Schulattacke Polen, Leszczydol-Nowiny

Polen: Tote bei Messerangriff in Schule – Polizei prüft Social-Media-Challenge

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 15:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei einem Angriff in einer Schule im polnischen Leszczydol-Nowiny ist eine 37-jährige Hausmeisterin getötet worden. Der 15-jährige mutmaßliche Täter wurde überwältigt; Ermittler prüfen auch eine mögliche Verbindung zu sozialen Netzwerken.

  • An einer Grundschule in Polen kam eine Frau bei einer Messerattacke ums Leben. - Bild: Marcin Obara/PAP/dpa
    An einer Grundschule in Polen kam eine Frau bei einer Messerattacke ums Leben. - Bild: Marcin Obara/PAP/dpa
  • Die Tat ereignete sich in Leszczydol-Nowiny etwa 70 Kilometer nordöstlich von Warschau. - Bild: Marcin Obara/PAP/dpa
    Die Tat ereignete sich in Leszczydol-Nowiny etwa 70 Kilometer nordöstlich von Warschau. - Bild: Marcin Obara/PAP/dpa
An einer Grundschule in Polen kam eine Frau bei einer Messerattacke ums Leben. - Bild: Marcin Obara/PAP/dpa Die Tat ereignete sich in Leszczydol-Nowiny etwa 70 Kilometer nordöstlich von Warschau. - Bild: Marcin Obara/PAP/dpa

Bei einem Angriff in einer Schule im polnischen Leszczydol-Nowiny ist eine 37-jährige Hausmeisterin getötet worden, zwei weitere Menschen wurden verletzt.

Angreifer war ehemaliger Schüler

Der 15-jährige Angreifer wurde von Polizisten überwältigt, wie Innenminister Marcin Kierwinski sagte. Er habe am Morgen die Schule betreten und die Hausmeisterin sowie eine Lehrerin angegriffen, berichtete eine Sprecherin der örtlichen Polizei dem Portal Onet.pl.

Der Schuldirektor habe den Lärm gehört und sei aus seinem Büro gekommen, um den Jugendlichen außer Gefecht zu setzen. Auch der Direktor wurde verletzt. Rettungskräfte versuchten, die Hausmeisterin vor Ort wiederzubeleben; sie erlag jedoch ihren Verletzungen.

Polizei prüft mögliche Social-Media-Challenge

Regierungschef Donald Tusk sagte, der Angreifer habe einen Helm mit einer daran befestigten Kamera getragen. „Es war seine Absicht, die Messer-Aktion zu filmen“, sagte Tusk. Die Abteilung für Cyberkriminalität prüft nach Angaben einer Polizeisprecherin, ob es derzeit eine Challenge in sozialen Medien gibt, die Jugendliche zu solchen Angriffen animiert.

Zweiter Vorfall binnen kurzer Zeit

Der Angriff ereignete sich in Leszczydol-Nowiny rund 70 Kilometer nordöstlich von Warschau. Es ist bereits der zweite Vorfall dieser Art in kurzer Zeit in Polen.

Am Mittwoch waren bei einer Messerattacke an einer Berufsschule in Ostroleka knapp 100 Kilometer nördlich von Warschau neun Menschen verletzt worden, darunter zwei schwer. Der mutmaßliche 19-jährige Täter wurde festgenommen.

Schüler in Sierpc festgenommen

Ebenfalls am Mittwoch nahm die Polizei in Sierpc, rund 130 Kilometer nordwestlich von Warschau, einen 17-jährigen Schüler fest. Ein Lehrer hatte die Beamten informiert, nachdem Mitschüler berichtet hatten, der Jugendliche wolle „etwas Schlimmes in der Schule anstellen“.

Die Polizei stellte bei dem 17-Jährigen zwei Messer sicher. Bei der Auswertung seines Mobiltelefons fanden die Ermittler nach eigenen Angaben außerdem Hinweise darauf, dass er nach Informationen zur Planung eines Anschlags gesucht hatte.

Zweite Attacke binnen kurzer Zeit

Der tödliche Angriff in Leszczydol-Nowiny steht nach der dpa-Meldung in einer Serie von Vorfällen an polnischen Schulen. Bereits am Vortag wurden bei einer Messerattacke an einer Berufsschule in Ostroleka neun Menschen verletzt; in Sierpc nahmen Einsatzkräfte zudem einen 17-Jährigen fest, nachdem er einen Angriff angekündigt haben soll. Die zeitliche Nähe erhöht den Druck auf Polizei, Schulen und Familien, mögliche Warnsignale schneller zu erkennen.

Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf die digitale Dimension. Der 15-Jährige soll eine Kamera am Helm getragen haben, während die Cyberkriminalität prüft, ob eine soziale-Medien-Challenge Jugendliche zu Angriffen anstiften könnte. Damit geht es neben der individuellen Tatmotivation auch um die Frage, ob digitale Plattformen Gewaltfantasien verstärken, Nachahmung begünstigen oder Tatvorbereitungen erleichtern.

Folgen für Schulen und Familien

Für Schulen dürfte der Schutz vor Messerangriffen nun erneut in den Mittelpunkt rücken. Dazu gehören klare Alarm- und Evakuierungspläne, geschulte Ansprechpartner, eine enge Zusammenarbeit mit Polizei und Jugendhilfe sowie ein sorgfältiger Umgang mit Drohungen aus dem Umfeld der Schüler. Zugleich muss zwischen konkreten Gefahrenhinweisen und bloßen Gerüchten unterschieden werden, damit Sicherheitsmaßnahmen nicht selbst unnötige Angst erzeugen.

Die Ermittlungen werden deshalb voraussichtlich sowohl die persönliche Vorgeschichte des Jugendlichen als auch seine digitalen Kontakte, Suchverläufe und mögliche Vorbilder untersuchen. Für Betroffene in der Region bleibt neben der Strafverfolgung die psychologische Unterstützung wichtig.

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