Niedersachsen, Deutschland

Schwere JagdunfÀlle: 18-JÀhriger von Begleiter erschossen

20.08.2023 - 12:39:11

RabenkrĂ€hen und Enten dĂŒrfen nur zu bestimmten Zeiten geschossen werden. Am Wochenende passierten dabei gleich zwei schwere UnfĂ€lle in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

WĂ€hrend einer KrĂ€henjagd ist ein 18-JĂ€hriger im niedersĂ€chsischen Dötlingen tödlich verletzt worden. Der junge Mann habe gemeinsam mit einem Gleichaltrigen am Samstagmorgen Jagd auf die Vögel gemacht, teilte die Polizei mit. Beide besaßen demnach eine Jagdberechtigung.

Nach den bisherigen Erkenntnissen geriet der eine in das Schussfeld seines Bekannten, wurde getroffen und tödlich verletzt. Die Polizei habe Ermittlungen aufgenommen und die benutzten Waffen sichergestellt. Derzeit deute alles auf einen tragischen Jagdunfall hin. Die Angehörigen seien von einem ehrenamtlichen Kriseninterventionsteam betreut worden.

Ob KrĂ€henvögel bejagt werden dĂŒrfen, ist im Jagdrecht der einzelnen BundeslĂ€nder geregelt. RabenkrĂ€hen dĂŒrfen in Niedersachsen zwischen dem 1. August und 20. Februar geschossen werden. Sie werden hĂ€ufig mit auf Feldern aufgestellten Attrappen angelockt, die KrĂ€hen bei der Nahrungssuche simulieren. Die Bejagung von KrĂ€hen sei sinnlos und aus ökologischen, naturschutzfachlichen und ethischen GrĂŒnden abzulehnen, erklĂ€rt der Naturschutzbund (Nabu) Niedersachsen.

Entenjagd in NRW

Auch im nordrhein-westfÀlischen Lippstadt kam es zu einem schweren Zwischenfall: Bei einer privaten Entenjagd wurde ein 53-JÀhriger am Samstagvormittag von einer Gewehrkugel am Kopf getroffen und schwer verletzt. Der Mann wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, wie eine Sprecherin der Polizei mitteilte.

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen ĂŒbernommen und geht von einem Jagdunfall aus. Hinweise auf eine vorsĂ€tzliche Tat gebe es nicht, sagte ein Sprecher. Möglicherweise habe es sich um einen QuerschlĂ€ger gehandelt. Der SchĂŒtze war den Angaben zufolge ein 83-JĂ€hriger, der ebenfalls an der Entenjagd teilnahm. Zuvor hatte die «Bild» ĂŒber den Vorfall berichtet.

@ dpa.de