Louvre-Einbrecher stehlen Beute von «historischem Wert»
19.10.2025 - 14:51:30Beim Einbruch in das berĂŒhmte Museum Louvre in Paris haben die TĂ€ter SchmuckstĂŒcke erbeutet, die ĂŒber ihren Marktwert hinaus «einen unschĂ€tzbaren kulturellen und historischen Wert» haben. Das teilten das Innen- und Kulturministerium mit.Â
Die TĂ€ter gelangten demnach gegen 9.30 Uhr durch ein Fenster, das sie aufgebrochen hatten, in die prĂ€chtige Galerie d'Apollon im ersten Stock des Museums. Im Inneren stahlen sie SchmuckstĂŒcke aus zwei Vitrinen und ergriffen auf Motorrollern die Flucht. Nach ersten Erkenntnissen handle es sich um vier TĂ€ter, sagte die Pariser StaatsanwĂ€ltin Laure Beccuau dem Sender BFMTV. Sie hĂ€tten ihre Gesichter verdeckt.Â
Krone auf Flucht verlorenÂ
Sie entkamen mit acht kostbaren SchmuckstĂŒcken frĂŒherer Königinnen und Kaiserinnen: Diademen, Halsketten, Ohrringen und Broschen. ZunĂ€chst erbeuteten die TĂ€ter demnach zusĂ€tzlich auch die mit Smaragden und Hunderten Diamanten verzierte Krone der Kaiserin EugĂ©nie (1826-1920). Sie wurde aber in der NĂ€he des Louvre beschĂ€digt gefunden.Â
TĂ€ter benötigten vier Minuten fĂŒr BeutezugÂ
Beim Einbruch in den Louvre hĂ€tten die TĂ€ter keine Gewalt angewendet und fĂŒr ihren Beutezug lediglich vier Minuten benötigt, sagte die Kulturministerin dem Sender TF1. «Das sind Profis». Sie habe Aufnahmen der VideoĂŒberwachung gesehen. «Sie greifen niemanden an, sie gehen ganz ruhig hinein. In vier Minuten zerstören sie natĂŒrlich Vitrinen, nehmen ihre Beute und verschwinden ohne jegliche Gewaltanwendung.» ZunĂ€chst hatten die Behörden von einem RaubĂŒberfall gesprochen, es handele sich aber um einen Einbruchsdiebstahl, sagte die Ministerin in dem Interview.Â
Keine Verletzten - Museum geschlossenÂ
Im Museum sei Panik unter den Besuchern ausgebrochen, berichtete «Le Parisien». Weil TĂŒren wahrscheinlich durch den ausgelösten Alarm verriegelt waren, kamen Besucher demnach zunĂ€chst nicht ins Freie. Wie die beiden Ministerien mitteilten, sei die Evakuierung der Besucher danach aber ohne ZwischenfĂ€lle verlaufen. Niemand sei verletzt worden. Aus SicherheitsgrĂŒnden und um Spuren und Hinweise fĂŒr die Ermittlungen zu sichern, wurde das Museum fĂŒr den Rest des Tages geschlossen.Â
TĂ€ter sollen Lkw mit HebebĂŒhne genutzt habenÂ
Wie «Le Parisien» berichtete, waren die vollstĂ€ndig vermummten TĂ€ter an einer zur Seine gelegenen GebĂ€udeseite in das Museum eingedrungen. Dort parkten sie einen mit einer HebebĂŒhne ausgestatteten Lkw, um direkt in den gewĂŒnschten Ausstellungsraum in der Galerie d'Apollon zu gelangen. Nachdem die TĂ€ter ein Museumsfenster mit einem Trennschleifer oder einer kleinen SĂ€ge zerstört hatten, seien zwei MĂ€nner ins Innere eingedrungen, wĂ€hrend ein dritter drauĂen Wache gestanden habe, berichteten Medien.Â
Die TĂ€ter sollen anschlieĂend auf zwei hochmotorisierten Motorrollern die Flucht ergriffen haben, berichtete «Le Parisien». «Es wird alles getan, um die TĂ€ter dieser inakzeptablen Tat so schnell wie möglich zu fassen. Die Ermittler werden unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Paris mit Hochdruck daran arbeiten», sagte Frankreichs neuer Innenminister Laurent Nuñez, der bis vor wenigen Tagen noch Pariser Polizeichef war. «Ein Angriff auf den Louvre ist ein Angriff auf unsere Geschichte und unser Kulturerbe», so der Minister.Â
KopfschĂŒtteln ĂŒber mangelnde SicherheitÂ
Dass die Einbrecher offenbar derart einfach in den Louvre gelangen konnten, sorgte fĂŒr KopfschĂŒtteln und Verwunderung. Kulturministerin Dati sagte dazu, man habe sich 40 Jahre lang nicht fĂŒr die Sicherheit groĂer Museen interessiert. «Vor zwei Jahren hat die PrĂ€sidentin des Louvre den PolizeiprĂ€fekten um eine SicherheitsĂŒberprĂŒfung gebeten. Warum? Weil diese Museen an neue Formen der KriminalitĂ€t angepasst werden mĂŒssen. Heute handelt es sich um organisierte KriminalitĂ€t.»Â
Die Galerie d'Apollon, in der die Einbrecher Beute machten, war von König Ludwig XIV. (1638-1715) in Auftrag gegeben worden. Heute sind dort sowohl Ludwigs Sammlung von GefĂ€Ăen aus Edelsteinen als auch die französischen Kronjuwelen ausgestellt. Dazu gehört nach Museumsangaben etwa der historische 140-Karat-Diamant «Regent», der 1698 in Indien gefunden wurde und damals der gröĂte bekannte Diamant war. Er schmĂŒckte spĂ€ter unter anderem Napoleons Schwert und das Diadem von Kaiserin EugĂ©nie. Der Diamant «Regent» gehört nach Medienberichten aber nicht zur Beute.Â
Meistbesuchtes Museum der WeltÂ
Der Louvre ist das meistbesuchte Museum der Welt. Im Jahr 2024 besuchten knapp 9 Millionen Besucher die Kunsteinrichtung. Die Sammlung des Museums umfasst ĂŒber 35.000 Kunstwerke.Â
Allein im Saal mit Leonardo da Vincis weltberĂŒhmter Mona Lisa drĂ€ngen sich tĂ€glich rund 20.000 Besucher. Um den Besucherstrom zu bewĂ€ltigen, gibt es strenge ZugangsbeschrĂ€nkungen mit vorgeschriebenen Besucherrouten und Zick-Zack-Absperrungen vor den populĂ€rsten Exponaten.

















