EuropÀischer, Filmpreis

EuropĂ€ischer Filmpreis fĂŒr Dokumentarfilm «No Other Land»

07.12.2024 - 22:21:40

«No Other Land» gewinnt einen EuropÀischen Filmpreis als bester Dokumentarfilm. Die Regisseure fordern Europa per Videoschalte dazu auf, einen Waffenstillstand in Gaza zu verhÀngen.

Die EuropĂ€ische Filmakademie hat den Film «No Other Land» eines palĂ€stinensisch-israelischen Teams in Luzern als besten Dokumentarfilm ausgezeichnet. «No Other Land» dreht sich um die Vertreibung von PalĂ€stinenserinnen und PalĂ€stinensern in den Dörfern von Masafer Jatta sĂŒdlich von Hebron im Westjordanland. 

Die Regisseure Basel Adra und Yuval Abraham bedankten sich per Videoschalte. Es sei schwer, die Auszeichnung zu feiern, «wÀhrend wir noch unter der Besatzung leben», sagte der PalÀstinenser Adra. «Besonders in den Tagen, in denen diese Besatzung einen Völkermord an meinem Volk begeht.» 

Der Begriff Völkermord bezeichnet laut UN-Konvention die Absicht, eine Bevölkerungsgruppe zu vernichten. Kritiker werfen Israel vor, im Kampf gegen die Hamas im Gazastreifen einen Völkermord zu begehen. Israel und auch die deutsche Regierung weisen diesen Vorwurf zurĂŒck. Hintergrund sind der blutige Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 mit Hunderten Toten und die israelische Gegenoffensive im Gazastreifen.

Der israelische Journalist Abraham forderte in der Videobotschaft die europÀischen Regierungen dazu auf, einen Waffenstillstand zu verhÀngen oder dabei zu helfen, einen Waffenstillstand zu verhÀngen. 

Vereinzelter «Free Palestine»-Ruf in Saal

Er verwies auf das Leid der Menschen in Gaza und der «ungerechtfertigt und brutal in Gaza» festgehaltenen israelischen Geiseln. Bei der palÀstinensischen Bevölkerung in Gaza finde eine «ethnische SÀuberung» statt, sagte Abraham.

Nach der Rede der Filmemacher war ein vereinzelter «Free Palestine»-Ruf im Saal der Preisverleihung zu hören. «No Other Land» von Adra, Abraham, Rachel Szor und Hamdan Ballal war bereits im Februar bei der Berlinale mit dem Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet worden. Dann folgte Tumult ĂŒber AntisemitismusvorwĂŒrfe bei der Verleihung.

@ dpa.de