Vermisste deutsche Urlauberin tot
24.09.2025 - 15:12:02Alle Hoffnung vergebens: Nach tagelanger Suche ist im Norden Italiens eine vermisste deutsche Urlauberin tot aufgefunden worden. Der Leichnam der 64 Jahre alten Frau wurde nach Angaben der Feuerwehr in ĂŒberflutetem GelĂ€nde entdeckt. Der Campingplatz, auf dem sie infolge heftigen Regens von einer Flutwelle mitgerissen worden war, liegt etwa vier Kilometer entfernt. Der Regen richtete in der gesamten Region hohen Schaden an.
Die Frau namens Andrea H. war mit ihrem Ehemann in der Region Piemont in einem Wohnwagen unterwegs. Auf ihrem Campingplatz in der NĂ€he der Gemeinde Spigno Monferrato wurden die beiden am Montag frĂŒhmorgens im Schlaf von der Flutwelle eines Flusses ĂŒberrascht: Wegen des schweren Regens drang Wasser in ihren Wohnwagen ein, und das GefĂ€hrt setzte sich plötzlich in Bewegung.Â
Das Paar versuchte, zu FuĂ zu fliehen und dabei auch seine beiden Hunde mitzunehmen. Der Mann konnte sich nach Angaben der Feuerwehr in Sicherheit bringen. Die Frau hingegen soll kurz vor dem Erreichen des Ausgangs ausgerutscht und mitgerissen worden sein. Auf dem Arm hatte sie nach italienischen Zeitungsberichten ihren Hund, den sie zu retten versuchte. Spekuliert wird, dass sie deshalb den Halt verlor. Der Hund wurde dann ebenfalls von den Fluten mitgerissen.
Regionalrat spricht Familie Beileid aus
Die Suche nach der Vermissten dauerte schlieĂlich mehr als 48 Stunden, obwohl dazu auch Hubschrauber und Drohnen im Einsatz waren. Der Leichnam wurde in der ĂŒberschwemmten Landschaft um den Fluss Valla schlieĂlich viel weiter mitgetragen als zunĂ€chst vermutet. Der zustĂ€ndige Regionalrat Federico Riboldi sprach der Familie sein Beileid aus. Er sagte: «Sie war auf der Suche nach Ruhe und fand stattdessen auf tragische Weise den Tod.»Â
Auf dem kleinen Campingplatz hielten sich zum Zeitpunkt des UnglĂŒcks 17 weitere GĂ€ste auf. Mit Ausnahme der Deutschen konnten alle in Sicherheit gebracht werden. Das Wasser stand nach Angaben von Besitzer Pieter Witschge mehr als einen Meter hoch in der Anlage. Die AufrĂ€umarbeiten inmitten von Schlamm und Matsch werden noch Tage dauern. Zur genauen Herkunft des deutschen Paares machten die italienischen Behörden keine nĂ€heren Angaben.
Regen auch in anderen Regionen Italiens
Ăber Italien zieht seit Beginn der Woche eine Regenfront. Besonders betroffen sind neben dem Piemont die Regionen Venetien und Lombardei, ebenfalls im Norden. In Venetien riefen die Behörden den Notstand aus. Rund um den Comer See sind zahlreiche StraĂen nur schwer oder gar nicht mehr passierbar. An einer Stelle riss ein Erdrutsch ein tiefes Loch mitten in eine LandstraĂe. Die Feuerwehr musste mehrere Dutzend Anwohner aus von Wasser eingeschlossenen HĂ€usern in Sicherheit bringen.
Inzwischen hat der Regen aber auch weitere Regionen im SĂŒden erreicht. Auf den beiden Urlauberinseln Capri und Ischia im Golf von Neapel floss das Wasser in SturzbĂ€chen den Berg hinab. Die SchĂ€den sind nach SchĂ€tzungen auch hier erheblich.


