anlaufstelle angebaut. GegenĂŒber des Wasserturms, unweit des Tatorts, steht bis 17.00 Uhr ein Team bereit, wie Isabel GĂŒrel von der Notfallseelsorge Mannheim sagte. Kollegen und Kolleginnen aus Ludwigshafen und Heilbronn unterstĂŒtzten die Mannheimer.Â
«Wir gehen davon aus, dass viele kommen werden, weil gestern viele schnell nach Hause gegangen sind», sagte GĂŒrel. Ein besonderes Augenmerk wollen die Helferinnen und Helfer auf Mitarbeitende der GeschĂ€fte entlang der FuĂgĂ€ngerzone legen.
Dort sind am Tag nach der Todesfahrt wie gewöhnlich Menschen unterwegs, einige GeschĂ€fte haben geöffnet. Blumen und Kerzen werden am zentralen Paradeplatz niedergelegt, Menschen halten inne, manche kĂ€mpfen mit den TrĂ€nen. Immer wieder sind GesprĂ€che zu hören - ĂŒber den Fahrtweg des 40-JĂ€hrigen, ĂŒber Angst und Sorgen.
Gemeinsames GedenkenÂ
Gemeinsam mit der katholischen und evangelischen Kirche lĂ€dt die Stadt Mannheim am spĂ€ten Nachmittag (17.30 Uhr) zu einer ökumenischen Andacht in die Citykirche Konkordien ein. «Dort soll gemeinsam getrauert, der Toten gedacht und fĂŒr die Verletzten gebetet werden», teilte die Stadt mit. Neben Mannheims OberbĂŒrgermeister Christian Specht (CDU) nehmen auch die evangelische Landesbischöfin Heike Springhart und der Freiburger Erzbischof Stephan Burger teil. Die Andacht trage in Anlehnung an den biblischen Psalmtext den Titel «Unter dem Schatten deiner FlĂŒgel suchen wir Zuflucht», teilte die Erzdiözese Freiburg mit.
Die fĂŒr diesen Tag geplanten FasnachtsumzĂŒge in den Vororten Feudenheim, Neckarau und Sandhofen sind abgesagt worden. Auch der Fasnachtsmarkt mit Buden und FahrgeschĂ€ften am Wasserturm hat geschlossen, die StraĂenfasnacht in der Innenstadt findet ebenfalls nicht statt. OberbĂŒrgermeister Christian Specht (CDU) hat Trauerbeflaggung an den DienstgebĂ€uden der Stadt angeordnet.
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