Verband der Schulleiter: Mehr Waffen zur Schule mitgebracht
18.03.2024 - 05:14:40Die Bereitschaft zur Bewaffnung nimmt an Deutschlands Schulen nach EinschĂ€tzung von Schulleitungen zu. «Wir haben bemerkt, dass mehr Waffen zur Schule mitgenommen werden als frĂŒher», sagt der Vorsitzende des Allgemeinen Schulleitungsverbandes Deutschlands, Sven Winkler, der Deutschen Presse-Agentur. Es handele sich vor allem um Messer und Anscheinswaffen (Waffen, die echten Schusswaffen tĂ€uschend Ă€hnlich sehen). Ob SchĂŒler Waffen dabeihaben, weil sie gewaltbereit sind, oder weil sie Angst haben und diese zur Selbstverteidigung nutzen wollten, sei unklar.
Der Verbandsvorsitzende verwies darauf, dass der Umgangston zwischen Kindern und Jugendlichen in der Schule rauer geworden sei - zumindest sei das der Eindruck vieler Schulleitungen. Um Gewalt zu verhindern, versuchen viele Schulen die Sozialarbeit auszubauen. Oft fehle es aber an Personal, Zeit und Geld, sagte Winkler, der auch Leiter einer Schule im niedersĂ€chsischen Oldenburg ist. HĂ€ufig gebe es lokale Netzwerke etwa mit den SchultrĂ€gern, der Jugendhilfe und der Polizei, um Ursachen von Fehlverhalten und Gewalt zu ergrĂŒnden und kĂŒnftig zu verhindern. GrundsĂ€tzlich seien Kinder und Jugendliche in den Schulen mindestens genauso sicher wie in anderen Kontexten.
Nach einer Umfrage der dpa unter den LandeskriminalÀmtern und Bildungsministerien sind 2022 bundesweit Tausende FÀlle von Gewalt an Schulen bekannt geworden - deutlich mehr als 2019, vor der Corona-Pandemie. Allein im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen gab es demnach 2022 rund 5400 Gewaltdelikte. Neuere Zahlen liegen in vielen LÀndern meist noch nicht vor.


