Olchis-Erlebniswelt in Hamburg: Matsch, Pupskissen und Drachenritt
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 05:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWSIn Hamburg-Ottensen öffnet am Wochenende eine immersive Erlebniswelt rund um die grünen Kinderbuchfiguren Olchis.
Zwölf Stationen zum Mitmachen
Auf rund 600 Quadratmetern können Besucherinnen und Besucher an zwölf Stationen Matschknödel werfen, ein Bad in Pupskissen nehmen, Frösche einfangen oder einen Schlammfluss umleiten. Die Projektionen an Wänden und Boden reagieren auf Berührungen, Bälle, Füße und den Körpereinsatz.
Auch eine Olchi-Höhle, Stinkesocken zum Riechen und eine Müllorgel gehören zum Angebot. Bei einer 360-Grad-Projektion können die Gäste zudem auf dem Drachen Feuerstuhl durch Schmuddelfing und ins Weltall fliegen, bevor eine Rutsche aus Plastikflaschen und Strohhalmen ins Schlammbad führt.
Olchis gibt es seit 1990
Erfunden hat der Schriftsteller Erhard Dietl die Olchi-Familie. Seit 1990 erleben Olchi-Oma, Olchi-Opa, Olchi-Mama, Olchi-Papa und die Olchi-Kinder Abenteuer auf einem Müllberg im fiktiven Schmuddelfing.
Aus den Erstlese-Büchern wurden Kinder-, Bilder- und Pappbücher, Hörspiele und ein Kinofilm. Nach Angaben des Oetinger-Verlages wurden mehr als zehn Millionen Olchi-Produkte verkauft.
Ausstellung soll Selbstwirksamkeit fördern
Oetinger-Verlegerin Julia Bielenberg bezeichnete das Konzept als Verbindung von Immersion und Haptik. Alles solle angefasst und ausprobiert werden können. Die Ausstellung solle Kindern ermöglichen, sich selbst auszuprobieren und auf die eigene Selbstwirksamkeit zu vertrauen.
Die Designs seien größtenteils eng mit Olchi-Erfinder Dietl abgestimmt worden. Nach Angaben des Verlages handelt es sich um die erste immersive Ausstellung zu einer Kinderliteraturfigur, die alle Sinne anspreche und umfangreiche Interaktion verlange.
Von Sonntag an ist die Erlebniswelt gegenüber dem Thalia-Theater direkt an der S-Bahnstation Ottensen für die Öffentlichkeit zugänglich.
Von der Buchseite in den Erlebnisraum
Die Olchis gehören seit 1990 zur deutschsprachigen Kinderliteratur. Erhard Dietl entwickelte mit der Familie aus Schmuddelfing Figuren, die Regeln kindgerecht umkehren: Unordnung, Gestank und ungewöhnliches Essen werden nicht als Problem, sondern als Anlass für Humor und Abenteuer erzählt. Aus den Erstlesebüchern entstand ein breites Medienangebot mit weiteren Kinderbüchern, Hörspielen und einem Kinofilm.
Die Hamburger Erlebniswelt überträgt dieses Prinzip in einen Raum, in dem Kinder nicht nur zusehen, sondern körperlich handeln. Projektionen reagieren auf Bewegungen, Bälle und Bausteine; zugleich setzen Stationen auf Geruch, Berührung und Geräusche. Damit verbindet das Konzept digitale Inszenierung mit klassischen Elementen eines Mitmachmuseums. Die angegebene Fläche von rund 600 Quadratmetern und zwölf Stationen machen die Ausstellung zu einem kompakten Familienangebot.
Leseförderung und Vermarktung
Für den Verlag ist die Ausstellung zugleich ein Weg, eine etablierte Buchmarke außerhalb des Bücherregals erlebbar zu machen. Die Bücher bleiben nach Angaben der Veranstalter die Grundlage der Inszenierung; der Besuch soll daher nicht an die Stelle des Lesens treten, sondern die Figurenwelt erweitern und neue Zugänge schaffen.
Für Familien liegt die Bedeutung vor allem in der gemeinsamen Aktivität: Aufgaben wie das Umleiten eines Schlammflusses setzen Zusammenarbeit und Bewegung voraus. Die Erlebniswelt steht damit für einen Kulturtrend, bei dem bekannte Kinderbuchstoffe in interaktive, multimediale Räume übertragen werden. Zugänglich ist das Angebot ab Sonntag in Hamburg-Ottensen gegenüber dem Thalia-Theater an der S-Bahnstation.
