Verdacht des Menschenhandels: Razzien in zehn BundeslÀndern
09.04.2025 - 12:45:12Hunderte Polizisten haben bei einer Razzia gegen Schleuser in zehn BundeslĂ€ndern und Tschechien mehrere TatverdĂ€chtige festgenommen. Die TatverdĂ€chtigen sollen Frauen auch zur Prostitution gezwungen haben, wie das Bundesinnenministerium weiter mitteilte. Rund 800 Bundespolizisten waren den Angaben zufolge an den Durchsuchungen zahlreicher Wohnungen und GebĂ€ude beteiligt.Â
Vietnamesinnen zur Prostitution gezwungen
Ein Sprecher der Bundespolizei Sachsen-Anhalt sagte, die TÀtergruppe habe vor allem Frauen aus Vietnam wohl mittels erschlichener Visa in die EU eingeschleust und in die Prostitution gezwungen. Sie sollen die Frauen in verschiedenen Wohnungen in Deutschland wechselnd untergebracht und ihnen ermöglicht haben, dort der Prostitution nachzugehen. Zuerst berichtete die «Mitteldeutsche Zeitung».
Insgesamt seien 27 Wohnungen und ProstitutionsstĂ€tten in Deutschland durchsucht worden, fĂŒnf in Tschechien. In Deutschland standen demnach etwa HĂ€user in Chemnitz in Sachsen, in Halle in Sachsen-Anhalt, in Gera in ThĂŒringen, in Dortmund in Nordrhein-Westfalen und in Kassel in Hessen im Visier der Ermittler. Die EinsĂ€tze seien weitgehend abgeschlossen und in Abstimmung mit Europol erfolgt, so der Polizeisprecher.
FĂŒnf Menschen festgenommen
Nach Angaben der Bundespolizei Halle wurden in Deutschland und Tschechien insgesamt fĂŒnf Menschen im Alter zwischen 28 und 70 Jahren festgenommen: zwei Deutsche, zwei MĂ€nner mit tschechischer Staatsangehörigkeit sowie eine Vietnamesin.Â
Gegen sie wurden Vermögensarreste in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro verhĂ€ngt. Die Ermittler stellten rund 27.000 Euro Bargeld, zwei Fahrzeuge sowie Wert- und LuxusgegenstĂ€nde sicher. Zudem wurden Sicherungshypotheken auf ein GrundstĂŒck der Hauptbeschuldigten eingetragen.Â
Ermittlungen auch gegen Schleuser
Die Ermittlungen richten sich laut Bundesinnenministerium auch gegen Banden, die Menschen ĂŒber DĂ€nemark weiter nach GroĂbritannien geschleust haben. «Hoher Ermittlungsdruck wirkt. Kontrolle wirkt», sagte die geschĂ€ftsfĂŒhrende Bundesinnenministerin, Nancy Faeser (SPD). Seit Oktober 2023 habe die Bundespolizei im Rahmen der Binnengrenzkontrollen mehr als 2.000 Schleuser festgenommen. 2024 habe die Bundespolizei etwa 10.000 geschleuste Menschen festgestellt, nach etwa 40.000 Menschen im Jahr 2023.
Neben den Grenzkontrollen spiele hier auch das Personal eine Rolle, betonte Faeser. Sie sagte: «Wir haben die Bundespolizei in den letzten Jahren um jeweils 1.000 Stellen gestĂ€rkt.» Dieser Weg mĂŒsse fortgesetzt werden, um das GeschĂ€ft der Schleuser weiter zu bekĂ€mpfen und die irregulĂ€re Migration stark zurĂŒckzudrĂ€ngen.





