Streik der Rettungsschwimmer auf Mallorca und Ibiza
28.09.2025 - 18:57:56Rettungsschwimmer auf Mallorca und Ibiza sind in einen unbefristeten Streik getreten. Auf Mallorca begann der Ausstand mit Demonstrationen an den StrĂ€nden von Can Pere Antoni in Palma und Son Maties in CalviĂ im SĂŒdwesten der spanischen Urlaubsinsel. Die Gewerkschaft UniĂł Socorristes Balears protestiert gegen niedrige Löhne, befristete VertrĂ€ge und Arbeitszeiten von zum Teil mehr als 200 Stunden im Monat.
Betroffen sind vom Ausstand zunĂ€chst die Gemeinden Palma und CalviĂ auf Mallorca sowie Eivissa, Sant Josep und Sant Antoni auf Ibiza. Wegen der vom spanischen Gesetz vorgeschriebenen «Mindestdienste» bei Streiks darf oft nur ein kleiner Teil der BeschĂ€ftigten gleichzeitig die Arbeit niederlegen. Bei den Rettungsschwimmern der Balearen wurden sogar 100 Prozent Mindestdienste angeordnet - damit ist die StrandĂŒberwachung vollumfĂ€nglich gesichert.
Mit dem Ausstand wollen die Gewerkschafter auf die ihrer Ansicht nach prekĂ€ren Arbeitsbedingungen im Sektor aufmerksam machen. Viele von ihnen mĂŒssen sich Wohnungen teilen, weil sie sich die hohen Mieten auf den Ferieninseln nicht leisten können. Der konservativen Regierung der Balearen unter PrĂ€sidentin Marga Prohens werfen sie vor, weder die Wohnungsnot zu lösen noch die Tourismuseinnahmen angemessen zu verteilen.
«Hilfe, sie ertrÀnken uns»
Neben einer Aktualisierung des seit 2016 unverÀnderten Tarifvertrags fordern die Rettungsschwimmer auch mehr öffentliche Investitionen in die Sicherheit an den StrÀnden und die konsequente Durchsetzung bestehender Vorschriften. Kritisiert wird zum Beispiel, dass einige StrÀnde die Saison ohne Rettungspersonal beginnen oder mit unqualifiziertem Personal besetzt sind.
An der Kundgebung in Son Maties nahmen nach SchĂ€tzungen der Zeitung «Diario de Mallorca» rund 30 Rettungsschwimmer teil. Sie trugen Banner mit Aufschriften wie «Hilfe, sie ertrĂ€nken uns» und «Schluss mit der Prekarisierung». An einem Wachturm hing ein groĂes «SOS»-Transparent. Mit Kreuzen symbolisierten sie GrĂ€ber, um vor einer möglichen Zunahme der TodesfĂ€lle durch Ertrinken zu warnen.


