Aya Nakamura soll Edith Piaf singen - Attacken von Rechts
14.03.2024 - 15:13:11In Frankreich hat der mögliche Auftritt der französisch-malischen SĂ€ngerin Aya Nakamura bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Paris zu einer Welle von Rassismus gefĂŒhrt. ZunĂ€chst hatte das Nachrichtenmagazin «L'Express» ĂŒber ein Geheimtreffen der weltweit bestverkauften frankofonen SĂ€ngerin mit PrĂ€sident Emmanuel Macron berichtet.
Der Staatschef habe Nakamura angeboten, bei der Eröffnungszeremonie im Juli vor einem Millionenpublikum ein StĂŒck von Edith Piaf zu singen. Obwohl weder Macron noch die SĂ€ngerin den möglichen Auftritt zunĂ€chst bestĂ€tigten, folgten schwere rassistische Attacken von RechtsauĂen.
Sportministerin: «Völlig inakzeptabel»
«Aya Nakamura wurde Opfer rassistischer Angriffe, die völlig inakzeptabel sind und mit gröĂter Entschiedenheit verurteilt werden mĂŒssen», sagte Frankreichs Sportministerin AmĂ©lie OudĂ©a-CastĂ©ra dem Sender France Info. Zuvor hatte am Dienstag bereits Kulturministerin Rachida Dati im Senat vor «VorwĂ€nden, jemanden aus reinem Rassismus anzugreifen» gewarnt. «Eine KĂŒnstlerin anzugreifen, weil sie ist, was sie ist, ist inakzeptabel, es ist ein Vergehen.»
Anfang MĂ€rz kam es bei einer Wahlkampfveranstaltung der Partei des Rechtsextremisten Eric Zemmour zu Buhrufen, als Nakamura erwĂ€hnt wurde. Die Spitzenkandidatin der Partei fĂŒr die Europawahlen, Marion MarĂ©chal, sagte dem Sender BFMTV, es gehe um eine politische Entscheidung: «Man will das multikulturelle Frankreich reprĂ€sentieren, man will das Frankreich reprĂ€sentieren, das nicht auf Französisch singt.» AuĂerdem hatte eine ultrarechte Gruppierung ein Foto von einem Transparent gepostet, das Dutzende ihrer Mitglieder am Ufer der Seine entrollten. Darauf stand: «Keine Chance Aya, hier ist Paris, nicht der Markt von Bamako», eine Anspielung auf Nakamuras malischen Geburtsort.
Die 28-jĂ€hrige SĂ€ngerin, die in einem Pariser Vorort aufwuchs, ging in die Offensive. «Ihr könnt rassistisch sein, aber nicht taub», reagierte sie auf X, vormals Twitter. «Das ist es, was euch weh tut! Ich werde zum Staatsthema Nr. 1 in Debatten usw., aber was schulde ich euch wirklich? Ăberhaupt nichts.» Ihren Fans dankte sie fĂŒr deren UnterstĂŒtzung. Â


