Norwegische Prinzessin Astrid stirbt zwei Wochen nach König Harald V.
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 15:20 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nur zwei Wochen nach dem Tod ihres Bruders König Harald V. ist die norwegische Prinzessin Astrid im Alter von 94 Jahren gestorben.
Norwegischer Hof gibt Tod der Prinzessin bekannt
Der norwegische Hof teilte mit, Prinzessin Astrid sei am Freitag nur zwei Tage nach dem Staatsbegräbnis von König Harald V. gestorben, an dem sie noch teilgenommen hatte. In der Mitteilung wurde König Haakon VIII. mit den Worten zitiert, Astrid sei eine wichtige Stütze für König Harald und die übrige Familie gewesen. Sie habe keine Angst gehabt, ihre Meinung zu sagen, ihr Tod sei ein großer Verlust, man werde sie vermissen.
Langjährige Vertreterin des Königshauses
Der Hof hob hervor, Prinzessin Astrid habe das norwegische Königshaus warmherzig und pflichtbewusst repräsentiert. Bereits mit 22 Jahren habe sie nach dem Tod ihrer Mutter, Kronprinzessin Märtha, die Rolle der First Lady übernommen. Besonders am Herzen gelegen habe ihr die Fürsorge für die Schwächsten in der Gesellschaft. Sie sei äußerst loyal gewesen und habe ihre Aufgaben mit Engagement, Präsenz und guter Laune erfüllt.
Gesundheitliche Probleme und letzte Amtsjahre
Gesundheitlich war die Prinzessin nach Angaben des Hofes seit Längerem angeschlagen. Erst im Mai war ihr ein temporärer Herzschrittmacher eingesetzt worden. Dennoch übernahm sie bis zuletzt royale Pflichten. Nach ihrem Tod wurde die Flagge auf dem Balkon des Königsschlosses in Oslo erneut auf halbmast gesetzt.
Abschied der Familie
Die Kinder von Prinzessin Astrid bedankten sich in der Hofmitteilung bei ihrer Mutter mit den Worten, sie sei die beste Mutter gewesen, die sie sich hätten wünschen können. Sie sei ihr ganzes Leben lang mit Liebe, Weisheit, Wärme und Humor für sie da gewesen. Zudem sei sie sowohl für ihren Vater König Olav als auch für ihren Bruder Harald präsent, loyal und pflichtbewusst gewesen und habe vielen Menschen Mitgefühl und Fürsorge entgegengebracht. Die Kinder erklärten, die schönen Erinnerungen an sie würden für immer einen großen Platz in ihren Herzen behalten.
Enge Trauerphase für das norwegische Königshaus
Der Tod von Prinzessin Astrid folgt nur zwei Wochen auf den Verlust ihres Bruders König Harald V. und bedeutet für das norwegische Königshaus eine außergewöhnlich dichte Folge von Todesfällen in der engsten Familie. Die erneut auf halbmast gesetzte Flagge über dem Schloss in Oslo unterstreicht, wie sehr die Institution in einer Phase der Trauer und gleichzeitigen Neuorientierung steht. Für die Öffentlichkeit verbindet sich mit Astrids Tod das Bild einer vertrauten Konstante, die über Jahrzehnte hinweg bei offiziellen Anlässen präsent war.
Rolle als „First Lady“ und Brückenfigur im Wandel der Monarchie
Astrid übernahm bereits mit 22 Jahren nach dem Tod ihrer Mutter Kronprinzessin Märtha die Rolle der First Lady und prägte damit eine Phase, in der das norwegische Königshaus seine moderne Ausrichtung entwickelte. Ihre warmherzige und pflichtbewusste Art sowie die besondere Aufmerksamkeit für sozial schwache Gruppen machten sie zu einer wichtigen Brückenfigur zwischen Hof und Gesellschaft. In einem Land, in dem die Monarchie verfassungsrechtlich verankert ist, aber regelmäßig auf ihre zeitgemäße Legitimation hin betrachtet wird, stand Astrid für Kontinuität, Bürgernähe und eine zurückhaltende, dienstorientierte Auffassung royaler Aufgaben.
Bedeutung für Thronfolger und künftige Ausrichtung des Hofes
Mit dem Tod von König Harald V. und nun von Prinzessin Astrid verschiebt sich das Gewicht im Königshaus deutlich auf die nachfolgende Generation um den neuen Monarchen. Für den Hof bedeutet dies, ohne mehrere langjährige Bezugspersonen auszukommen, die intern Erfahrung und Stabilität verkörperten. Nach außen dürfte die Rolle von Kronprinz Haakon, seiner Familie und weiteren Mitgliedern des Königshauses weiter an Bedeutung gewinnen, wenn es darum geht, die etablierten sozialen Schwerpunkte fortzuführen und zugleich die Monarchie an eine jüngere, digital geprägte Öffentlichkeit anzubinden.
