Die wahre Geschichte hinter dem Weihnachtsmann von Coca-Cola
12.12.2025 - 08:00:07Wer an den Weihnachtsmann denkt, hat meist genau diese Figur vor Augen - ein Ă€lterer, bĂ€rtiger, weiĂhaariger und rundlicher Mann im rot-weiĂen Fellanzug. Wieso hat sich dieses Bild so manifestiert und wer hat die Person ĂŒberhaupt erfunden? Obwohl es ein weit verbreiteter Mythos ist, hat Coca-Cola den Weihnachtsmann zwar nicht erschaffen, aber sein modernes Bild geformt und weiter verbreitet.
Coca-Cola dementiert die kursierende Behauptung
In einer offiziellen Mitteilung des US-Unternehmens heiĂt es, die Figur sei deutlich Ă€lter, die Marke habe jedoch seit den 1930er-Jahren erheblich zu seinem heute weltweit bekannten Erscheinungsbild beigetragen. Der vom Konzern beauftragte Illustrator Haddon Sundblom prĂ€gte nach Angaben von Coca-Cola ab 1931 das Bild eines warmherzigen, rundlichen Mannes im rot-weiĂen Mantel. Diese Darstellung, die in Anzeigen und Plakaten international verbreitet wurde, habe sich danach als visuelle Standardversion durchgesetzt.
Die tatsĂ€chlichen Wurzeln des modernen Weihnachtsmanns reichen jedoch viel weiter zurĂŒck. Historisch basiert die Figur auf Nikolaus von Myra, einem Bischof des 4. Jahrhunderts aus der heutigen TĂŒrkei. Im mittelalterlichen Europa verbreiteten sich Legenden ĂŒber den heiligen Nikolaus, der als Patron der Kinder und Armen galt und zahlreiche regionale Traditionen hervorbrachte.
Einwanderer brachten die Idee fĂŒr eine moderne US-Variante mit
Auch ĂŒber niederlĂ€ndische Einwanderer soll diese Figur im 17. Jahrhundert nach Nordamerika gekommen sein. Ihr «Sinterklaas», getragen von den frĂŒhen Siedlern in Nieuw Amsterdam, entwickelte sich im englischsprachigen Raum zu «Santa Claus». Weil viele protestantische Gemeinden in Nordamerika katholische Heiligenverehrung ablehnten, wanderte die Bescherung spĂ€ter vom Nikolaustag am 6. Dezember (Todestag des Heiligen Nikolaus von Myra) gen Weihnachten (24. oder 25. Dezember).
Im 19. Jahrhundert erhielt Santa Claus seine literarische Form. Der Schriftsteller Washington Irving beschrieb ihn bereits 1809 als fröhlichen, dicklichen NiederlĂ€nder. Entscheidenden Einfluss hatte das Gedicht «A Visit from St. Nicholas» aus dem Jahr 1823, in dem erstmals zentrale Elemente wie der Rentierschlitten, der nĂ€chtliche Besuch ĂŒber den Kamin und die Verteilung der Geschenke zusammengefĂŒhrt wurden.
Deutscher Karikaturist malte krÀftigen, bÀrtigen Mann vom Nordpol
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts prĂ€zisierten Illustratoren das optische Erscheinungsbild. Der in Deutschland geborene Karikaturist Thomas Nast entwickelte ab 1863 fĂŒr das US-amerikanische Nachrichtenmagazin «Harperâs Weekly» die visuellen Merkmale. Er entwickelte einen krĂ€ftigen, bĂ€rtigen Mann in wechselnden rot-weiĂen Varianten. Dieser soll am Nordpol leben, wird von Helfer-Elfen unterstĂŒtzt und bearbeitet Wunschzettel. Nast erschuf Darstellungen, die heute noch genutzt werden.
Coca-Cola griff diese Vorlage auf. Haddon Sundbloms warm gezeichneter Santa â menschlich, freundlich, zugewandt â verlieh der Figur schlieĂlich ein einheitliches Erscheinungsbild. Dieses etablierte sich mit der Verbreitung amerikanischer Popkultur nach dem Zweiten Weltkrieg weltweit.





