Perth: Walkadaver lockt mehrere Weiße Haie an – City Beach gesperrt
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 11:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEin angespülter Walkadaver hat am beliebten City Beach in Perth für Aufregung gesorgt und wegen mehrerer Haie in unmittelbarer Ufernähe eine Strandsperrung ausgelöst.
Weiße Haie dicht vor der Küste
Die Behörden warnten eindringlich davor, am Stadtstrand zu schwimmen oder dort mit Hunden spazieren zu gehen. Rettungsschwimmer hatten den Kadaver am frühen Morgen entdeckt.
Wenig später kreisten mehrere Haie vor der Küste. Darunter waren zwei Weiße Haie mit einer Länge von etwa vier und fünf Metern. Einige der Raubfische sollen sich nur rund zehn Meter vom Ufer entfernt aufgehalten haben. Die Tiere wurden aus Helikoptern und vom Strand aus gesichtet.
Walkadaver als Nahrungsquelle
Ein Wal bietet Raubfischen mit seiner dicken Speckschicht und seinem Fleisch eine große Menge energiereicher Nahrung. Das zuständige Ministerium warnte deshalb, dass der Kadaver weiterhin Haie anlocken könne und die Tiere in diesem Küstenabschnitt bis dicht ans Ufer kommen könnten.
Um welche Walart es sich handelt, war zunächst unklar. Rund 200 Schaulustige versammelten sich am Strand, um den ungewöhnlichen Fund zu sehen.
Bergung vor Wiedereröffnung
Nach Angaben von Bürgermeister Gary Mack dürfen Menschen erst wieder ins Wasser, wenn der Kadaver entfernt ist. Zunächst muss geklärt werden, wie das mehrere Tonnen schwere Tier beseitigt werden kann.
Jüngste Haiangriffe in der Region
Die Warnungen kommen nur zehn Tage nach einem tödlichen Haiangriff am Sorrento Beach rund 15 Kilometer weiter nördlich. Ein Schwimmer war dort nur etwa 50 Meter vom Ufer entfernt attackiert worden, vermutlich von einem Weißen Hai.
Nur wenige Tage zuvor war ein Surfer ebenfalls in Westaustralien von einem Hai angegriffen und schwer am Bein verletzt worden.
Warum Walkadaver Haie anziehen
Ein Walkadaver ist für aasfressende Meerestiere eine konzentrierte Nahrungsquelle. Die mehrere Tonnen schwere Biomasse kann deshalb vorübergehend Raubfische in Küstennähe bringen. Das Ministerium warnt ausdrücklich, dass die Tiere dort bleiben könnten, solange der Kadaver im Wasser liegt.
Für den City Beach verschärft sich die Situation durch die geringe Entfernung der Haie zum Ufer. Die Sichtung zweier Weißer Haie von etwa vier und fünf Metern macht die Sperrung zu einer unmittelbaren Schutzmaßnahme für Badegäste. Auch Spaziergänge mit Hunden wurden untersagt, weil Tiere am Strand oder im flachen Wasser zusätzliche Risiken darstellen können.
Besondere Sensibilität nach jüngsten Angriffen
Die Warnung fällt in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit an der westaustralischen Küste. Erst zehn Tage zuvor war am rund 15 Kilometer entfernten Sorrento Beach ein Schwimmer tödlich angegriffen worden; wenige Tage davor wurde ein Surfer bei einem weiteren Haiangriff schwer am Bein verletzt. Diese Ereignisse prägen die Risikowahrnehmung, ändern aber nichts daran, dass die aktuelle Sperrung konkret mit den Haien am Walkadaver begründet wird.
Für die Stadt bleibt zunächst die Bergung des Kadavers entscheidend. Erst danach kann der Strand wieder freigegeben werden. Die offene Frage, wie das mehrere Tonnen schwere Tier entfernt wird, betrifft nicht nur den Badebetrieb, sondern auch den Umgang mit großen Meeressäugern, deren genaue Art zunächst unbekannt war.
