Odyssey, Villa Vie Residences

Odyssey: Treibstoffkosten stoppen Weltreise mit 200 Passagieren

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 10:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Bewohner des Kreuzfahrtschiffs müssen das Schiff in Sihanoukville verlassen, nachdem der Betreiber den Betrieb wegen stark gestiegener Treibstoffkosten ausgesetzt hat. Villa Vie Residences will binnen 60 Tagen an einer Umstrukturierung und Rekapitalisierung arbeiten.

Odyssey verliert den Fahrplan

  • Villa Vie Residences setzte den Betrieb der «Odyssey» in Kambodscha aus.
  • Das Schiff war am 25. September erstmals im Hafen von Sihanoukville eingelaufen.
  • Auf der «Odyssey» lebten mehr als 200 Passagiere und arbeiteten über 150 Crew-Mitglieder.
  • Die «Odyssey» liegt seit Ende vergangener Woche in Kambodscha. - Bild: Heng Sinith/AP/dpa
  • Wie es für die Passagiere und Crew weitergeht, ist völlig unklar. - Bild: Heng Sinith/AP/dpa
Die «Odyssey» liegt seit Ende vergangener Woche in Kambodscha. - Bild: Heng Sinith/AP/dpa Wie es für die Passagiere und Crew weitergeht, ist völlig unklar. - Bild: Heng Sinith/AP/dpa

Odyssey beendet Weltreise vorzeitig in Kambodscha

Das Kreuzfahrtschiff «Odyssey» hat seine dreijährige Weltreise vorzeitig in Kambodscha beendet, nachdem der US-Anbieter Villa Vie Residences den Betrieb wegen stark gestiegener Treibstoffkosten ausgesetzt hat. Mehr als 200 Passagiere aus rund einem Dutzend Ländern müssen das Schiff verlassen und verlieren damit vorerst ihr Zuhause auf See.

Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben mit den Bewohnern an der Ausschiffung und an vorübergehenden Wohnmöglichkeiten.

Reise sollte bis Ende 2027 dauern

Ursprünglich sollte die «Odyssey» sieben Kontinente ansteuern und bis Ende 2027 unterwegs sein. Auf dem Schiff befanden sich neben den Bewohnern mehr als 150 Crew-Mitglieder.

Villa Vie Residences begründete die Entscheidung mit dramatisch gestiegenen Treibstoffkosten in Teilen Asiens infolge des Krieges im Iran. Der monatliche Spritaufwand pro Kabine sei von durchschnittlich rund 1.800 US-Dollar auf geschätzte 6.000 bis 8.000 US-Dollar gestiegen.

Langsamer fahren reicht nicht aus

Der Betreiber hatte versucht, die Ausgaben durch eine geringere Geschwindigkeit und längere Aufenthalte in Häfen zu senken. Die Mehrkosten hätten sich damit jedoch nicht auffangen lassen; die Verluste könne das Unternehmen nicht länger tragen.

Die «Odyssey» war am 25. September erstmals im autonomen Hafen von Sihanoukville eingelaufen. Nach einem zwischenzeitlichen Aufenthalt in Thailand kehrte das Schiff am vergangenen Freitag nach Kambodscha zurück. In dieser Woche sollte es eigentlich nach Vietnam weiterfahren.

Unternehmen kündigt Umstrukturierung an

Villa Vie Residences will sich nach eigenen Angaben in den kommenden 60 Tagen auf die Unterstützung der Bewohner, der Crew und der Beschäftigten sowie auf eine Umstrukturierung und Rekapitalisierung konzentrieren. Das Ergebnis sei offen.

Laut Firmenbroschüre kosten die Wohnkabinen und Suiten als dauerhafter Wohnsitz umgerechnet zwischen 108.000 und 395.000 Euro. Die monatlichen Gebühren liegen bei Doppelbelegung zwischen 4.500 und 9.900 Euro.

Das Geschäftsmodell von Villa Vie Residences verbindet eine langfristige Kreuzfahrt mit dem Anspruch, dauerhaftes Wohnen an Bord zu ermöglichen. Für die Bewohner bedeutet die vorzeitige Unterbrechung deshalb mehr als eine abgesagte Reise: Sie müssen kurzfristig Unterkunft, Gepäck, Einreise und den weiteren Verlauf ihres Alltags organisieren.

Die Kostenentwicklung zeigt zugleich die besondere Abhängigkeit eines solchen Wohnmodells von den laufenden Betriebskosten. Nach Angaben des Unternehmens stieg der monatliche Treibstoffaufwand pro Kabine in Teilen Asiens von durchschnittlich rund 1.800 US-Dollar auf geschätzte 6.000 bis 8.000 US-Dollar. Selbst eine langsamere Fahrt und längere Hafenaufenthalte konnten die Mehrbelastung demnach nicht ausgleichen.

Finanzierung entscheidet über die Fortsetzung

Villa Vie Residences kündigte eine Umstrukturierung und Rekapitalisierung innerhalb von 60 Tagen an. Damit hängt die Zukunft der «Odyssey» zunächst von der finanziellen Stabilisierung des Anbieters und von einer Lösung für Bewohner und Crew ab.

Für die Passagiere steht neben der Unterkunft auch die Frage nach vertraglichen Ansprüchen im Raum. Die Kabinenpreise liegen laut Firmenbroschüre zwischen 108.000 und 395.000 Euro, hinzu kommen monatliche Gebühren von 4.500 bis 9.900 Euro bei Doppelbelegung. Je länger das Schiff stillliegt, desto größer wird der Druck, Leistungen, Ersatzunterkünfte und eine mögliche Fortsetzung der Reise zu regeln.

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