Frankreich, Spanien

Hitzewelle und trockener Wind treiben BrĂ€nde in SĂŒdeuropa an

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 18:15 Uhr | dpa.de

Nach Frankreich und Spanien treffen ausufernde WaldbrĂ€nde nun die UrlaubslĂ€nder TĂŒrkei und Griechenland. Extreme Hitze und Trockenheit begĂŒnstigen die Feuer, die Menschen aus ihren HĂ€usern treiben.

  • Die WaldbrĂ€nde haben in Spanien große VerwĂŒstung hinterlassen. - Bild: Olmo Calvo/AP/dpa
    Die WaldbrĂ€nde haben in Spanien große VerwĂŒstung hinterlassen. - Bild: Olmo Calvo/AP/dpa
  • Viele Freiwillige unterstĂŒtzen den Einsatz der Feuerwehr, unter anderem, in dem sie mit privaten Tankwagen Wasser fĂŒr die Feuerwehr herbeischaffen. - Bild: Emma Da Silva/AP/dpa
    Viele Freiwillige unterstĂŒtzen den Einsatz der Feuerwehr, unter anderem, in dem sie mit privaten Tankwagen Wasser fĂŒr die Feuerwehr herbeischaffen. - Bild: Emma Da Silva/AP/dpa
  • Bei ihren Löscharbeiten wird die Feuerwehr in Frankreich von Anwohnern, Landwirten und weiteren Freiwilligen unterstĂŒtzt. - Bild: Baz Ratner/AP/dpa
    Bei ihren Löscharbeiten wird die Feuerwehr in Frankreich von Anwohnern, Landwirten und weiteren Freiwilligen unterstĂŒtzt. - Bild: Baz Ratner/AP/dpa
  • Die Feuerwehrleute in Frankreich sind bis zur vollkommenen Erschöpfung im Einsatz. - Bild: Emma Da Silva/AP/dpa
    Die Feuerwehrleute in Frankreich sind bis zur vollkommenen Erschöpfung im Einsatz. - Bild: Emma Da Silva/AP/dpa
Die WaldbrĂ€nde haben in Spanien große VerwĂŒstung hinterlassen. - Bild: Olmo Calvo/AP/dpa Viele Freiwillige unterstĂŒtzen den Einsatz der Feuerwehr, unter anderem, in dem sie mit privaten Tankwagen Wasser fĂŒr die Feuerwehr herbeischaffen. - Bild: Emma Da Silva/AP/dpa Bei ihren Löscharbeiten wird die Feuerwehr in Frankreich von Anwohnern, Landwirten und weiteren Freiwilligen unterstĂŒtzt. - Bild: Baz Ratner/AP/dpa Die Feuerwehrleute in Frankreich sind bis zur vollkommenen Erschöpfung im Einsatz. - Bild: Emma Da Silva/AP/dpa

Von einer Hitzewelle und krĂ€ftigem Wind angeheizte BrĂ€nde greifen in SĂŒdeuropa um sich und stellen FeuerwehrkrĂ€fte und die Bevölkerung vor eine extreme Herausforderung. In Frankreich und Spanien konzentrierten sich die EinsatzkrĂ€fte darauf, das Wiederaufflammen der einigermaßen eingegrenzten WaldbrĂ€nde zu verhindern. Zehntausende Evakuierte durften dort bereits in ihre HĂ€user zurĂŒckkehren. In der TĂŒrkei und auf der griechischen Insel Kreta allerdings flammten neue BrĂ€nde unkontrolliert auf und Menschen mussten evakuiert werden. 

An der französischen AtlantikkĂŒste setzt die Feuerwehr mit Blick auf die große Trockenheit und Wind alles daran, eine erneute Ausbreitung der Feuer zu verhindern. Die Sorge der EinsatzkrĂ€fte ist, dass bei Temperaturen von bis zu 41 Grad und niedriger Luftfeuchtigkeit WindstĂ¶ĂŸe mit einer Geschwindigkeit von bis zu 45 Kilometern die Flammen wieder unkontrolliert anfachen und in das GelĂ€nde treiben, teilte die PrĂ€fektur in Bordeaux mit. Ab Donnerstag werden Unwetter erwartet.

Frankreichs Feuerwehr bekÀmpft neue Brandherde

In der Nacht und am Morgen seien die EinsatzkrĂ€fte gegen Brandherde vorgegangen, die in dem von dem Feuer bereits zuvor betroffenen GelĂ€nde aufflammten. Rund 2.200 Feuerwehrleute sind weiterhin mit der BekĂ€mpfung der BrĂ€nde beschĂ€ftigt, die 42.000 Hektar FlĂ€che (420 Quadratkilometer, eine FlĂ€che so groß wie der Stadtstaat Bremen) in Mitleidenschaft gezogen haben. Mit Stand Montagnachmittag sprach das Pariser Innenministerium von frankreichweit 116.085 Hektar durch die WaldbrĂ€nde zerstörter FlĂ€che.

