Oktoberfest 2026, Wiesn-Sicherheit

Oktoberfest 2026: 3,8 Millionen Besucher zur Halbzeit – Wiesn bleibt trotz Unfall entspannt

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 14:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Zur Halbzeit des Münchner Oktoberfests sind rund 3,8 Millionen Menschen gekommen – mehr als im Vorjahr. Trotz des starken Andrangs blieb es laut Festleitung bei einer entspannten Atmosphäre; überschattet wird die Wiesn von einem tödlichen Unfall an einem Fahrgeschäft.

  • Strahlendes Herbstwetter bescherte Wirten und Schauststellern regen Zulauf.  - Bild: Felix Hörhager/dpa
    Strahlendes Herbstwetter bescherte Wirten und Schauststellern regen Zulauf. - Bild: Felix Hörhager/dpa
  • Voll, voller, Oktoberfest.  - Bild: Felix Hörhager/dpa
    Voll, voller, Oktoberfest. - Bild: Felix Hörhager/dpa
  • Die meisten Gäste kommen in Dirndl und Lederhose.  - Bild: Felix Hörhager/dpa
    Die meisten Gäste kommen in Dirndl und Lederhose. - Bild: Felix Hörhager/dpa
  • Friedlich und entspannt feiern Gäste auf der Wiesn.    - Bild: Felix Hörhager/dpa
    Friedlich und entspannt feiern Gäste auf der Wiesn. - Bild: Felix Hörhager/dpa
  • Innenminister Dobrindt stößt mit sein italienischen Kollegen Piantedosi an.  - Bild: Felix Hörhager/dpa
    Innenminister Dobrindt stößt mit sein italienischen Kollegen Piantedosi an. - Bild: Felix Hörhager/dpa
Strahlendes Herbstwetter bescherte Wirten und Schauststellern regen Zulauf.  - Bild: Felix Hörhager/dpa Voll, voller, Oktoberfest.  - Bild: Felix Hörhager/dpa Die meisten Gäste kommen in Dirndl und Lederhose.  - Bild: Felix Hörhager/dpa Friedlich und entspannt feiern Gäste auf der Wiesn.    - Bild: Felix Hörhager/dpa Innenminister Dobrindt stößt mit sein italienischen Kollegen Piantedosi an.  - Bild: Felix Hörhager/dpa

Rund 3,8 Millionen Menschen haben zur Halbzeit das Münchner Oktoberfest besucht – etwa 300.000 mehr als im Vorjahr.

Mehr Gäste, weniger Gedränge

Die Festleitung zog trotz der höheren Besucherzahl eine positive Bilanz. Wiesnchef Christian Scharpf (SPD) sprach von einer entspannten und friedlichen ersten Woche, Münchens dritte Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) von einer harmonischen Atmosphäre.

Unter der Woche kamen nach Angaben der Festleitung 18,5 Prozent mehr Gäste als im Vorjahr. Die Besucherzahlen an den Wochenenden lagen leicht unter dem Vorjahresniveau. Am Samstag wurden wegen starken Andrangs zeitweise Eingänge gesperrt, gefährliche Menschentrauben wie im Vorjahr habe es jedoch nicht gegeben.

KI soll Besucherströme lenken

Zum verbesserten Sicherheitskonzept gehören KI-gestützte Videokameras und ein Crowdspotter. Das System soll Verdichtungen erkennen und über Durchsagen dazu beitragen, die Besucherströme auf dem Gelände zu lenken.

Polizei und Wiesn-Sanitätsstation registrierten entsprechend der höheren Besucherzahl mehr Einsätze. Die Sanitätsstation behandelte bislang 4.242 Patienten; 35 Prozent litten unter alkoholbedingten Problemen. 66 Menschen wurden über Nacht im sogenannten Hotel Aicher betreut.

Tödlicher Unfall überschattet Fest

Überschattet wird das Oktoberfest von einem tödlichen Unfall. Ein Sicherheitsmitarbeiter eines Fahrgeschäfts starb, nachdem er von einer Gondel getroffen worden war.

Die Polizei registrierte bislang rund 470 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten. Darunter waren Anzeigen wegen Körperverletzung, sexueller Belästigung und Upskirting. Drogendelikte nahmen um fast 50 Prozent zu; als häufigste Droge wurde Kokain festgestellt.

