SĂ€ureangriff, Bochumer

SÀureangriff in Bochumer Café: Haftbefehl wegen Mordversuchs

01.07.2024 - 15:45:16

Nach einem Angriff mit SÀure in einem Café in Bochum ist gegen einen 43-JÀhrigen Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen worden. Bei dem Angriff könnten bis zu 14 Menschen verletzt worden sein.

Aus sonntĂ€glicher Idylle bei Kaffee und Kuchen wird ein Alptraum: Schreie ertönen, GĂ€ste stehen unter Schock. Nach einem SĂ€ureangriff im Außenbereich eines Bochumer CafĂ©s ist gegen einen 43-JĂ€hrigen Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen worden. Ein Richter habe den polizeibekannten Deutschen in Untersuchungshaft geschickt, sagte ein Polizeisprecher. Der Mann habe mehrere Vorstrafen. Er bestreite die Tat und schweige ansonsten zu den VorwĂŒrfen.

Er soll einen 30-jĂ€hrigen Bochumer, der als Gast des CafĂ©s an einem Tisch saß, mit hochkonzentrierter SchwefelsĂ€ure ĂŒberschĂŒttet haben. Der Bochumer erlitt schwere Verletzungen. Insgesamt könnten durch die Attacke bis zu 14 Menschen verletzt worden sein. 

Auch eine Frau, die am selben Tisch saß, und eine Kellnerin wurden verletzt. Zwei weitere GĂ€ste, die Augenzeugen des Geschehens wurden, erlitten jeweils einen Schock. Bei der Versorgung der Verletzten seien dann auch Polizisten und Feuerwehrleute mit der SĂ€ure in Kontakt gekommen und ebenfalls verletzt worden. Die Zahl der verletzten EinsatzkrĂ€fte war zunĂ€chst noch unklar und bewegte sich zwischen sechs und neun Verletzten.

VerdÀchtiger in der NÀhe des Tatorts festgenommen

Die GÀste hÀtten kurz vor dem Angriff noch «ganz entspannt» Kaffee getrunken und Kuchen gegessen, hatte ein Polizeisprecher berichtet. Zeugen hÀtten dann hervorragend reagiert und schnell den Polizei-Notruf gewÀhlt, wÀhrend sie den VerdÀchtigen verfolgten. Weil Polizisten nicht weit weg waren, habe der Mann schnell und noch in der NÀhe des Tatorts festgenommen werden können.

Der Tatort war danach abgesperrt worden, Ermittler sicherten Spuren. Eine Mordkommission wurde gebildet und durchsuchte noch in der Nacht zum Montag die Wohnung des VerdĂ€chtigen im rund 32 Kilometer (Luftlinie) entfernten Bergkamen. Motiv und HintergrĂŒnde des Angriffs blieben dennoch zunĂ€chst unklar. Trotzdem verschĂ€rfte die Staatsanwaltschaft im Laufe des Tages den Tatvorwurf von versuchtem Totschlag zu versuchtem Mord. Der Haftrichter stimmte dem schließlich zu.

@ dpa.de