Fall Madeleine McCann: Neue Suchaktion in Portugal
03.06.2025 - 11:34:30Polizisten suchen im SĂŒden Portugals nach der vor gut 18 Jahren verschwundenen, damals drei Jahre alten Madeleine McCann. An der Aktion auf Ersuchen der deutschen Justiz seien rund 30 Beamte beteiligt, bestĂ€tigte die Polizei auf Anfrage. Weitere Details wĂŒrden aus ermittlungstaktischen GrĂŒnden nicht mitgeteilt, sagte die Sprecherin.Â
Offenbar neue Videos und BilderÂ
Die Aktion, an der auch deutsche Beamte beteiligt sind, hatte am Montag zunĂ€chst mit der Ankunft der Deutschen und der Sichtung des Suchgebiets begonnen, wie die portugiesische Zeitung «Correio da Manha» berichtete. Die Suche im Bezirk Lagos im SĂŒden des Landes, die mit Ermittlungen gegen den deutschen VerdĂ€chtigen Christian B. im Zusammenhang stĂŒnden, werde bis Freitag andauern. Auslöser seien neu aufgetauchte Videos und Bilder, die den VerdĂ€chtigen mit dem Verschwinden des MĂ€dchens in Verbindung brĂ€chten, berichtete die Zeitung ohne Nennung weiterer Details.
Die Suche nach möglichen sterblichen Ăberresten des kleinen MĂ€dchens konzentriert sich auf Praia da Luz, wo Maddie am 3. Mai 2007 verschwunden war, sowie auf Lagos und das Gebiet von Atalaia oberhalb von Rocha Negra. Die Ermittler vermuten, dass Maddie entfĂŒhrt und ermordet wurde. Eine Leiche wurde jedoch nie gefunden.
Bodenradar soll bei Suche helfen
Nach Informationen der Zeitung wollen die deutschen Beamten auch ein Bodenradar einsetzen, mit dem Strukturen im Erdboden sichtbar werden. Christian B. besuchte das Gebiet zur Zeit des Verschwindens des kleinen MĂ€dchens aus einer Ferienanlage. Auch ein Haus, in dem er damals wohnte, solle durchsucht werden, hieĂ es.
Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte am Montag mitgeteilt, im Rahmen der Ermittlungen im Fall Maddie fĂ€nden «gegenwĂ€rtig strafprozessuale MaĂnahmen in Portugal» statt. NĂ€here Informationen zu den HintergrĂŒnden wĂŒrden derzeit nicht herausgegeben.Â
Christian B. sitzt zurzeit in Deutschland eine Haftstrafe wegen einer Vergewaltigung in Portugal ab, könnte aber spĂ€testens Anfang 2026 freikommen.Â
Nach einem Bericht des Fernsehsenders RTL besuchte ein Reporter den 48-JĂ€hrigen kĂŒrzlich im GefĂ€ngnis im niedersĂ€chsischen Sehnde. Im GesprĂ€ch habe Christian B. sehr gut vorbereitet gewirkt: «Er wusste genau, was er sagen wollte und vor allem, was nicht», sagt der Reporter in dem Beitrag. Zum Fall McCann habe sich der VerdĂ€chtige nach Absprache mit seinen Verteidigern nicht Ă€uĂern wollen.







