LandrÀtin will bewaffnete Einheit gegen BÀren in Bayern
10.07.2024 - 04:15:38Eine LandrĂ€tin in Bayern fordert bewaffnete Einheiten gegen BĂ€ren - das Umweltministerium in MĂŒnchen reagiert zurĂŒckhaltend auf den Vorschlag. «Wichtig ist, dass bereits aufgrund der bestehenden Rechtslage im Ernstfall sehr schnell reagiert werden kann», sagte ein Ministeriumssprecher. «Im Ernstfall kommen alle MaĂnahmen in Betracht. Das schlieĂt auch den Abschuss ein.» Der Brief mit den Forderungen der OberallgĂ€uer LandrĂ€tin Indra Baier-MĂŒller werde aber noch geprĂŒft.
Die Kommunalpolitikerin der Freien WĂ€hler hatte in dem Schreiben an ihren Parteifreund, Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber, die GrĂŒndung einer bewaffneten bayerischen BraunbĂ€renbereitschaft verlangt. Die Einheit sollte fĂŒr die VergrĂ€mung und Tötung von BĂ€ren zustĂ€ndig und jederzeit einsatzbereit sein, schlug die LandrĂ€tin vor. Baier-MĂŒller hatte vor einem Jahr nach einer Reihe von BĂ€rennachweisen in SĂŒdbayern eine Initiative BraunbĂ€r gegrĂŒndet, um die Verantwortlichen in den alpennahen Regionen Bayerns zu vernetzen.Â
Ministerium: Aktuell kein BĂ€ren-Nachweis in Bayern
Das Umweltministerium betonte allerdings, derzeit sei laut den Experten des Landesamts fĂŒr Umwelt nicht zu erwarten, dass BĂ€ren sich in Bayern dauerhaft ansiedeln. «Es gibt derzeit keinen Nachweis fĂŒr einen BĂ€ren in Bayern», sagte ein Ministeriumssprecher. In der aktuellen Situation gehe es vor allem um Beobachtung, Information und PrĂ€vention, um zum Beispiel Risse von Vieh zu vermeiden.
Gesichtete BraunbÀren kommen wohl aus Norditalien
Die zuletzt in Bayern gesichteten BraunbĂ€ren wandern vermutlich von Norditalien kommend ĂŒber Ăsterreich zeitweilig auch in den Freistaat. In der italienischen Provinz Trentino gibt es nach einem Wiederansiedlungsprojekt inzwischen wieder etwa 100 BraunbĂ€ren.
In Italien ist es seit MĂ€rz in der Region Trentino per Gesetz erlaubt, jedes Jahr bis zu acht BĂ€ren abzuschieĂen, wenn diese gefĂ€hrlich geworden sind. TierschĂŒtzer sind empört. Zuvor gab es beim Abschuss der Tiere hohe bĂŒrokratische HĂŒrden.
In der Slowakei leben SchĂ€tzungen zufolge rund 1.300 BraunbĂ€ren. Dort kommen sogenannte Interventionsteams immer dann zum Einsatz, wenn es gefĂ€hrliche Begegnungen der Tiere mit Menschen gibt. Der Schwerpunkt liegt auf AufklĂ€rung und PrĂ€vention, indem zum Beispiel darauf geachtet wird, dass MĂŒllcontainer geschlossen sind, um die BĂ€ren nicht in die NĂ€he von HĂ€usern zu locken. Wenn Tiere ihre Scheu verloren haben, kann es notfalls auch zum Abschluss kommen. Die Teams unterstehen dem Umweltministerium.
In Tschechien ist nur eine Handvoll BraunbĂ€ren beheimatet, die in dem Gebirgszug Beskiden im Ă€uĂersten Osten des Landes leben. Im Böhmerwald an der Grenze zu Bayern sind die Raubtiere seit dem 19. Jahrhundert ausgestorben.


