Hawaii, Maui

Mehr als 100 Tote nach BrÀnden auf Maui

16.08.2023 - 11:58:47

Rettungsteams stoßen in den verkohlten Gegenden auf der Insel Maui auf immer weitere Opfer. Die Frage nach der Ursache der Katastrophe ist weiter unbeantwortet - doch die Blicke richten sich auf das Stromnetz.

  • Auf Maui wurde die Kleinstadt Lahaina besonders hart getroffen. - Foto: Yang Pingjun/XinHua/dpa

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  • Die Asche eines niedergebrannten Hauses in Kula auf der Insel Maui. - Foto: Jae C. Hong/AP/dpa

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  • Am 8. August sind die Wald- und BuschbrĂ€nde an mehreren Orten auf Maui und der Nachbarinsel Hawaii ausgebrochen. - Foto: Zeke Kalua/County of Maui/AP/dpa

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Auf Maui wurde die Kleinstadt Lahaina besonders hart getroffen. - Foto: Yang Pingjun/XinHua/dpaDie Asche eines niedergebrannten Hauses in Kula auf der Insel Maui. - Foto: Jae C. Hong/AP/dpaAm 8. August sind die Wald- und BuschbrÀnde an mehreren Orten auf Maui und der Nachbarinsel Hawaii ausgebrochen. - Foto: Zeke Kalua/County of Maui/AP/dpa

Nach den verheerenden BrĂ€nden auf der Insel Maui im US-Bundesstaat Hawaii haben Suchtrupps weitere Leichen in ausgebrannten GebĂ€uden gefunden. Die Zahl der Toten sei auf mindestens 106 gestiegen, teilte die zustĂ€ndige Bezirksverwaltung am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Nur fĂŒnf der Todesopfer hĂ€tten bislang auch identifiziert werden können.

Bei der Suche nach der Ursache der Katastrophe gerĂ€t der örtliche Stromversorger zunehmend ins Visier, wie US-Medien berichteten. Vom Wind umgeworfene Strommasten oder beschĂ€digte Leitungen könnten demnach einige der Feuer ausgelöst haben. Eine offizielle BestĂ€tigung dafĂŒr gibt es allerdings nicht.

«Wir sind untröstlich, dass wir einen solchen Verlust erlitten haben», sagte Gouverneur Josh Green. Auch Kinder seien unter den Toten, bestÀtigte er nach einer Reporterfrage. «Einige der Anblicke sind zu schlimm, um sie teilen zu können», ergÀnzte er. Zudem warnte Green erneut, dass die Zahl der Opfer noch erheblich steigen könne. Dem Sender CNN sagte er, viele der Toten seien auf einer Autobahn im Westen der Insel gefunden worden.

Die Wald- und BuschbrÀnde waren am 8. August an mehreren Orten auf Maui und der Nachbarinsel Hawaii ausgebrochen, die den gleichen Namen wie der Bundesstaat trÀgt.

Ortskern der Kleinstadt Lahaina völlig zerstört

Auf Maui wurde die Kleinstadt Lahaina, die vor dem UnglĂŒck 13.000 Einwohner zĂ€hlte, besonders hart getroffen. Der Ortskern mit seinen HolzhĂ€usern wurde völlig zerstört. Mehr als 2000 GebĂ€ude brannten teilweise oder ganz ab. Die SchĂ€den werden auf mehrere Milliarden Dollar geschĂ€tzt.

Helfer durchsuchten mit LeichenspĂŒrhunden weiter die ausgebrannten GebĂ€ude. Erst rund ein Drittel davon sei inspiziert worden, teilte der Bezirk Maui weiter mit. Die Behörden riefen die Angehörigen von Vermissten auf, DNA-Proben abzugeben, um diese gegebenenfalls mit gefundenen Leichen abgleichen zu können.

Inzwischen sei ein grĂ¶ĂŸeres Team von Forensikern und Pathologen auf der Insel eingetroffen, um bei der Identifizierung zu helfen, hieß es in Medienberichten. Auch eine mobile Leichenhalle sei aufgebaut worden. Die BrĂ€nde auf Maui seien die tödlichsten in den USA in mehr als 100 Jahren gewesen.

Stromversorger in der Kritik

Medienberichten zufolge wird als eine mögliche Ursache fĂŒr die Katastrophe untersucht, ob umgekippte Strommasten oder Stromleitungen, die durch den an diesen Tagen extremen Wind beschĂ€digt wurden, eine Rolle gespielt haben könnten. Der örtliche Stromversorger steht in der Kritik, weil er trotz der Unwetter das Netz nicht abgeschaltet habe - defekte Leitungen könnten durch Funkenbildung WaldbrĂ€nde auslösen.

Das Unternehmen wollte diese VorwĂŒrfe den Berichten zufolge nicht kommentieren, verwies aber darauf, dass eine Stromabschaltung auch dazu fĂŒhren könne, dass die fĂŒr die Löscharbeiten nötigen Wasserpumpen ausfielen. Inzwischen sei eine Sammelklage gegen den Versorger eingereicht worden, meldete CNN.

Die «Washington Post» berichtete, auf Videos einer Kamera eines Vogelschutzzentrums sei augenscheinlich zu sehen, wie ein Baum auf eine Stromleitung stĂŒrzt. Dann sei ein heller Blitz zu sehen und wenig spĂ€ter habe der Wald in Flammen gestanden.

Er habe schon wenige Tage nach Ausbruch der Feuer eine umfassende Untersuchung eingeleitet, betonte Gouverneur Green. Die Behörden hatten kurz nach den BrĂ€nden mitgeteilt, mitverantwortlich fĂŒr die rasch um sich greifenden BrĂ€nde sei auch ein Hurrikan gewesen, der sĂŒdlich der Inseln vorbeigezogen sei.

US-PrĂ€sident kĂŒndigt Besuch an

US-PrĂ€sident Joe Biden will das UnglĂŒcksgebiet am kommenden Montag besuchen. Das Weiße Haus teilte mit, Biden werde gemeinsam mit seiner Ehefrau Jill nach Maui reisen, um sich mit EinsatzkrĂ€ften, Überlebenden und Behördenvertretern zu treffen.

Hawaiis Gouverneur Josh Green habe erklÀrt, dass die Such- und Bergungsarbeiten voraussichtlich bis dahin so weit fortgeschritten seien, dass ein Besuch des PrÀsidenten möglich sei.

@ dpa.de