Zwischen Radler und Lebkuchenherzen

Bei den Getränken war saures Radler besonders gefragt. Der Konsum von Festbier ging leicht zurück, während Weißbier beliebter wurde. Zu den meistbestellten Speisen gehörten Käsespätzle, Bratwürste, halbe Hendl und Ochsen.

Beim Souvenirverkauf verloren Hendlhüte an Bedeutung, während Lebkuchenherzen und Pins gefragt waren. Die Zahl der Fundsachen sank um 40 Prozent; abgegeben wurden unter anderem ein Bildband über Tibet und ein Rollator.

Polizei zählt Drohnen und Rollator-Diebstahl

Rund 600 Polizisten und eine vierstellige Zahl von Ordnern sind im Einsatz. Das Gelände wird von 56 polizeilichen Videokameras überwacht. Ein 52-Jähriger soll einem 90-jährigen Wiesngast dessen Rollator gestohlen haben; anhand von Videobildern nahm die Polizei den Mann fest.

Dutzende Drohnen wurden gesichtet und teilweise vom Himmel geholt. Während der Wiesn gelten strikte Flugbeschränkungen. Das Oktoberfest dauert bis zum 4. Oktober.

Mehr Andrang, aber bessere Steuerung

Die Halbzeitbilanz zeigt, wie stark das Oktoberfest von Besucherströmen und Wetter abhängt. Rund 3,8 Millionen Menschen bedeuten gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von etwa 300.000 Gästen. Zugleich blieb das Festgelände nach Angaben der Leitung trotz zeitweiser Eingangssperren von gefährlichen Auslastungsspitzen verschont.

Das neue Sicherheitskonzept setzt dabei auf eine Kombination aus Personal, Kameras und technischer Auswertung. KI-gestützte Videobilder und Crowdspotter sollen Verdichtungen früher erkennen, während Durchsagen und vorübergehende Sperren die Anreise und Bewegung auf dem Gelände steuern. Für Besucher bedeutet das, dass sich Wartezeiten und kurzfristige Zugangsbeschränkungen auch künftig nicht vollständig vermeiden lassen.

Sicherheit bleibt zentrale Aufgabe

Die gestiegenen Einsatzzahlen bei Polizei und Sanitätsdienst stehen im Verhältnis zur höheren Besucherzahl. Alkoholbedingte Notfälle bilden weiterhin den größten Anteil der medizinischen Behandlungen; gleichzeitig zeigen Delikte wie sexuelle Belästigung, Upskirting und Drogendelikte, dass Sicherheit nicht allein eine Frage der Besucherlenkung ist.

Der tödliche Unfall eines Sicherheitsmitarbeiters an einem Fahrgeschäft macht zudem deutlich, dass neben der öffentlichen Ordnung auch die Abläufe der Schausteller und Beschäftigten entscheidend sind. Die Wiesn dauert bis zum 4. Oktober. Damit bleiben weitere stark frequentierte Tage, insbesondere bei gutem Wetter, eine praktische Bewährungsprobe für das Sicherheitskonzept.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „Halbzeit beim Oktoberfest - Wiesn Sperrung wieder akut?“ (26.09.2026)

Der Bericht ordne das Italiener-Wochenende als besondere Belastungsprobe nach den Überfüllungen des Vorjahres ein und hebe den Einsatz von Kameras sowie KI-gestützter Besucheranalyse hervor. Er bestätige damit den Schwerpunkt auf Besucherlenkung, richte den Blick aber stärker auf die internationale Bedeutung des Wochenendes; offen bleibe, ob die Maßnahmen bei weiterem Andrang dauerhaft ausreichten.

BR24: „Großer Wiesn-Andrang – Haupteingänge kurzzeitig geschlossen“ (26.09.2026)

Der Bericht schildere die zeitweise Sperrung der beiden Haupteingänge am Samstagabend und die anschließende Wiederöffnung. Er bestätige den starken Andrang sowie das nachgeschärfte Frühwarnsystem, setze den Schwerpunkt jedoch auf die konkrete Situation vor Ort und die mehrsprachigen Durchsagen.

Beide Berichte stellten den hohen Besucherandrang und die verbesserten Steuerungsmöglichkeiten heraus; während Euronews die internationale Dimension betone, fokussiere BR24 die kurzfristige Zugangskontrolle. Die Frage, wie sich die Sicherheitsmaßnahmen an den verbleibenden stark besuchten Tagen bewähren, bleibe offen.

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