Inzwischen wurden nach Angaben der PrĂ€fektur 126 Wehrleute verletzt. Von den ursprĂŒnglich evakuierten 224.000 Menschen in der Region, darunter zahlreiche Touristen, konnten am Dienstagabend zahlreiche wieder nach Hause zurĂŒckkehren. Die PrĂ€fektur erlaubte den Bewohnern von drei vorsorglich evakuierten Orten mit rund 60.000 Einwohner, die von dem Feuer aber verschont blieben, die RĂŒckkehr. 

Zehntausende Evakuierte in Spanien kehren zurĂŒck

In Spanien kehren unterdessen Zehntausende in den Waldbrandgebieten rund um Madrid in ihre HĂ€user zurĂŒck. Von Evakuierungen oder AusgangsbeschrĂ€nkungen sind aber noch rund 40.000 Menschen betroffen. Angesichts des Beginns der vierten Hitzewelle des Sommers, die bis Sonntag anhalten soll und in den kommenden Tagen die Löscharbeiten erschweren dĂŒrfte, warnen die Behörden jedoch weiterhin vor verfrĂŒhter Entwarnung. 

«Die Lage entwickelt sich gĂŒnstig. Wir mĂŒssen aber extrem wachsam bleiben, die nĂ€chsten zwölf Stunden werden entscheidend sein», sagte MinisterprĂ€sident Pedro SĂĄnchez. Bei der BekĂ€mpfung der verheerenden WaldbrĂ€nde im Westen der Region Madrid sowie in den angrenzenden Provinzen Ávila und Toledo konnten die EinsatzkrĂ€fte weitere Erfolge erzielen, sagte Innenminister Fernando Grande-Marlaska. 

UnterstĂŒtzung bei den LöscheinsĂ€tzen erhalten Spanien und Frankreich unterdessen aus anderen europĂ€ischen LĂ€ndern. WĂ€hrend RumĂ€nien und Griechenland ihre EinsĂ€tze verlĂ€ngerten, kĂ€me ab Samstag weitere Hilfe aus Polen, sagte EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen. Außerdem kĂŒndigte Belgien das Entsenden von Wehrleuten und Löschfahrzeugen nach Frankreich an.

Zwei WehrmÀnner sterben in Feuerfront auf Ferieninsel Kreta

WĂ€hrenddessen kamen bei einem Waldbrand auf Kreta zwei Feuerwehrleute ums Leben. Der Brand wĂŒtet seit den Mittagsstunden in der Region der Ortschaft Nea Krya Vrysi. Die Region liegt im gebirgigen Hinterland im sĂŒdlichen Teil der Insel. Die beiden EinsatzkrĂ€fte seien in ihrem Fahrzeug von den Flammen eingeschlossen worden, berichtete der Sender ERTNews.

Die Feuerfront soll mittlerweile rund 15 Kilometer lang sein. Wegen der raschen Ausbreitung der Flammen und starker Winde wurden bereits fĂŒnf Ortschaften evakuiert. Mehr als 100 FeuerwehrkrĂ€fte sind im Einsatz. Vier Löschhubschrauber und vier Löschflugzeuge mussten jedoch wieder abdrehen, weil der Wind in der Region zu stark war. 

Serie von BrĂ€nden hĂ€lt TĂŒrkei in Atem - Antalya betroffen

Auch im sĂŒdtĂŒrkischen Antalya bekĂ€mpft die Feuerwehr seit Dienstag mehrere BrĂ€nde in der Touristenregion, von denen ein Großteil gelöscht werden konnte, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Weil die BrĂ€nde Wohngebiete erreichten, wurden vorsorglich einige Bewohner evakuiert. Einige der im Zuge der Evakuierung gerĂ€umten HĂ€user brannten nieder. Wie die örtlichen Behörden mitteilten, herrschte in der Region starker Wind und die Gefahr bestehe, dass sich das Feuer ausbreite.

Die angrenzenden Tourismuszentren Adrasan und Olympos wurden aufgrund des Feuers fĂŒr den Verkehr gesperrt. Die EinsatzkrĂ€fte vor Ort sind derzeit dabei, das Feuer aus der Luft und vom Boden aus unter Kontrolle zu bringen. Menschen kamen bisher nicht zu Schaden.

Extreme Hitze und Trockenheit trifft TĂŒrkei

Der Gouverneur von Antalya, Hulusi Sahin, erklĂ€rte als GrĂŒnde fĂŒr die BrĂ€nde extreme Hitze, starke Winde und trockene Luft. Er geht davon aus, dass das Wetter auch die nĂ€chsten Tage anhalten werde. Ungewöhnlich sei, dass kein kĂŒhlender Wind aus dem Norden, sondern ein trockener Wind vom Meer komme, der keine Feuchtigkeit mit sich bringe. 

Außerdem wurden BrĂ€nde in den Provinzen Balikesir, KĂŒtahya, Canakkale und Yalova gemeldet, die im Westen der TĂŒrkei sĂŒdlich von Istanbul liegen. Ein weiterer Brand in der Provinz Mugla im SĂŒdwesten der TĂŒrkei wird derzeit ebenfalls bekĂ€mpft.

de | unterhaltung | 69897048 |