Oktoberfest 2026: 7,4 Millionen GĂ€ste machen die Wiesn zur Rekord-Wiesn
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 15:11 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas MĂŒnchner Oktoberfest hat 2026 mit 7,4 Millionen Besucherinnen und Besuchern den bisherigen Rekord von 7,2 Millionen aus dem Jahr 2023 ĂŒbertroffen.
Stadt spricht von Rekord-Wiesn
Der MĂŒnchner Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Christian Scharpf bezeichnete das Fest als bislang meistbesuchtes in seiner Geschichte. OberbĂŒrgermeister Dominik Krause sprach mit Blick auf sein erstes Oktoberfest in diesem Amt von einer friedlichen und entspannten Wiesn.
Nach Angaben der Stadt bewĂ€hrte sich auch das nachgeschĂ€rfte Sicherheitskonzept. Kritische ĂberfĂŒllungssituationen habe es trotz der Rekordzahl nicht gegeben. Der Versuch, Besucher stĂ€rker auf die Wochentage zu verteilen, sei aufgegangen.
Schwere UnfĂ€lle ĂŒberschatten das Fest
Am Morgen des letzten Festtages wurde ein 47 Jahre alter rumĂ€nischer Mitarbeiter an einer Schiffsschaukel schwer verletzt und musste reanimiert werden. Nach Angaben der Polizei hatte er sich in einem Bereich aufgehalten, in dem er nicht hĂ€tte sein dĂŒrfen. Das fĂŒr BetriebsunfĂ€lle zustĂ€ndige Kommissariat 13 ermittelt.
Bereits am dritten Wiesntag war ein 52 Jahre alter Sicherheitsmitarbeiter an einem Freefall-Tower ums Leben gekommen. Er wurde unter einer Gondel eingeklemmt. Auch in diesem Fall dauern die Ermittlungen zu den UmstÀnden an.
TodesfĂ€lle auch auĂerhalb der FahrgeschĂ€fte
Eine ĂŒber 90 Jahre alte Frau stĂŒrzte auf der Oidn Wiesn, als sich ihr Rollstuhl beim Versuch, ein Kutschpferd zu streicheln, im Geschirr verfing. Sie starb sechs Tage spĂ€ter im Krankenhaus. Zudem verunglĂŒckte ein Reisebus mit einer aus Italien kommenden Reisegruppe auf der Autobahn 96 bei Buchloe im OstallgĂ€u; zwei Menschen starben, weitere wurden verletzt.
Mehr Straftaten und Kokain-Delikte
Die Polizei registrierte 1.851 EinsÀtze und festgestellte Straftaten, nach 1.748 im Vorjahr. Die Zahl der Straftaten stieg von 748 auf 845. Nach Angaben des Polizeisprechers nahmen insbesondere BetÀubungsmitteldelikte, vor allem im Zusammenhang mit Kokain, zu.
80 Sexualdelikte wurden angezeigt, darunter 52 FĂ€lle sexueller BelĂ€stigung. In fĂŒnf FĂ€llen wird wegen des Verdachts der Vergewaltigung ermittelt; diese Zahl entsprach der des Vorjahres.
6,7 Millionen MaĂ Bier ausgeschenkt
Auf der Wiesn wurden 6,7 Millionen MaĂ Bier getrunken, 2,7 Prozent mehr als 2025. Die Wirte meldeten beim Essen ein Plus von zwei bis drei Prozent. 447.000 der 7,4 Millionen GĂ€ste besuchten die Oidn Wiesn.
Die Aicher Ambulanz versorgte bis Sonntagmittag 8.409 Patienten â knapp 300 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2023. 40 Prozent der Behandlungen standen ausschlieĂlich im Zusammenhang mit einer Alkoholvergiftung; der höchste gemessene Wert lag bei 3,8 Promille.
Kuriose Fundsachen
Im FundbĂŒro wurden unter anderem 1.050 KleidungsstĂŒcke, 700 Geldbeutel und 400 Handys abgegeben. Zu den ungewöhnlicheren FundstĂŒcken gehörten eine Knirschschiene, ein Gebiss, eine 1,80 Meter groĂe Figur eines Imbissstands und ein Bildband ĂŒber Tibet.
Rekord durch starke Wochentage
Der Besucherrekord fĂ€llt trotz einer kĂŒrzeren Festdauer als im bisherigen Spitzenjahr 2023. Besonders stark war der Zulauf unter der Woche: In der ersten Festwoche nahm die Zahl von Montag bis Donnerstag gegenĂŒber dem Vorjahr deutlich zu, in der zweiten Woche nochmals stĂ€rker. Das entlastet die traditionell besonders dicht besuchten Wochenenden und erklĂ€rt, warum das Sicherheitskonzept nach Angaben der Stadt auch bei 7,4 Millionen GĂ€sten ohne kritische ĂberfĂŒllung funktionierte.
Internationaler Publikumsmagnet
Das Oktoberfest bleibt zugleich ein bedeutender internationaler Anziehungspunkt. Ein wachsender Anteil der GĂ€ste reist aus dem Ausland an; soziale Netzwerke und persönliche Empfehlungen verstĂ€rken die weltweite Sichtbarkeit des Festes. FĂŒr MĂŒnchen bedeutet das zusĂ€tzliche UmsĂ€tze bei Wirten, Schaustellern, Hotellerie, Gastronomie und Verkehrsbetrieben.
Rekord und Belastungsgrenzen
Die Rekordzahl hat jedoch eine Kehrseite: Mehr Besucher fĂŒhren zu mehr RettungseinsĂ€tzen, Straftaten und Belastungen fĂŒr die Infrastruktur. Die beiden tödlichen ArbeitsunfĂ€lle sowie der schwere Unfall am letzten Tag rĂŒcken zudem die Sicherheit von BeschĂ€ftigten in den Mittelpunkt. FĂŒr die weitere Festplanung dĂŒrfte deshalb entscheidend sein, ob die Verteilung auf Werktage dauerhaft gelingt und wie Kontrollen, BetriebsablĂ€ufe und Rettungsstrukturen an die wachsende GröĂenordnung angepasst werden.
