Panama: Schweres Erdbeben löst Tsunami-Warnung aus
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 21:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEin schweres Erdbeben hat Panama erschĂŒttert und eine Tsunami-Warnung fĂŒr mehrere LĂ€nder an der PazifikkĂŒste ausgelöst.
Warnung fĂŒr mehrere KĂŒstenstaaten
Das Pazifik-Tsunami-Warnzentrum in Honolulu teilte mit, auf Grundlage der vorlĂ€ufigen Erdbebenparameter seien weitrĂ€umig gefĂ€hrliche Tsunami-Wellen möglich. Nach EinschĂ€tzung des Warnzentrums könnten innerhalb von drei Stunden Teile der KĂŒsten von Panama, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, Peru, Nicaragua, Guatemala, El Salvador und Mexiko betroffen sein.
Die kolumbianische Katastrophenschutzbehörde erklĂ€rte spĂ€ter unter Berufung auf die maritime Behörde, fĂŒr die PazifikkĂŒste des Landes bestehe keine Tsunami-Gefahr.
Epizentrum im SĂŒden Panamas
Nach Angaben des US-Geologischen Dienstes ereignete sich das Beben am Freitag um 12.56 Uhr Ortszeit. Das Epizentrum lag demnach rund zehn Kilometer west-sĂŒdwestlich von Pitaloza Arriba im zentralen SĂŒden des Landes in zehn Kilometern Tiefe.
Der US-Geologische Dienst bezifferte die StÀrke auf 7,6. Das Pazifik-Tsunami-Warnzentrum hatte zunÀchst eine StÀrke von 8,0 und eine Tiefe von 33 Kilometern angegeben.
GebÀude beschÀdigt, Unterricht ausgesetzt
In Panama wurden nach Angaben der Zeitung «La Prensa» unter anderem an der Kathedrale San Juan Bautista in PenonomĂ© und an weiteren GebĂ€uden SchĂ€den festgestellt. Ăber mögliche Verletzte lagen zunĂ€chst keine Angaben vor.
In mehreren Regionen verlieĂen Menschen vorsorglich GebĂ€ude, GeschĂ€fte und Schulen. Die Regierung setzte den Nachmittagsunterricht landesweit aus. Der internationale Flughafen Tocumen unterbrach den Betrieb fĂŒr ĂberprĂŒfungen.
PrÀsident ruft zur Ruhe auf
PrĂ€sident JosĂ© RaĂșl Mulino rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. «Das Geschehene darf nicht dazu benutzt werden, Alarm und Unordnung zu erzeugen», schrieb er auf der Plattform X.
Warum ein Beben Tsunami-Gefahr auslösen kann
Die Tsunami-Warnung folgt bei starken Beben im oder nahe am Meer einem festen Vorsorgeprinzip: FrĂŒhwarnzentren bewerten zunĂ€chst StĂ€rke, Tiefe und Lage des ErdstoĂes und prĂŒfen, ob eine groĂrĂ€umige VerdrĂ€ngung des Meeresbodens möglich ist. Die erste Warnung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass an jeder genannten KĂŒste eine groĂe Welle eintreffen wird.
FĂŒr die betroffenen Staaten ist der Zeitfaktor entscheidend. Nach der Warnung mĂŒssen nationale Behörden die Lage fĂŒr einzelne KĂŒstenabschnitte bewerten, wĂ€hrend Anwohnerinnen und Anwohner offizielle Hinweise verfolgen und gefĂ€hrdete Bereiche meiden. Besonders kritisch sind tiefliegende KĂŒsten, FlussmĂŒndungen und HĂ€fen, weil sich Wasser dort weit ins Landesinnere bewegen kann.
Warnung, SchÀden und nÀchste Schritte
Die gemeldeten GebÀudeschÀden in Panama zeigen, dass neben einer möglichen Meeresgefahr auch die unmittelbaren Folgen des Bebens im Mittelpunkt stehen. Nachbeben können beschÀdigte Bauwerke zusÀtzlich gefÀhrden; deshalb sind Kontrollen von Infrastruktur, FlughÀfen, Schulen und KrankenhÀusern ein wesentlicher Bestandteil der ersten Reaktion.
FĂŒr die Bevölkerung in den genannten LĂ€ndern ist die Lage regional unterschiedlich: Eine Tsunami-Warnung kann fĂŒr einzelne KĂŒstenabschnitte aufgehoben oder angepasst werden, sobald Messungen und Beobachtungen vorliegen. Entscheidend bleiben daher die Anweisungen der örtlichen Behörden sowie Abstand zu KĂŒsten und StrĂ€nden, bis die Gefahr offiziell beendet ist.

